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Thema 5 von 8 · 6 Veranstaltungen

Biologie und Biodesign

Was können wir von lebenden Systemen lernen?

„Wir sind keine Individuen“ hieß das Gespräch am 3. September, mit der Wissenschaftstheoretikerin Lena Reitschuster (HfG Karlsruhe) und dem Mikrobiologen Thomas Schwartz (KIT), moderiert von Tina Becker. Es ging um symbiotische Verbindungen und das Konzept des Holobionten, „ein Begriff aus der Biologie, der dann über die Philosophie oder über Sozial- oder Kulturwissenschaften hoffentlich auch politisch wird“.

Das Bio Design Lab der HfG Karlsruhe hat die Materialbibliothek mitentwickelt. Im Narrativ Biodesign lagen ein Helm aus Myzel, ein Teppich aus Algen, ein Schild aus Scoby, ein Material aus Eierschalen und ein Stuhl aus Flachs und Kartoffelstärke. Im Workshop „How to Bio Design?“ ging es darum, wie wir mit Mikroorganismen kollaborieren können und welche ökologische Verantwortung Gestalter:innen dabei tragen.

Anthropos Ex suchte drei Tage lang nach einem Theater für das Anthropozän, das Mensch und Nicht-Mensch eine Bühne gibt. In der Ausstellung zeigte Maike Denker Spuren der Metamorphose des Tagpfauenauges, Alex Besta verarbeitete den gelben Kiefernpollen des Sommers 2022, eine Angstblüte als Folge des Klimawandels. Die WSP-Publikation fasst diese Beiträge im Kapitel „Natur“ zusammen.

Fragen

Fragen, die wir verhandelt haben.

  1. Was bedeutet es, dass wir Holobionten sind und keine Individuen?
  2. Wie können wir mit Mikroorganismen kollaborieren?
  3. Welche ökologische Verantwortung haben Künstler:innen und Designer:innen?
  4. Wie sieht ein Theater aus, das Mensch und Nicht-Mensch eine Bühne gibt?
  5. Was können Mensch und Gesellschaft von nicht-menschlichen Strukturen lernen?

Kunst

Werke, die dazu arbeiten.

Container · 2022

Cartographer / Shelter

Maike Denker

Spuren der Metamorphose des Tagpfauenauges auf Papier (Triptychon) / verlassene Puppenhüllen, jeweils hinter Museumsglas

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„Cartographer“: Gewebe und Farbstoffe, die bei der Metamorphose übrig bleiben, bringen Schmetterlinge unmittelbar nach dem Schlüpfen zu Papier. Ungeachtet aller Schönheit formt sich das Bild eines Kampfes: Falter mit dunkleren Flügeln verschwinden, weil sie ihre Körpertemperatur schlechter regulieren können.

„Shelter“: Die Puppen des Tagpfauenauges hat die Künstlerin auf einer urbanen Brachfläche kurz vor der Bebauung aufgelesen. Ihr Atelier wurde zum Schutzraum für die Raupen, die dort ihre Verwandlung begannen.

Vertreten durch ato-Kunstagentin Norina Quinte

Dunkle, steinartige Objekte stehen auf gestapelten weißen Sockeln im Container.
Foto: Sebastian Heck

Container · 2022

Gelbe Städte

Alex Besta

Rauminstallation aus Video, Skulptur und Sound

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Eine landschaftliche Abhandlung und eine dystopische Annäherung. Der Titel bezieht sich auf den feinen gelben Staub, der im Sommer 2022 die Städte überzog: eine Art Angstblüte der Kiefern, ausgelöst durch klimatische Veränderungen. Die installative Arbeit kreist um Anpassung an den Klimawandel, um Verletzlichkeit und um die Vorstellung, der Mensch könne die Natur vollständig beherrschen.

Videoschnitt: Philippe Mainz · Stimme: Anela Luzi · Videobeiträge: Alex Besta, Lena Loy, Nik Lock, Philippe Mainz, Tibor Pilz. Unterstützt durch ein Arbeitsstipendium der Kunststiftung Bonn/Neustart Kultur.

Vertreten durch ato-Kunstagentin Norina Quinte

2022

Grasinsel 2.0

Tina Becker

Kunstrasen, EPS

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Eine Arbeit von Tina Becker (KIT Innovation HUB) aus Kunstrasen und EPS. Zur Arbeit gibt es keinen weiteren Labeltext.

Kino-Container · 2022

insle

Sebastian Schönfeld

Film

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„Islands are the peaks of a landmass with no visible bridge.“ Der Film nähert sich im Winter dem Gebiet um Rappenwört in Karlsruhe: einem Ort ohne Menschen und doch voller menschlicher Projektionen. Stimmen mit ganz eigenen Beziehungen zu dieser Insel am Stadtrand erzeugen einen archivischen Raum zwischen spätsaisonaler Stille und Abenteuerlust.

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Fotos

So sah das vor Ort aus.

Stimmen · Was ist Struktur?

Was Beteiligte dazu sagen.

„„Welche Struktur steckt in deiner Arbeit?“ Ich untersuche in meiner Arbeit die Entstehung sozialer Ordnungen und ästhetischer Phänomene, stets in Hinblick auf deren historischen und gesellschaftlichen Kontext.“

Alex Besta · Künstlerin, Installation und Sound

„Struktur ist etwas, das Dinge für Manche ermöglicht, indem sie Dinge für Andere verunmöglicht. Struktur ist die Folge einer Reihe von weitreichenden Entscheidungen.“

Anthropos Ex · Theaterkollektiv, vertreten durch Mira Hirtz und Maximilian Grünewald

„„Wie lautet deine Definition von Infrastruktur?“ Infrastruktur sind die Mittel zur Verteilung von Dingen, auf die potenziell viele Personen Zugriff haben sollen. Infrastruktur ist das Stromnetz, sind Telefonleitungen, Wasserversorgung, Heizung, Post, Schulen, Bildung, Radio, Internet, Fernsehen, Verkehr, ÖPNV, Gütertransporte, Nahrungsversorgung, Krankheitsversorgung, Universitäten, Weiterentwicklung von Erfindungen, Förderung, Steuern, Rente, Verteilung von Wohlstand, Vorräte, Ernte.“

Lisa Bergmann · Kuratorin, Künstlerin, Fotografin, Kunstagentin bei ato

Kontakt · supermorgen

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