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Thema 4 von 8 · 11 Veranstaltungen

Bauen, Material, Kreislauf

Wie bauen wir Infrastruktur, die weder Menschen noch Ressourcen verschleißt?

Der KIT Innovation HUB – Prävention im Bauwesen arbeitet daran, die Lebensdauer von Bauwerken zu erhöhen und Infrastruktur nachhaltiger zu machen. Sein Leiter Andreas Gerdes eröffnete die Salon-Donnerstage mit dem Vortrag „Alles im Leben ist eine Brücke“. Es folgten Talks und Vorträge wie „Von Nano zu Makro“, „Verkehrsnetze spinnen“, „Kreislauffähig“ und der Dialog „Kreislauf in Schwung bringen“. Frank Steffens berichtete aus der Bauwirtschaft, Janosch Ottenschläger stellte Strategien für die Kreislaufstadt vor.

Greifbar wurde das Thema in der Materialbibliothek: 25 Meter Gerüst, 32 Fächer, vier Narrative aus Bauchemie, Biodesign, Kunst und Rheinhafen. Gips, Lehm und Zement lagen neben Scoby, Götterspeise und Aluminium vom Schrottplatz, bewusst ohne Etiketten. Ein Quartett mit 32 Karten lieferte das Hintergrundwissen, etwa zur Kreislauffähigkeit von Gips. An den Sonntagen konnten Kinder mit Gips und Porenbeton gestalten.

Auch in der Kunst ging es um Material: Kristiane Kegelmann kombinierte Stahl, Granit und Seide, Dennis Ulbrich baute die Eingangstore aus Fundstücken aus dem Hafen, Verena Schmidts Materialcluster unterliefen jede Kategorie. Die WSP-Publikation fasst das im Kapitel „Material“ zusammen: In Deutschland werden jährlich rund 14.000 Gebäude abgerissen und rund 130.000 neu gebaut, Gebäude verursachen etwa 40 % der CO₂-Emissionen.

Fragen

Fragen, die wir verhandelt haben.

  1. Was ist überhaupt Infrastruktur, und warum hat sie keine Lobby, bis kein Wasser mehr läuft?
  2. Wie lassen sich Bauwerke länger nutzen und Materialien im Kreislauf führen?
  3. Welche Kreislauffähigkeit steckt in Gips, Lehm oder Beton?
  4. Kann ein Hafen zur Kreislaufstadt werden?
  5. Wer gestaltet und baut nachhaltige Infrastruktur?

Kunst

Werke, die dazu arbeiten.

Ein Tor aus Wellblech, Folien und Metallplatten in unterschiedlichen Farben steht auf der Wiese.
Foto: Sebastian Heck

Eingangstore des Geländes · 2022

4 x Tor

Dennis Ulbrich

Metall, Holz, Kunststoff, Plexiglas, Farbe

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Das Kunstwerk war Eingang und Ausgang zum Gelände, und genau damit spielt es: zwei Tore, die sich öffnen und schließen lassen, sodass Vorder- und Rückseite eine eigene Rolle bekommen. Die Flechtarbeit funktioniert von beiden Seiten und spielt mit halbtransparenten Materialien wie Folien. So entsteht eine Verbindung zwischen „offen“ und „geschlossen“. Ein Großteil der Materialien stammt aus der Umgebung des Rheinhafens.

Vertreten durch ato-Kunstagentin Norina Quinte

Kino-Container · 2015

Are we Human?

Mustafa Emin Büyükcoşkun

Video

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Im fruchtbaren Land Mesopotamiens, mitten in einer Konfliktzone, graben Bagger das Herz einer antiken Stadt um und stellen die Topografie auf den Kopf. Die Choreografie der Maschinen birgt zugleich das „guilty pleasure“, Baustellen zuzuschauen. What is the cost of our structures?

Vertreten durch ato-Kunstagentin Didem Yazıcı

Container 2 (ab 29. September)

Doppeltes Glück / Untitled / Eingefasst No. 13

Kristiane Kegelmann

Granit, Stahl, Baunetz, ungebrannter Ton, Zuckerwasser / Stahl, Lack, Seide, Kupfer / Stahl, Aluminium, Baunetz, Ton, Sonnenblumen, Acrylfarbe

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Drei Arbeiten, in denen Materialien aufeinandertreffen: Granit auf Baunetz und Zuckerwasser („Doppeltes Glück“, 2018), fragile Seide mit leichten Wolkenmotiven auf Stahl („Untitled“, 2020), poliertes Metall auf Ton, Acrylfarbe und Blütenblätter („Eingefasst No. 13“, 2019). Die Begegnung der Materialien, ihre Veränderung, etwa bei natürlichen Stoffen, und die Interaktion mit den Betrachtenden sind für Kegelmanns Arbeit wesentlich. Schon ein leichter Luftstoß setzt die Seide in Bewegung.

Vertreten durch ato-Kunstagentin Norina Quinte

Gerüstfächer mit farbigen Skulpturen aus Stein, Papiermaché, Seife und Keramik zwischen Kabeln und Absperrband.
Foto: Sebastian Heck

Materialbibliothek · 2022

Es Stellt-sich-ein

Verena Schmidt

Stein, Papiermaché, aufgelöste Zuckerstücke, Seifengüsse, Holz und Löcher, Plastiktüten, Keramik

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Die Installation ist ein großes Stelldichein aus Materialien. In einem zunächst wilden Miteinander positionieren sich Cluster zu energetischen Strukturen. Sie justieren sich selbst, verschmelzen und tauschen Plätze; die Dinge und Imitationen trotzen ihrem Materialverständnis, beugen jede Definition, untergraben Hierarchien und hinterfragen tradierte Systematiken. Die Arbeit entstand vor Ort und bildete in der Materialbibliothek das Narrativ „Kunst“.

Vertreten durch ato-Kunstagentin Lea Grosz

Die dunkle, senkrecht gerippte Fassade des Gebäudes auf der Wiese, links ein roter Stahlarm.
Foto: Sebastian Heck

Fassade · 2022

F-A-S-S-A-D-E

Constanze Zacharias

Kokos, Bast, maritimer Dichtstoff

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Selbst einfache Strukturen können verkleben und verkrusten, ein Vorgang, der sie aufdröseln, stabilisieren oder erstarren lassen kann. Das mit Dichtstoff aus dem Bootsbau verklebte „Tauwerk“ nutzt die klar gegliederte, glatte Fassade und wird zur kontrastierenden, vielleicht parasitären Binnenstruktur.

Vertreten durch ato-Kunstagentin Norina Quinte

Alle Werke →

Fotos

So sah das vor Ort aus.

Stimmen · Was ist Struktur?

Was Beteiligte dazu sagen.

„Ein das „Dazwischen“ Beherbergendes, Unterstützendes, Durchdringendes, welches – je nachdem ob starr, fluide, biegsam, porös o. Ä. – das „Dazwischen“ gefangen hält oder aber ihm zu seinen Möglichkeiten verhilft.“

Constanze Zacharias · Künstlerin

„Alles hängt mit allem zusammen.“

Dennis Ulbrich · Künstler

„Ich würde Struktur als die innere Logik eines Systems oder eines Netzwerks beschreiben, dessen einzelne Teile in einer eher trägen bzw. gefestigten Art zueinander in Beziehung stehen. Dies kann der Aufbau einer Konstruktion, deren Teile fest verbunden sind, die Grundgedanken eines Wertesystems oder die scheinbare Notwendigkeit eines bürokratischen Ablaufs sein.“

Jannik Lang · Produktdesign-Student, HfG Karlsruhe

Kontakt · supermorgen

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