Wie forschen Kunst und Wissenschaft gemeinsam, auf Augenhöhe?
Der WERKstattPALAST wurde von zwei sehr unterschiedlichen Partnern veranstaltet: von ato, einer Kunstplattform, und dem KIT Innovation HUB – Prävention im Bauwesen. Ziel war eine „Plattform der Perspektivenvielfalt“, auf der die Forschungssprachen von Kunst, Wissenschaft und Bürger:innen gleich viel gelten. Räumlich hieß das: eine 25 Meter lange Tafel, an der Moderation, Gäste und Publikum zusammensaßen, ohne Trennung.
Der Rückblick von 2023 beschreibt, dass schon nach zwei Wochen Beiträge aus Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft „fast spielerisch“ zu den eigenen Fachpositionen hinzukamen: Wissenschaftler:innen ließen sich Kunstwerke erklären, Künstler:innen fragten nach dem Materialverhalten ihrer Arbeiten.
Im Programm ging es immer wieder um diese Zusammenarbeit. Felix Leon Zohlen sprach über „Schöne Forschung“, beim Talk „Beziehungshorizonte“ ging es um Paare zwischen Kunst und Wissenschaft. Anthropos Ex fragte: „Transdisziplinäres Forschen: Welche Plattformen wünschen wir uns?“ Zum Schluss zogen ato und KIT HUB ein Resümee, und am letzten Tag sprachen sie mit dem Bio Design Lab über die „Zukunft der Interdisziplinarität?“. Aus dem WERKstattPALAST ist das Forschungsprojekt ARTCOM hervorgegangen, in dem die WSP-Publikation entstand.
Fragen
Fragen, die wir verhandelt haben.
IWie entwickelt man fachübergreifend Begegnungsorte ohne Hierarchie?
IIWelche Strukturen braucht es, damit Disziplinen an gemeinsamen Themen forschen können?
IIIWie denken wir über Finanzierungsmodelle, Zeiträume und Sprachen nach?
IVWelchen Einfluss haben freie künstlerische Beiträge auf neue Technologien und Lebensräume?
VWie verhindert man, dass Kunst in Kooperationen zur Dienstleisterin wird?
Programm
Veranstaltungen zum Thema.
14 Programmpunkte zwischen 12. August und 15. Oktober 2022, chronologisch.
SurrealLabor: Andreas Hölldorfer, Julia Ihls, Marius Probst
PVC-Schlauch, Kupferspulen, 3D-gedruckte Murmeln aus Bio-Harz, Fahrradkette, Kondensatoren
Zum Werk
Die kinetische Licht-Installation ist eine ortsspezifische Arbeit für den WERKstattPALAST und ein experimenteller Kommentar zum Thema Infrastruktur. Ein PVC-Schlauch formt eine gewundene „8“. In seinem Inneren rollen mit LEDs bestückte Kugeln hinab, die ihre Energie, ähnlich wie beim induktiven Laden, magnetisch über Kupferspulen erhalten. Ein motorisierter Aufzug aus Fahrradketten befördert sie anschließend wieder nach oben.
Außenansicht bei Nacht · Preview · Foto: Sebastian Heck
Luftbild mit Hafenbecken · Preview · Foto: Sebastian Heck
„Die Bretter, die die Bretter bedeuten“ · Anthropos Ex · Freitat · Foto: Sebastian Heck
„Die Bretter, die die Bretter bedeuten“ · Anthropos Ex · Freitat · Foto: Sebastian Heck
Vortrag „Alles im Leben ist eine Brücke“ · Salon · Foto: Yael Kolb
Vortrag „Alles im Leben ist eine Brücke“ · Salon · Foto: Sebastian Heck
Stimmen · Was ist Struktur?
Was Beteiligte dazu sagen.
„Für mich macht das Wort Struktur nur im Kontext Sinn, allein kann sich dahinter quasi alles verstecken. Jede Ansammlung von Elementen hat eine Struktur.“
„Struktur ist etwas, das Dinge für Manche ermöglicht, indem sie Dinge für Andere verunmöglicht. Struktur ist die Folge einer Reihe von weitreichenden Entscheidungen.“
„Struktur ist eine Grundlage für Ideen. Ein Gerüst, das ein Zusammenfügen und Erschaffen ermöglicht, das Raum schafft für alles Mögliche und Unmögliche.“