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Thema 7 von 8 · 3 Veranstaltungen

Zusammenleben

Welche Strukturen tragen uns im Alltag?

„In welchen Strukturen steckst du?“ fragte der WERKstattPALAST 2022 auf seiner Website. Struktur meint dabei nicht nur Gebautes, sondern, wie es im Programmheft heißt, „die Konstruktion einer Gesellschaft“.

Beim Talk „Beziehungshorizonte“ ging es um Paare, bei denen ein Teil in der Wissenschaft und der andere in der Kunst arbeitet, und um die Aushandlungen, die das mit sich bringt. Im Dialog „Möchtest Du hören, was ich brauche?“ luden Trauernde, eingebracht von der Trauerhilfe Stier, zum Gespräch darüber ein, welche Strukturen in der Trauer helfen. Urbane Gärten Karlsruhe zeigte im Workshop „Zeichen setzen!“, wie sich gesellschaftliche Veränderung gemeinsam gestalten lässt.

In der Ausstellung stellte Stephanie Senge Konsumprodukte aus acht Ländern ins Regal, Hannah Cooke verwies mit einem Buntglasbild auf die Schlangen vor Damentoiletten, Sibylle Wagner hängte etwa 40 Sätze von Zeitgenoss:innen ans Gerüst. Im Kino-Container liefen „Null zu Null“ über die Exklusivität von Körpern in Räumen und „AG-NES“ über Gruppen, die sich radikalisieren.

Auch der Ort selbst war auf Begegnung angelegt: freier Eintritt, eine 25 Meter lange Tafel ohne Trennung zwischen Podium und Publikum, Workshops, zu denen Kinder mit ihren Eltern wiederkamen.

Fragen

Fragen, die wir verhandelt haben.

  1. In welchen Strukturen steckst du?
  2. Wie wirken sich Beziehungen zwischen Kunst und Wissenschaft auf Arbeit und Familie aus?
  3. Welche Strukturen helfen in der Trauer?
  4. Was sagt unser Konsum über uns?
  5. Wie entsteht Zugehörigkeit in einer Gemeinschaft?

Kunst

Werke, die dazu arbeiten.

Kino-Container · 2021

AG-NES

Luise Peschko

Video

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Das Video untersucht Verhaltensmuster in homogenen Diskursräumen, die dazu führen, dass Gruppen sich zunehmend radikalisieren. In digitalen wie analogen Echokammern werden Meinungen zu unverrückbaren Dogmen, die keinen echten Diskurs mehr zulassen.

Ein leuchtendes gelbes Buntglasbild mit grüner Schlange hängt im dunklen Stahlraum.
Foto: Sebastian Heck

2022

But instead of saying thanks, that snake gave a vicious bite

Hannah Cooke

Buntglas-Fensterbild, Tiffany-Technik

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Das Buntglas-Fensterbild zeigt eine grüne Schlange, die sich an einem Männerpissoir hochschlängelt, wie man es von Festivals kennt. Sie verweist auf die langen Schlangen vor den Damentoiletten und lässt zugleich Bezüge zu christlicher Symbolik zu.

Vertreten durch ato-Kunstagentin Norina Quinte

Wandregal mit Lebensmittelverpackungen und Konsumprodukten aus verschiedenen Ländern.
Foto: Sebastian Heck

Container · 2022

Ikebana-Balance und acht Konsum-Länder

Stephanie Senge

Konsumprodukte, Produkte aus japanischen 100-Yen-Shops, Beton, Kies

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In sieben Wandregalen standen Konsumprodukte „Made in“ Germany, USA, Japan, Taiwan, China, Russia, Ukraine und Hong Kong. Am Ende des Containers stand ein Ikebana-Objekt aus der Serie „Ike-100-Yen-Shop“ der Künstlerin. Für Senge ist die bewusste Auseinandersetzung mit Konsum ein erster Schritt zur freien Entscheidung: „Durch die Bewusstmachung dessen, was wir kaufen, sind wir Manipulationen nicht mehr ausgesetzt.“

Vertreten durch ato-Kunstagentin Norina Quinte

Kino-Container · 2022

Null zu Null

Milena Bühring und Judith Florence Ehrhardt

Video

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Die Videoarbeit ist ein Gedankenexperiment, das sich aus feministischer Perspektive mit der Exklusivität von Körpern in Räumen beschäftigt. Die Performerinnen stellen sich vor, wie zwei heteronormative Cis-Männer einen Zockerabend veranstalten. Durch ihre Einmischung verschwimmen die sonst klar zugeordneten Posen und Gesprächsfetzen.

Karten mit kurzen Sätzen hängen am Geländer der oberen Empore, dahinter unscharfes Grün.
Foto: Sebastian Heck

Gerüst, Reling der oberen Empore · 2022

Strukturierte Sätze

Sibylle Wagner

Geprintete Folie auf Polycarbonat

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Etwa 40 Sätze von Zeitgenoss:innen, einige auch von Verstorbenen, hingen in Postkartengröße am Gerüst des WERKstattPALAST.

Vertreten durch ato-Kunstagentin Norina Quinte

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Stimmen · Was ist Struktur?

Was Beteiligte dazu sagen.

„„Wie lautet deine Definition von Infrastruktur?“ Infrastruktur ist für mich im besten Falle ein gut funktionierendes Gefüge aus einem sozialen und technischen Miteinander. Ein System, in dem wir uns bewegen, vorankommen und uns austauschen. Die Infrastruktur sollte uns in jeder Hinsicht dienlich sein, um unser Miteinander reibungslos und dynamisch zu gestalten. Unter reibungslos verstehe ich jedoch keine aalglatte und konfliktlose Welt, sondern ein gut ineinandergreifendes Zahnrad, das ineinandergreift und in dem miteinander gearbeitet wird, um das System am Laufen zu halten.“

Hannah Cooke · Künstlerin (Medienkunst und Performance)

„Wenn man sie selbst schafft, ist sie hilfreich, wenn sie von außen kommt, ist sie störend. Eine Struktur kann einerseits eine Hilfe sein, eine Stütze, um sich zu orientieren und um zu vereinfachen. Andererseits kann eine Struktur aber auch bewirken, dass man an manchen Stellen blind ist, weil man es nicht schafft, sich von dieser Struktur zu lösen, oder sich nicht traut, verrückt oder aus dem Raster zu denken.“

Luise Peschko · Medienkünstlerin, Studentin an der HfG Karlsruhe

„„Welche Struktur steckt in deiner Arbeit?“ Es handelt sich um lockere Verknüpfungen verschiedener aufeinander bezogener Arbeitsweisen. Je nach eigener Aufgabenstellung, der inneren Notwendigkeit und auch von außen an mich getragenen Aufgaben ist ein recht vielschichtiges Œuvre entstanden.“

Sibylle Wagner · Künstlerin

Kontakt · supermorgen

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