Programm

Samstag · · 15:00 Uhr · Dialog

Zukunft der Interdisziplinarität?

Abschlussgespräch am letzten Tag: Wie geht es weiter mit der Zusammenarbeit von Kunst, Wissenschaft und Gestaltung?

TalkEmpfehlungArchiv · WERKstattPALAST 2022

Worum es ging

Am letzten Tag des WERKstattPALAST sprachen der KIT Innovation HUB, ato und das Bio Design Lab der HfG Karlsruhe über die Zukunft der Zusammenarbeit über Disziplinen hinweg. Das Programmheft nennt nur „Abschlussgespräch“. Ein Mitschnitt liegt im Archiv als Transkript vor.

Beteiligte

KIT Innovation HUB, ato und Bio Design Lab der HfG Karlsruhe

  • Bio Design Lab der HfG Karlsruhe

    Programmpartner · HfG Karlsruhe

    Labor der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe für nachhaltige Werkstoffe in Kunst und Design, geleitet von Julia Ihls. Es hat die Materialbibliothek und das WERKstattPALAST-Quartett mitentwickelt.

Eine Performerin liegt ausgestreckt auf dem hell beleuchteten Boden.
Foto aus dem Themenfeld · „Die Bretter, die die Bretter bedeuten“ · Anthropos Ex · Freitat · Foto: Sebastian Heck

Medien

  • audio · 1:38:08

    „Zukunft der Interdisziplinarität?“

    Abschlussgespräch mit KIT Innovation HUB, ato und dem Bio Design Lab der HfG Karlsruhe.

    Transkript

    Automatische Transkription, nicht redigiert. Namen und Fachbegriffe können fehlerhaft sein.

    Sprecher:in 1: die Innovation habe. Die, die schon häufiger da waren, wissen wir das glaube ich mittlerweile, und ich würde ganz kurz die Runde heute auch noch mal kurz vorstellen Hier zu meiner Linken sitzt mein Kollege David Seiler auch vom Innovation Hab Hanna Klein, Norina Quinte, Andreas Höllen Dörfer von Artur, dann Julia Isai vom Bayer Design Lab, die sich auch in der Material auch wiederfinden Workshop Formaten und dann noch mal EM Keller und Steffi Stefanie Rothe von Art. Und gleich dürfen wir noch unseren wissenschaftlichen Leiter vom Innovation begrüßen, den Andreas Gerdes. Der sitzt aber noch in der Straßenbahn, und sie wird dann aber in der also genau erst in der falschen Deswegen. Genau der wird dann aber noch dazu stoßen. Heute wollen wir ja über die Zukunft der Interdisziplinarität sprechen, was natürlich auch eine große Ankündigung ist. Und um darauf einzugehen, würde ich aber, ach so genau, eine Sache, die ich nicht vergessen darf Wir nehmen die Gespräche ja immer auf, das heißt, wenn Fragen sind zwischendrin gerne auch ins Mikrofon, dass wir auch die Frage dann auf der Aufnahme haben und gerne fragen, auch einfach zwischen Rein oder Kommentare, nicht um Fragen also ihr seid alle herzlich eingeladen, mitzudiskutieren. Ich habe gedacht, als Einstieg wäre es vielleicht, bevor man über Interdisziplinarität spricht, gar nicht schlecht, mal zu definieren, was eigentlich eine wissenschaftliche oder künstlerische Disziplin ist und wen von ato darf ich denn da zum Beispiel? Hannah oder

    Sprecher:in 2: Ich mach mal den Anfang, da ich natürlich jetzt vom Ursprung her auch nicht unbedingt die künstlerische Disziplin habe, kannst du gerne ergänzen, dann noch oder ihr Ja, also was ist eine künstlerische Disziplin? Ich glaube in der Kunst, wir sprechen ja oft von der künstlerischen Praxis, vielleicht kann man das so ein bisschen einmal definieren, und du kannst dann gerne noch mal weiter ergänzen Die künstlerische Praxis verstehe ich als die konzentrierte Auseinandersetzung mit ja entweder einem bestimmten Thema oder einer Themen Richtung oder Dingen, die man beobachtet oder ja in in der Welt für für gut, für schlecht erachtet, für schön, für Neutral und da auch sozusagen die Möglichkeit zu haben. Und, ganz wichtig auch die Freiheit in verschiedenster Form, das heißt in unterschiedlichster Ausdrucksweise, sowohl im künstlerischen Schaffen als auch in der Herangehensweise, sich dem zu nähern. Und ja, das ist, glaube ich, ich überlege, Hast du noch eine Ergänzung zur künstlerischen Praxis?

    Sprecher:in 3: Zumindest würde ich es unterstützen und insofern sagen Für mich da, wo die verbale Sprachfähigkeit aufhört, fängt vielleicht auch der künstlerische die künstlerische Praxis an. Also wenn ich mit meiner eigenen Sprache entweder über Bild oder über andere Medien versuche, meinen Welt Bezug zu veranschaulichen vielleicht oder auch die, die den Grund, meine innere Notwendigkeit oder aufs in einen Raum zu bringen, an andere Schnittstellen zu überführen, das würde ich sagen, und ich bin total neugierig und würde gerne höll, nämlich fragen, wie er wissenschaftliche Praxis im Kontrast zur künstlerischen definiert, Wenn ich so eine Frage weitergeben darf, Tina

    Sprecher:in 1: auf jeden Fall, Ich komme danach noch mal zur Disziplin und von der OP ist wieder weg. Aber wir können gerne erst mal bei der Praxis bleiben.

    Sprecher:in 4: Ja, also erst noch mal bin ich kein Wissenschaftler, das will ich schon mal ganz klarstellen Ich bin Ingenieur, das ist durchaus was anderes. Also man arbeitet da mit den wissenschaftlichen Methoden, aber Ziel ist eben nicht wissend zu generieren, sondern tatsächlich ein reales Outcome pro Produkt, was, was auch immer und zu dieser Disziplin, dass es ein bisschen überholt, meiner Ansicht nach überhaupt, dass es sich über das ja so eine Lagerbildung und so sich sein ding abstecken und versuchen irgendwie in dem bereich möglichst viel zu akkumulieren. Und im endeffekt bringt es eigentlich nichts, solange man als gruppe sich über die ziele einig ist wo man hin will reicht das? Da muss man dann halt gucken wer was macht.

    Sprecher:in 1: Aber also man braucht deiner ansicht nach keine disziplinierung

    Sprecher:in 4: ähm wahrscheinlich nicht weil das schränkt einen ja auch wieder ein. Man muss sich natürlich spezialisieren auf irgendwas wo man sagen kann. Das ist einem besonders wichtig und da oder das macht mir besonders spaß und da muss ich da habe ich interesse mich dran reinzufuchsen weil man kann halt nicht alles machen wär schön, aber so alt wird man nicht und das heißt man ist natürlich auf irgendwas spezialisiert in der form, dass man sich da besonders gut auskennt, aber sich dann zu disziplinieren nur das zu machen oder nur in diesem bereich zu arbeiten ist ja da kann man sich das ist ja eine fußfessel

    Sprecher:in 5: nach einem kurzen kurze anmerkung es gibt ja in ein paar jahren ganz viel dieser diskurs um artistik research oder auch design forschung, was ja wo gerade glaube ich sehr viel sehr viel drüber geredet wird und eine recht alte definit oder definition als eine Unterscheidung zwischen künstlerischer oder gestalterischer und wissenschaftlicher Praxis war wissenschaftlichkeit wurde mit Analyse und gestalterisch künstlerische Praxis oder arbeiten mit Synthese gleich quads Wissenschaftlichkeit mit einer Art Bestandsaufnahme zu tun hat und künstlerische Praxis mit der Schaffung von, weil sie eher zukunftsgerichtet neue Dinge zusammengebracht hat, was aber, wie gesagt völlig outdated ist und ich glaube, darüber kann man jetzt diskutieren, aber zum Thema immer so immer so ein Standpunkt mal hinzusetzen, an dem man sich jetzt abarbeiten kann.

    Sprecher:in 1: Danke schön, ich würde gern david auch noch mal dazu fragen der als dich darf man als wissenschaftler bezeichnen, oder

    Sprecher:in 6: ja ja ja ja das darf man, ich bin geowissenschaftler und hab da eine disziplin kennengelernt, die von sich aus sich kaum einschränken lässt auf nur eine disziplin, weil es einfach viel zu viele Berührungspunkte mit anderen Themen gibt, ähm auf diese Ausgangsfrage zurückzukommen was bedeutet das? Für mich ist es eine verortung, die es vielleicht am Anfang einfacher macht, Grundlagen kennenzulernen einen ausbildungsweg für sich zu entwickeln und aus diesem heraus dann möglichkeiten zu suchen, diese disziplinen Grenzen aktiv zu überschreiten, um dann eben auch sich Zielen zu nähern, gemeinsam Ziele ausmachen zu können. Aber sich eben auch berufen zu können, auf eine gewisse Grundlage. Und da ist, glaube ich, diese erste Einordnung, die wenn sie sich nicht oft hinterfragt, wenn sie sie sich nicht selbst reflektiert und nicht weiterentwickelt, langfristig eine Rückschau bleiben wird und dadurch ja auch Strukturen erwachsen sind in der einen oder anderen Einrichtung, die dann nicht besonders zukunftsfähig sind, weil sie eben nicht sich weiterentwickelt haben, um aus dieser ersten Kategorisierung herauszutreten.

    Sprecher:in 1: Okay, ja, sehr selbstverständlich alles was ihr hier sagt, das äh, äh okay, ähm gut ich. Ich hatte mir natürlich so ein bisschen erhofft, dass dass wir jetzt erst mal so mit harten Definitionen von Disziplinen hier starten können, um dann auf die Interdisziplinarität einzugehen, aber ich denke auch, dass ein Stück weit Interdisziplinarität gegeben ist in der Arbeit Praxis, sowohl in der Wissenschaft als auch in der Kunst, einfach auch über Begrifflichkeiten, aber genau jetzt würde ich gerne noch den Begriff der Transdisziplinarität auch noch mal mit euch aufmachen, der ja ich glaube, das wird oft auch synonym verwendet und vielleicht hat jemand da noch mal auch eine gute Antwort um noch mal interdisziplinär und transdisziplinäre Julia greift schon nach dem Mikro da noch mal einfach kurz eine Einleitung zu geben, über was wir da genau sprechen.

    Sprecher:in 5: Also ich glaube, so wie ich es mal verstanden oder gelesen habe ist es so, dass interdisziplinarität, dann geht man immer noch davon aus, dass es so eine Art wie Gattungsgrenzen gibt, also Wissenschaft, Kunst, Design und dann quasi innerhalb der Disziplin der Wissenschaft können dann verschiedene unter wissenschaftliche Disziplinen miteinander kooperieren, sozusagen in der Geowissenschaften man vielleicht Geografie oder was weiß nicht Hydrologie was auch immer noch alles dazukommt und transdisziplinarität wäre dann quasi qua Definition über diese Disziplin Grenzen, also Kunstwissenschaft, gestaltung was man immer noch dazupassen möchte damit zu an also noch mal quasi der Schritt auf der Mieter Ebene. Aber da gibt es sicherlich auch unterschiedliche Auslegungen

    Sprecher:in 6: ich würde da gerne noch eine Erweiterung dazu machen, nämlich den expliziten Einbezug nicht wissenschaftlicher außer wissenschaftlicher Akteure Akteurinnen, die in Forschungsfragen damit mit einbezogen werden, um auch 11 Reflexions ram zu sein für wissenschaftliches Arbeiten also wenn wir erst mal bei diesem wissenschaftlichen Teil bleiben. Aber Transen ist quasi ein Kanal, der in zwei Richtungen offen ist und der von beiden Richtungen bespielt werden muss, damit man möglicherweise Lösungen findet, zumindest Ansätze auf riesige Herausforderungen, die man in Disziplinen schon lange nicht mehr lösen kann und auch durch Interdisziplinarität auch nicht mehr lösen kann und dafür ist es ganz wichtig, dass es dann diesen reflexions ram in diese gesellschaft hineingibt und zum beispiel auch einfach um grundlegende bedarfe und bedürfnisse kennenzulernen und zu integrieren.

    Sprecher:in 5: Ich wollte nur gerade noch ergänzen oder mich selber auch noch ergänzen, wenn ich mit ganzer frre von kunst und gestaltung und wissenschaft gesprochen habe. Ich glaube eben was du gerade sagtest ist so ein es kommt nicht auf die nicht mal vielleicht nicht künstlerische nicht wissenschaftliche außerhalb von all dem prak ist also ich sage mal so was wie situiertes wissen traditionen, handwerk, ganz viel was da brechen. Diese grenzen glaube ich auch auf und ich glaube da ist mit dem begriff transdisziplinarität. Vielleicht ist es auch sowas wie ich glaube mal jetzt diesen begriff auf augenhöhe zu sprechen, aber quasi so einen gegenseitigen respekt von unterschiedlichen formen von epidemischen dingen, wissens anordnungen was auch immer wissen überhaupt generiert

    Sprecher:in 6: ja auch so ein experten. Wir sind einfach für lebensrealitäten und das einzige was vielleicht jetzt noch in einer tollen liste gerade gefehlt das leid oder was man ergänzen könnte wäre ein implizite wissen. Aber da haben wir ja eine riesen liste, was alles reinfällt, wenn man jetzt sich aus der kunst dann noch mehr mit befassen würde, wie würdet ihr das denn beschreiben wollen? Weil ich glaube da ist die definition ein bisschen schwieriger, könnte ich mir vorstellen

    Sprecher:in 3: von diesen trans und Interdisziplinarität begrifflichkeiten meinst du wie man die unter einen oder wie wir es verstehen würden aus den künsten heraus super schwierige frage also ist richtig gemein ich habe gerade überlegt ob es auch spannend wäre, weil wir ja gleich spüren julia, du hast dir ja auch schon viele gedanken gemacht zur interdisziplinären arbeitsformen beziehungsweise. Arbeitest du ja auch an der schnittstelle du leitest an der hochschule für gestaltung das bio design lab und da bist du ja eigentlich eine art schnittstelle oder hybride vor also genau wie würdest du denn jemanden beschreiben der außerhalb des fachs arbeitet was du da machst? Also es ist eine wissenschafts praktizierst du design was genau findest du da bei dieser arbeitsform? Weil es ja genau schnittstellen berührt? Also ist das für dich transdisziplinäre arbeiten interdisziplinär, spielt überhaupt eine rolle? Müssen wir es definieren?

    Sprecher:in 5: Ich glaube ich würde prinzipiell würde ich gerne sagen, hier spielt gar keine Rolle. Ist überhaupt nicht so. Stimmt nicht, also ich glaube so mit mit bio design wie der name schon sagt, es ist qua definition drauf ausgelegt, irgendwo zwischen den zwischen den Disziplinen sich anzu also zu situieren, wenn man irgendwann Biologie, Chemie, Physik, Design, Kunst irgendwo so sich dazwischen verortet. Und je nach Institution, wo man ist wird es auch anders ausgelegt. Aus der arbeit praxis heraus würde ich sagen Dadurch, dass das Bio design lip an einer Gestaltungs Hochschule angedockt ist, ist es wohl oder übel irgendwie doch mehr aus einer gestalterisch künstlerischen Perspektive. Wäre jetzt ein Bio Design vielleicht am kit angeordnet, wäre es vielleicht erst mal eher aus einer wissenschaftlichen Perspektive heraus. Ich glaube, das hat dann ganz viel auch mit Institutionen zu tun und da kann man vielleicht auch noch mal darüber sprechen, wie viel wird da irgendwie schon mitgegeben, qua quasi so eine Statute qua Ort also was haben diese Orte eigentlich auch damit zu tun, wie Arbeit oder Praxis entsteht? Aber aus meiner persönlichen Erfahrung an dieser Schnittstelle ist Glaube das Allerwichtigste bisher für mich es geht die gerne Zeit, um Übersetzungsleistungen und eigentlich immer Menschen zu finden, auch meiner Erfahrung nach wirklich? Das hat ganz viel mit den Leuten zu tun, ob man jemanden trifft auf der anderen Disziplin Insel, der neugierig ist, der einfach bock hat zu versuchen eine Sprache zu finden, die irgendwie in der Mitte funktioniert und ich glaube, das ist diese übersetzungsleistung die ganze zeit die man die man irgendwie um sich bemühen muss und die ist anstrengend auch also das ist sagen wir echt echt erwähnt, aber es ist ich würde schon sagen es ist halt auch wert, aber ich glaube ihr kennt das kennt es sicherlich auch aus eurer eurer Praxis heraus.

    Sprecher:in 3: Es gibt ja noch ein anderes Kooperationsprojekt, also zum einen die Material, die wir zu dritt entwickelt haben, also die drei Bereiche ato hab und bio design hier entwickelt haben. Zum anderen hast du aber auch mit h holly und marius die kugelbahn hinter uns gebaut und entwickelt könnt ihr uns erzählen wie das ablief? Also wenn ihr so sagt da unten finden wohin will man eigentlich? Äh, was war das für ein arbeiten?

    Sprecher:in 5: Es war dem nicht so an was war das mit arbeiten? Was war das für ein arbeiten? Also ich glaube mit der mit der kugelbahn, die eigentlich ja was Delta acht offiziell mal genannt war, aber eigentlich den inoffiziellen Titel Murmelbahn trägt. Ähm, ich glaube, da war es auch so ein uns innerhalb unserer Disziplin, das war halt natürlich irgendwie. Ich sag mal eine art geschlossener gestalterischen Perspektive gleichzeitig eine Ingenieure das zusammenzubringen und ich glaube ja, auf was zielt die Frage ab wie Wie lief das so ab? Also es war ein großer iteration Prozess, würde ich mal sagen. Ich glaube, man hat viel voneinander auch gelernt so, ich kann mittlerweile nicht mehr ganz die ganzen elektrotechnischen Komponenten aufzählen, die hatte ich mir extra mal beigebracht, aber ähm genau, möchtest du was ergänzen, Andreas

    Sprecher:in 4: ja, ich denke, es war halt ein iterativen Prozess, wir hatten die Idee, dass wir das machen wollten. Grundsätzlich glaube ich aus einem aus einem Technik, also aus einer aus einer Technologie raus, dass man damit was macht. Und dann die Idee, und dann hat man sich da so hin iteriert man hat was ausprobiert, geguckt, wie es funktioniert, hat weitergemacht, so wie man es halt macht, und aber ich weiß es nicht, Es war jetzt nicht so nicht so ein komplizierter Prozess, jetzt bei drei Leuten, die sich grundsätzlich verstehen menschlich. Ich glaube, darum im Endeffekt man kann das alles. Das ist jetzt ein bisschen platt. Man kann das alles irgendwie hoch wissenschaftlich und systematisch auseinander nehmen, dann hat man irgendwelche Projektmanagement pro das ist seit 70 jahren mehr oder minder ganz gut erforscht wie man das baut, aber am Ende sind es immer Menschen die das machen und wenn die es sich nicht verstehen, dann kann man das tollste System haben und dann funktioniert halt nichts und wenn die Menschen sich untereinander verstehen und wissen worauf sie hinarbeiten, dann können sie das beschissen das System aus und rum haben und es klappt trotzdem.

    Sprecher:in 1: Da kommen wir zum Thema Kommunikation noch mal

    Sprecher:in 3: genau darauf wollte ich nicht, aber du meinst, was willst du eigentlich hören? Ich glaube, ich wollte noch mal zurückkommen und darüber über dieses eine gemeinsame Sprache finden. Ist das überhaupt nötig? Das hatten wir jetzt die letzten zehn Wochen auch. Immer wieder geht es in genau darum, dass man nicht die Zeit verplempert, weil alle das gleiche Wissen am Ende haben müssen. Also braucht Julia das Vokabular von Höle, damit eine gelungene Arbeit entsteht also wohin bringt man sich in den Kommunikationsprozess, oder ist genau der Wert, dass du ein anderes Vokabular hast und man das zusammenbringt. Thema Kommunikation, wolltest du noch eine andere Frage erweitern stellen,

    Sprecher:in 1: Nee, wir können gerne erst mal kurz noch mal dabei bleiben. Wollt ihr euch dazu noch mal äußern?

    Sprecher:in 4: Ich glaub es ist nicht unbedingt nötig, dass man das hat, solange man sich einig ist, wo man hin will und grob einig ist, wo die Grenzen von was sind und die Schnittstellen definiert hat, wer welche Sachen macht und wie braucht man auch nicht unbedingt so, also nicht unbedingt ne, manchmal hilft es und manchmal ist es aber auch nur Overhead, der zu nichts führt, dass man man braucht nicht unbedingt eine gleiche Sprache, wenn die Arbeitsteilung sehr klar ist.

    Sprecher:in 5: Ich glaube auch, der Kontext spielt schon auch noch mal eine Rolle. Ne also, wenn man so sagt Okay, wir haben es also in dem Fall schließen sich drei Freunde zusammen und die aus unterschiedlichen Disziplinen kommen und sagen Wir machen was gemeinsam. Es ist ein ganz anderer Kontext, als wenn ich in einem Ich sag mal, Wie nenne ich das Wort jetzt? Professionalisiert ist irgendwie falsch, aber ich glaube, sobald glaube ich, Geld ins Spiel kommt und quasi Anstellungen ins Spiel kommen und das quasi nicht mit einer wenn man das mit Free Labour nennen möchte, also ich glaube, diese eine Art von von Druck verändert sich, würde ich sagen, wenn man quasi eben in so einem, vielleicht einem Anstellungsverhältnis ist und Institutionen mit Reinspielen also auf einmal ja ist es glaube ich, notwendig an Grenzen zu definieren, auch zum Beispiel, wenn es jetzt in der klassischen Wissenschaft auch eben wenn wir auf dem Kulturbetrieb ja auch von Geldbeschaffung Mechanismen zum Beispiel sprechen Antrags sprechen. Da ist ein ganz anderer Druck dahinter auch Ziele zu definieren. Und die Ich sage mal Experimentierfreude ist vielleicht auch eine ganz andere.

    Sprecher:in 1: Danke schön, ich wollte auch auf das Vokabular trotzdem noch mal zurückkommen, weil ich mich jetzt auch gefragt hab, ob das nicht, vielleicht auch sozusagen die Disziplin ein Stück weit definiert, dass man ein gemeinsames Vokabular hat, und wenn man merkt, es gibt Grenzen der kommunizierbar untereinander, dass das vielleicht dann auch Interdisziplinarität oder Transdisziplinarität schon beschreiben könnte. Vielleicht einmal die Du, du guckst sehr kritisch, möchtest du dich? Ich bin nur konzentriert am Zuhören, ehrlich gesagt, gerade ich würde mich melden, wenn ich okay, äh so, ich freue mich, ich habe ja schon angekündigt, äh, Andreas Gerdes noch in der Runde begrüßen zu dürfen. Wir sind jetzt schon knietief drin. Äh da genau ich äh genau,

    Sprecher:in 7: ich musste feststellen, dass mein intellekt nicht ausreicht dass karlsruher ist und tram system zu verstehen deshalb entschuldigung das s 55 das war alles nur fünf

    Sprecher:in 1: okay, dann lassen wir dich erst mal ankommen und du steigst dann einfach mit ein wenn du dich ein bisschen reingehört hast vielleicht ähm genau dann jemand anders ja gerne

    Sprecher:in 4: und zwar was du gerade zu dem arbeitsprozess gesagt hattest wenn eben keine freundschaftsbeziehungen da sind ist es nicht genau das was dann dazu führt, dass man sich eben disziplinieren muss, also was du die einschränkungen geäußert hast, das ist doch das was die disziplin letztendlich ausmacht. Dazu kommt es dann zur disziplinierung. Wenn wenn ich jetzt die grundsatzdiskussion richtig verstehe. Na ja, eigentlich muss man glaube ich, nur die Schnittstellen definieren und überlegen wer was an dieser schnittstelle liefert, also ein klassisches Prinzip halt die weiten coka ich habe ein komplexes problem unterteilt, das sind kleine Probleme und dann hat jedes Problem natürlich schnittstellen oder grenzen zu dem anderen und da ist natürlich immer das größte Hindernis, weil da dann Informationen oder das Teil am Schluss übertragen oder muss zusammenpassen, wenn man was ganz einfach also was ganz mechanisches hat und das muss man definieren, aber wie das dann intern läuft ist ja kann ja der anderen schnittstelle egal sein muss sogar das ist ja der sinn und zweck von dem ganzen Prozess. Das ist nur die Frage muss man das auf einer sprachebene machen? Da kommt kommt wirklich auf das projekt oder so an, weil man kann das ja auch auf einer strukturellen ebene machen da ist dann schon die Frage was sprache ist ist eine zeichnung der Sprache es das es ufert natürlich aus

    Sprecher:in 6: ich glaube das was du beschreibst ist richtig und dafür braucht es eine ganze Menge Vertrauen, dass die Kompetenzen, die jede Person, egal aus welcher disziplin, sie dann herkommt, dass man das vertrauen hat, dass diese Person dann auch Expertin für diesen Bereich ist und wenn ich dann aus meiner Disziplin heraus vielleicht nicht die gleiche Sprache habe, muss ich ja trotzdem diese Kompetenzzuschreibung erst mal wahrnehmen und dann das Vertrauen haben, dass man gemacht hat. Man muss gemeinsam Vertrauen aufbauen, dass diese Schnittstellen dann auch funktionieren, sobald man quasi in den Bereich des anderen Hineintritt

    Sprecher:in 3: Erzähl mal kurz die Quartett da wird das hast du so gut gemacht, das zeigt das so schön nur ganz kurz danach

    Sprecher:in 6: die Quartett für die für unsere Material Hier haben wir ein Quartett erstellt. Manche kennen es vielleicht klassische Quartette. Was hatten die so drin? Hubschrauber, Autos, Dinosaurier Hunde? Man kann sich, glaube ich, alles vorstellen, und alle werden in irgendeiner Form Berührungspunkte dazu gehabt haben und wir haben ja dieses Quartett alle aus unserem aus unserer eigenen Herkunft, aus unserer Disziplin heraus entwickelt und dann einen Kriterienkatalog aufgestellt, der wurde per e-mail verteilt und man hat es dann erweitert ergänzt und am Ende hatte man eine Riesen Liste und ähm, da kam ich dann an diesen Punkt, vor allem weil es um Materialien geht oder ging und ich aus den Materialwissenschaften komme, da war es mir dann ein ganz besonderes Anliegen, dass, wenn wir über Begrifflichkeiten sprechen, dass sie dann auch im Kontext der Materialwissenschaften stimmig und richtig sind und das war keine einfache Diskussion, Es war ein sehr anstrengendes Gespräch, eine Auseinandersetzung, eine richtige, aber mit einer ganz tollen Diskurs Cultur, weil einfach ganz viele Fragen gestellt wurden und Verständnis abgeholt wurde und man am Ende dann tatsächlich eine Eine Liste hatte die, hinter der jeder und jede stand und dieser Prozess war unglaublich spannend. Es ging etwa einen Vormittag, bis wir uns auf sechs Kriterien einigen konnten und wie die definiert sind, also was für Aussagen hinter diesen Kriterien tatsächlich stecken. Und ich glaube, wir sind zu einem sehr guten Ergebnis gekommen. Ja,

    Sprecher:in 3: was da aber auch spannend war zum Thema Kompetenz, die dem anderen oder der anderen zugestehen oder, oder da Vertrauen aufzubauen wir aus der künstlerischen Fraktion also wir wollten unbedingt die Schönheit des Materials, die sollte unbedingt messbar sein, ihr aus der Wissenschaft heraus haben seid ihr wahnsinnig, wir können doch nicht Schönheit eines Materials also, das war so ein tolles Beispiel, und am Ende einigten wir uns fachübergreifend darauf, dass wir die Schönheit freilassen und die im Spiel erstritten werden muss. Ja, also, dass man sich da einig wird, das fand ich auch einen spannenden Punkt, Wie dann ein Prozess weitergeht.

    Sprecher:in 4: Ja, das ist sicher gut, wenn das so funktioniert, und das ist sicher die beste Möglichkeit. Aber es funktioniert tatsächlich auch völlig anders also, wenn man sich anschaut, wie zum Beispiel die Großkonzerne miteinander verhandeln, wenn Lasten und Pflichten heften für irgendwelche Sachen ausgetauscht werden. Da gibt es keinen Respekt, da hasst sich im besten fall jeder, weil dann hat man wenigstens auch emotionen oder ist in den leuten völlig egal. Da werden millionen von revirements aufgeschrieben, die werden ausgetauscht aus zwang und da steht niemand dahinter, da gibt es keinen respekt und es kommt was bei raus. Es ist nicht unbedingt das beste produkt, aber es ist irgendwas was ungefähr in die richtung geht. Es ist unglaublich ineffizient natürlich, es ist furchtbar für alle die beteiligt sind, aber es funktioniert auf einer metaebene oder in einem systemischen tatsächlich darf ich dazu kurz was ergänzen also na total mein thema tatsächlich ich bin interface managerin in einem großen infrastrukturprojekt und da wollte ich dazu sagen, dass das aber viel mit hierarchie auch zu tun hat, also in dem Kontext wo streit also so ein konflikt kann immer nur funktionieren, wenn also würde ich behaupten wenn hierarchie im Spiel ist, wenn man sich auf Augenhöhe trifft, dann kann man so nicht streiten, wenn man kooperieren möchte, also das ist schwerer, da zu einem Ziel zu kommen, bin ich der Meinung.

    Sprecher:in 7: Das hat aber auch sehr viel mit Streitkultur zu

    Sprecher:in 4: tun. genau das stimmt, und da würde ich vielleicht noch ergänzen, was mir aufgefallen ist. Ich würde auch sagen wenn man sich auf Augenhöhe treffen möchte, geht es vor allem auch viel darum, dass die Methodik zu verstehen vom anderen, wie man zu einem Ergebnis kommt und wenn man sich auf die Methodik einigt, da irgendwie den Weg zu finden ich glaube, dann hat man die Chance eben zu Schnittstellen zu definieren und die dann auch abzugrenzen aber eben auch eine gemeinsame Schnittmenge zu haben, in der man sich versteht und ich glaube, es geht ganz viel darum das auch vordefiniert wie man dazu kommt. Ja, das ist immer das. Wie gesagt, die ideale Lösung aber in der Wirtschaft ist meistens so, dass eine Hierarchie existiert zwischen einem größeren und kleineren Player, zwischen dem Käufer und dem Einkäufer. Wie auch immer, die kann in beide Richtungen sein. Wir können beides halten. Kann sein, dass der eine mehr Marktmacht hat und dann wie Leute zu diesen Requirements kommen gerade zum beispiel ich kenne es aus der Automotive Industrie, das ist der heilige Gral von jedem, von den Unternehmen, da sagt einem niemand, wie die auf diese Ideen gekommen sind, weil das ist denen ihr sie glauben darf, dass denen ihre wichtigste asset ist. Ob das so ist? Andere diskussionen aber da kriegt man was hin und dann friss oder stirb und das läuft tatsächlich leider oft so und deswegen sind die sachen so wie sie sind oft nicht wirklich gut und haben probleme und sind überkompensation und das sieht man

    Sprecher:in 7: sehr häufig, wenn man über einen längeren zeitraum mit denen spricht die gleichen das gleiche projekt das eigentlich jedes mal jemand anders da sitzt und wenn nicht der gleich wiederitz hat er meistens eine andere visitenkarte, weil er innerhalb des konzerns irgendwo anders hin verschoben worden ist, aber das typische ist, dass in großen konzernen und das macht es auch schwierig mit start-ups zu diskutieren, mit kleineren Einheiten da heißt es immer, der Start-up ist noch nicht so weit, in der Regel ist der Konzern nicht so weit, nicht, die sind dazu nicht geeignet, und es liegt daran daran, dass im Start-up die Verantwortung Wenn wir über Arthur als Start-up sprechen, sind die Verantwortungen klar definiert, da weiß jeder eigentlich, was er zu tun hat. Vielleicht am Morgen nach dem Samstag, nicht sofort, aber spätestens gegen Mittag kommt das wieder zurück. In einem großen Konzern haben wir die Heisenbergsche und Schärfe Relation für die Naturwissenschaftler. Verantwortung und Zuständigkeit ist bis auf eine gewisse und Schärfe nicht erkennbar, und diese Unschärfe ist genau das, was es schwierig macht, mit diesen Unternehmen zu kommunizieren. Und bei manchen Unternehmen wundere ich mich tatsächlich, wie die es schaffen, bei dieser Ineffizienz überhaupt noch Geld zu verdienen. Das habe ich vor einiger Zeit mal jemand aus der Geschäftsleitung gesagt, und er konnte mir auch keine Antwort geben, hat es aber bestätigt.

    Sprecher:in 5: Ich habe noch ein Stichwort dazu ich nenne das irgendwie immer gern Verantwortung ping pong leadership dabei zuzuschauen, während sie verantwortung ping Pong spielen ist irgendwie das Faszinierendste und erschreckendste was einem echt passieren kann dann schaut man zu und denkt sich ja, also ich weiß nicht wie viele ich glaub. Wahrscheinlich kann jeder das hier irgendwie unterschreiben, wie viele Meetings, in denen man schon sitzt an sich denkt. Jetzt waren das anderthalb stunden und alle wann der witz ist, finde ich erstaunlicherweise oft auch sehr wohlwollend es sind immer es, es gibt gerne auch wohlwollende Gespräche und ja, finde ich gut, da müssen wir noch mal sprechen, ja lassen lassen, das lassen sie uns dann noch mal dran gehen. Okay, ja absolut absolut, aber der witz ist da eben das sind diese verantwortung pingpong wie ich es nenne, dieses am ende brauch halt jemanden jemand des, der gewillt ist zu sagen ich übernehme verantwortung, ich übernehme verantwortung für eine entscheidung und die kann in die hose gehen. Die kann super laufen. Da würde ich aber noch ergänzen vor allem in deutschland. Wir haben finde ich, eine miserable beziehungsweise. Nicht vorhandene fehlerkultur. Das ist so ein deswegen will keiner verantwortung übernehmen, weil wenn man verantwortung übernimmt dann muss man am ende irgendwie gerade stehen falls was nicht funktioniert und wenn das passiert um gottes willen, das kann man sich ja hier nicht ausmalen. Ich glaube da ist ein großes problem

    Sprecher:in 2: ich wollte jetzt vielleicht an der Stelle noch mal die Manager und Managerin ein bisschen verteidigen, weil ich aus der Richtung komme und, äh, ja also es ist natürlich bei jedem einzelnen kommt es dann vielleicht so an auch wie? Ja ja schön und gut, äh erzähl mir jetzt mal deinen Standpunkt und dann sehen wir weiter. Aber natürlich ist es eine Aufgabe von einem Management, auch wirklich überall mal reinzuhören und zuzuhören und daraus sich dann die Entscheidung zu ziehen. Und da kann es sein, dass man an dem einen Tag mit einer Person redet und sagt Ja, das klingt gut, und dann zwei Tage später, redet man mit einem anderen Bereich und sozusagen aus beiden Erfahrungen heraus, entscheidet man sich dann doch dagegen, obwohl man vor zwei Tagen erst mal dachte, Das könnte irgendwie schlüssig sein und ich glaube dieses sozusagen auch die Fähigkeit, einmal überall reinzuhören und daraus eine Entscheidung zu treffen die ist meine gute ich komme aus der Perspektive super wichtig und gleichzeitig ist die per se schon vorbelastet, dass man dass Leute enttäuscht sind oder dass man Entscheidungen auch in manche Richtungen ja und vielleicht auch nicht hundertprozentig richtig trifft, dafür aber dann in einem anderen Bereich da den Fokus drauf legt. Also ich glaube das das kann nie für alle hundertprozentig perfekt laufen so, das ist auch so ein bisschen schon vorprogrammiert im Management.

    Sprecher:in 5: Viele wollen, was, ich würde mir vielleicht sagen einschieben. Ja, ich glaube, es ist natürlich wichtig, vor allem in Führungspositionen natürlich nicht zu sagen Ja klar, ich kriege die erstbeste Meinung, finde ich gut gekauft, aber dann geht es ja wiederum darum, sich was sie auch mit Disziplinierung das was ist eigentlich Disziplin, was ist Disziplinierung ist sich regeln zu setzen, sondern ein regelwerk, ein Rahmenwerk und wenn es dann vielleicht ist zu sagen okay, ich nehme mir ein Rahmenwerk was Zeit angeht, wenn wir aber von Ineffizienz in big Kob sprechen oder auch kleinere Unternehmen oder was auch immer für Gruppierungen kollektive, wenn wenn es keinen zeitlichen Rahmen in irgendeiner Form gibt, dann können wir in zwei Jahren immer noch die Entscheidung vertagt haben, und dann ist so ein bisschen die Frage Was ist was? Ist das? Das Rahmenwerk, in dem man arbeitet, das ist, glaube ich, eine Frage von Aushandlung, Spielraum und würde ich nur sagen Sorry, ganz gut transparente Kommunen. Ich glaube, da fehlt es dann auch einfach zu sagen Okay, ich kann keine Entscheidung treffen, wir hocken uns noch mal zusammen.

    Sprecher:in 2: Ja klar, man kann natürlich sagen, ich nehme das jetzt erst mal auf, und in drei Tagen melde ich mich noch mal, was ich dazu meine, tatsächlich

    Sprecher:in 7: ich glaube, was hier gerade erzählt, ist kein Widerspruch. Auf der einen Seite muss man die Daten zurück zusammentragen, um eine Entscheidung vorzubereiten, auf der anderen Seite braucht man auch einen zeitlichen Horizont. Was sich daraus direkt aber ableitet, ist das Restrisiko einer Entscheidung, und das ist der springende Punkt Ich kann keine Entscheidungen treffen, wo ich ein Restrisiko von Null habe. Es gibt ein endliches Risiko, dass ich mich täusche, und das ist, glaube ich, eher mit Fehlerkultur habe ich immer so ein bisschen ein Problem, weil Fehler machen wir einen ganzen Tag in ganzem Leben und so weiter und da braucht man keine Kultur zu entwickeln, um Fehler zu machen. Ich glaube aber das Thema mit dem Risiko das trifft sehr gut, dass wir bereit sein müssen, Risiken einzugehen, was dann das Machen von Fehlern letztendlich nach sich zieht, und da sehen wir eben in den Einrichtungen, je größer sie werden, weil wir nämlich genug Geld haben. Das ist ja der Scheidepunkt Wenn du als kleines Unternehmen kein Geld hast, praktisch das Risiko zu minimieren, weil du schnell zum Abschluss oder was auch immer kommen musst, gehst du ein Risiko ein, und bis mit 25 % sagst du okay 13 da kann ich mit leben. In den großen Konzernen hat man manchmal das Gefühl, dass die eben unter 1 % vom Rechtsritter dauert, dann das kostet auch sehr viel Geld und irgendwann ist so viel Zeit ins Land gegangen, dass dann am Ende des Tages weder ein Ja noch ein Nein richtig ist, weil sich die Situation verändert hat.

    Sprecher:in 1: Danke schön Norina noch und dann würde ich noch mal so ein bisschen

    Sprecher:in 3: noch mal den Bogen zum zum fachübergreifenden arbeiten in kombi mit dem Risiko gerne anbringen und zwar merkt man ja auch in der antrags landschaft förderlandschaft, die uns ja allen schon begegnet ist oder wir da drin sind, dass quasi einerseits politisch stark propagiert oder gewollt wird, dass leute interdisziplinär arbeiten, also wo es nicht drinsteht in einem antrag, dann kriegt man ihn nicht. Wenn man es aber ernst meint und fachübergreifend oder institutions übergreifend sich ransetzt und einen Projektantrag schreibt, fällt man raus, weil man weder ist man noch genug wissenschaft, noch ist man kunst genug noch musik genug. Das hatten wir ja auch bei den ganzen Anträgen das Problem, wo ich denke, da eine Risikofreude auch zu etablieren, das wäre so wichtig also, dass man, dass der Manager oder die Managerin überhaupt dahin kommen kann zu sagen, nicht selber nur Angst zu haben. Was Julia auch meinte Oh, da muss ich jetzt noch mal noch mal vertagen und noch mal abwägen ne wenn der impuls in ihm gut ist. Und es kann ja auch gutes management sein, dass ich mich in dem moment überzeugen lasse und ja ein risiko mittrage. Also so, warum sind wir so trainiert? Dieses abwege oder auch warum wird so wenig finanziert, dass man Risiken eingeht oder Experimente

    Sprecher:in 7: wirklich? Das Problem ist norina wenn man mal schaut wie kommen solche ausschreibungen zustande? Ich habe das schon miterlebt. Es gibt die Fördermittel Geber, die das Geld bereitstellen, sagen wir das Land oder der Bund und die beauftragen dann eben Institutionen, darunter die sogenannten Projektträger. Das ist sozusagen das Management, und wenn die die Aufgabe bekommen zu einer neuen Idee, sagen wir mal Nachhaltigkeit und Kunst, Rufen Sie vier Leute an, von denen Sie wissen, dass Sie in diesem Thema unterwegs sind und lassen Sie Stichworte geben. Und dann sagt Hannah vielleicht ja, wir sollten unbedingt diesen wirtschaftlichen Aspekt da drin haben. Norina sagt das sollte unbedingt Technik dabei sein, dann kommt jemand aus dem Bereich Umwelt und sagt auf jeden fall ökobilanzen und dann bauen die da drauß eine Ausschreibung, das sind denn diese Texte und dazu kommen dann die berühmten Förderrichtlinien. Das heißt also wenn ich einen antrag schreibe, muss ich diese buser wos diese themen irgendwie in meinem antrag drin haben. Und damit ist es sofort mit kreativität schluss genau im vorwort steht zwar drin wir wollen wirklich die innovativsten projekte Deutschlands und dahinter steht denn ja, aber es muss da unbedingt das dabei sein und gemäß der bundesregierung der förder ziele muss das drin sein und das drin sein und man ist gut beraten, wenn man dann jemanden dabei hat, der diese kauderwelsch kann und dann eben es schafft auch ungewöhnliche projekte dort irgendwie hineinzubringen, damit beim prüfen sofort dort der haken gemacht wird die fünf förder ziele sind dann tatsächlich erreicht. Super, das passt das können wir fördern. Ist man da unerfahren oder kennt diese ganze geschichte nicht, dann läuft man erst mal gegen die wand, obwohl die Idee vielleicht brillant

    Sprecher:in 3: ist und das ist aber ja auch so, dass Hauptsache es steht im Antrag, es gibt ja keine Evaluierung dessen ob es wirklich auch gemacht wird. Also das habe ich auch schon sehr oft erlebt, dass wenn es im Antrag stand oder uns ja auch gesagt worden ist Komm, macht die Skalierung Kurve hoch, es interessiert eigentlich niemanden, aber rein, dass ihr in zwei jahren vier millionen verdienen könnt und wir uns so komisch dabei vorkamen einfach halt das dann hochzuziehen und dann kriegt man den antrag eher. Es wird ja auch nicht mit der realität vergehen, wenn

    Sprecher:in 7: du die abschlussberichte anschaust. Die haben in der regel zehn seiten für 1,3 millionen fördermittel, mehr ist das nicht und das sind dann vorgefertigte Fragen auf die man antworten muss

    Sprecher:in 1: stopp! Das ist zwar auch ein sehr spannendes thema, aber ich würde das ich würde das jetzt an dieser stelle tatsächlich gerne relativ hart abbrechen und gerne aber brückenschlag andreas erwähnung der kreativität in dem kontext auch nutzen, die ja auch mit interdisziplinarität immer sehr stark in verbindung gebracht wird nach meinem empfinden ähm genau möchte also kann da jemand direkt was mit anfangen oder soll ich eine spezifischere frage

    Sprecher:in 7: stellen? Man versteht

    Sprecher:in 1: genau also die Interdisziplinarität oder Transdisziplinarität werden nach meinem empfinden mit Kreativität insofern in verbindung gebracht, dass kreativität ja daraus oder eine von sehr vielen Teil Definitionen kreativität ist, dass man Verbindungen erkennt, wo sie vielleicht vorher noch niemand erkannt hat oder ja könnt ihr das bestätigen oder das wäre ja das wäre ja auch eben Interdisziplinarität oder transdisziplinarität grundlegend oder genau könnte man ja begrifflich dadurch sehr gut verbinden oder findet ihr kreativität? Hat nichts mit Interdisziplinarität zu tun

    Sprecher:in 2: ich anfangen und dann könnt ihr ergänzen, ja, also vielleicht kurz zu meinem ganz, ganz kurz background und zwar komme ich aus der Wirtschaft hat man jetzt schon mitbekommen und ich hatte super viel so kreativ management Kurse auch in der Uni und da ging es auch immer darum ein interdisziplinäres Team zusammenzusetzen am besten die noch hungern zu lassen, weil dann ist man kreativer und am Ende kommt dann sozusagen der wahnsinnig kre kreative innovative Output fürs Unternehmen. Und da gibt es noch unendlich viele andere Methoden und ich habe das total kritisch gesehen und habe mir gedacht es kann doch nicht sein, dass das Kreativität ist ist, dass man einfach nur sozusagen nur Interdisziplinarität, Leute an einen Tisch setzt, und dann funktioniert es, und deswegen habe ich nach dem Studium auch angefangen, bei einem Künstler zu arbeiten, weil ich gedacht habe, es muss doch auch wirklich die geben, die Kreativität professionell können und die sozusagen darin geschult sind, auch Kreativität zu fördern oder kreativ zu denken. Und da habe ich dann auch gemerkt, dass es natürlich geht es um ein fachübergreifende Wissen und auch da den Austausch, aber auch, dass Kreativität nicht nur eine Methode ist und nur die unterschiedlichen Personen und Fachwissen, die zusammentreffen, sondern auch wirklich eine Professionalisierung. Und genau das wollte ich mal so als Staat in die Runde geben.

    Sprecher:in 4: Ja, also ich glaube nicht, dass man das lernen kann. Ehrlich gesagt, entweder man hat das oder man hat es nicht, und es hängt eigentlich ein bisschen davon ab, wie wie man grundsätzlich Probleme löst, also theoretisch, Man kann quasi die Iterationsschritt machen und immer gucken, wo steht man gerade, sich die Umgebung anschauen und in die Richtung gehen, wo es ein bisschen besser ist, und dann geht man so weiter und weiter und weiter, und damit kommt man relativ weit, aber im Endeffekt landet man dann immer an dem Punkt, wo es nirgends außen rum besser ist, das heißt um das nennt man dann lokales Optimum oder Sub Optimum oder Maximum, aber man ist, wie es im Tal oder auf dem Gipfel von dem Berg und dann egal wo man sich umschaut, das wird nicht besser, also, man kommt nicht weiter, und dann muss man sich überlegen, okay siehe ich Wenn ich zum Beispiel weit genug sehe, dann weiß ich da drüben ist ein Gipfel, der ist höher, wenn ich einen höheren Berg will und dann überlege ich mir ist es wert, darüber zu laufen oder? Und jetzt ist einfach die Frage, wie weit quasi das Gehirn der Person in der Lage ist zu schauen in dem in dem Möglichkeitsraum oder zu erahnen wo vielleicht noch was anderes sein kann und man nennt das dann so tatsächlich in der Algorithmik hill climbing ait, also dass man sich aus so einem lokalen Optima wieder raus manövrieren kann und manche Leute haben das und manche Leute haben das weniger und das aber ist nicht gut oder schlecht. Also das muss man sagen es hat beides hat extreme Berechtigungen in der Gesellschaft, weil wenn jeder immer es sofort losrennen tät. Wenn nur was besseres würden wir wird alles zusammenbrechen, würde man gar nicht hin, weil wir brauchen eine starke Basis an Leute, die erst mal eine stabile Grundlage läuft und dann vielleicht ein bisschen konservativer ist, aber dadurch, dass sich die welt ständig ändert, brauchen wir auch so ein paar, die so ein bisschen sag ich mal chaotisch durch die Welt laufen und so mal Dinge ausprobieren, und diese Balance zwischen beiden ist das, wo man so austarieren muss, und das scheint an sich die Menschheit ganz gut hingekriegt zu haben.

    Sprecher:in 7: Also, da würde ich jetzt wirklich ganz gern direkt drauf antworten, und deshalb habe ich mir jetzt einfach das Ding unter den Nagel gerissen hier. Ich glaube, wenn man es mal zusammenfasst und das finde ich sehr treffend charakterisiert Kreativität ist sicherlich eine Eigenschaft, die ein Mensch ein bisschen mehr ein bisschen weniger hat, genau wie ich praktisch zeichnerisch an die Höhlenzeichnungen an Lao erreichen, meine Studierenden an der Tafel sehen das auch immer so ähnlich, dass ich dann da irgendwelche Strichzeichnungen hinbekomme, darüber geht es nicht hinaus. Aber dieser Begriff Kreativitäts Kurs, das das schließt sich ja eigentlich per se eigentlich aus, und das war ja das auch, wo du hängengeblieben bist, aber es zeigt was anderes, weil du noch einmal gesagt hast ein Überangebot an Kreativitäts Kurse, dass das mittlerweile eine Eigenschaft geworden ist, die jeder Mensch gerne haben möchte und sie auch gern, weil es ein Wert in der Gesellschaft geworden ist, zum Beispiel ein Wissenschaftler, wenn man den vielleicht vor 20, 25 Jahren versucht hat, irgendwo zu sagen Was macht ihn aus, was macht ihn gut, hat man gesagt. Na klasse, Analysefähigkeit Fleiß, handwerkliches Geschick im Labor oder ähnliches? Aber heute steht er auch dann immer drin, er soll auch kreativ sein. Kreativität ist, denke ich, sind wir uns einig etwas, was beim Menschen liegt, aber Kreativität muss sich entfalten können, und dafür müssen wir Räume schaffen, und da fängt es dann langsam an, schwierig zu werden, weil Du hast zwei Dinge, die du tun kannst Man gibt dir den Raum, oder du nimmst ihn dir, und wenn du das zum Beispiel in unserer Welt in der Wissenschaftswelt tust, dann bekommst du einen Raum für Kreativität, der aber erstaunlich klein ist. Man denkt, der ist sehr groß, aber wenn du mal aus der Reihe tanzt und sagst, jetzt mache ich das mal alles ganz anders, da gibt es ja schon eine Veröffentlichung. Können Sie das irgendwie belegen, dass so was geht, was ja wiederum ein Widerspruch in sich ist? Und wenn man dann es für sich in Anspruch nimmt, kreativ zu sein, dann braucht man ein verdammt dickes Fell und ein sehr gutes Durchhaltevermögen, weil sehr schnell. Kann sich denn die Stimmung, die vielleicht vorher positiv war, sich mit mal gegen einrichten und als Forscher bist du auch Teil einer Community, viel stärker vernetzt als hier in der Kunst. Und dann gibt es viele, die dann irgendwann mal sagen da gehe ich wieder zurück zum alten Stil, das ist mir zu hart und die wenigen, die das wirklich voll Klassse durchgesetzt haben und alle Fähigkeiten haben, die stehen dann irgendwann mal in Stockholm und kriegen vom König denn ihren Nobelpreis überreicht. Aber viele scheitern auf dem Weg, weil es einfach nach harter Arbeit ist. Und wenn uns da es gelingen würde, über Interdisziplinarität, über die Zusammenarbeit und ähnliches eben diese Räume mehr zu schaffen, sie größer zu machen und das war letztendlich ich offenbare es jetzt, am letzten Tag des WERKstattPALAST, das war eigentlich eine der Grund Motivationen, überhaupt hier dabei zu sein, dass wir Räume schaffen, wo wir von außen die größer machen.

    Sprecher:in 5: Im Julia ja danke, ich finde es, ich finde es super, dass du das Stichwort Räume gebracht hast, weil das ist auch was, mit dem ich mich auch viel auseinandersetze. Tatsächlich aus dieser aus dem Startpunkt des des Bio Design Laps also so ein bisschen als Hintergrundgeschichte zu uns zur HfG Das ist es war ein bisschen oder immer noch, so Trouble, diesen Ort zu schaffen. Ich glaube das eine, wenn wir über Räume springen, sind gedankenräume sind ja, ich sage mal theoretische Räume, die man sich, die man sich gibt oder nimmt, und das ist auch verbunden mit physischen Raum Ich würde immer sehr stark dafür argumentieren, dass wir wir sitzen hier in einem Raum, in einer manifestierten, sagen wir mal Denk vielleicht der, der der Material geworden ist und das hat es nicht nur was mit Materie und die die Wichtigkeit von Material selbst zu tun, sondern dieses dass man was tatsächlich realisiert macht, und diese diese Physik Qualität von Raum und diese Räume zu schaffen glaube ich, sind wahnsinnig wichtig und eben im im Bio Design Lab merke ich es. Es war ein Kampf, diesen Ort zu schaffen. Jetzt ist er da, Jetzt wird immer wieder diskutiert, ob es notwendig ist, dass der da ist, und ich merke aber allein, wie dieser Raum konzipiert ist, und er hat ein paar ähnliche Aspekte wie das hier ist nämlich er ist offen, er hat offene Wände, er ist maximal transparent und hat offene Türen. Und dass dieser Austausch zustande kommt, hängt maximal in der Art zusammen, wie dieser Raum gestaltet ist und dass es ihn gibt, dass sich Leute dort treffen können, dass sie und wenn es nur ist zu experimentieren, ins Gespräch zu kommen. Und ich glaube, da ist der Casus Knacks, so wie man das so schön nennt, aber ich glaube auch ich glaube nicht, ich kann gerade selber nicht fassen, dass ich dieses Wort genannt habe. Wahnsinn, Wahnsinn ne, aber ich glaube, da wird es da kommt auch viel diese Problematik mit rein, weil wenn wir jetzt in Form von Förderlandschaft und von Geldern Gelder zu kriegen für einen gedanklichen Raum ist noch dreimal leichter als einen physischen Raum, da geht es um bauliche Masse, die generell schon gar nicht gefördert werden oder super schwer nur gefördert werden und diese Räume zu da geht es nämlich ganz viel um Politik, da geht es um Territorium, wer hat wie viel Macht und wie viel Anspruch auf eine begrenzte Ressource, nämlich Raum, die ist halt faktisch begrenzt hier auf unserem Planet Erde, aber ich glaube, das ist das, wo ich sagen würde da wird, da wird es happig und da ist auch wichtig. Deswegen finde ich es wundervoll, dass es diesen Raum hier gibt, auch wenn es ein temporärer Raum ist, oder man hat mal eine Setzung gemacht, das ist immer wieder bei Risiko, man hat ein Risiko eingegangen, und das ist, glaube ich, das ist wahnsinnig schön und ich glaube, das ist da, wo man noch weitermachen muss.

    Sprecher:in 6: Ich würde da gerne auch noch etwas ergänzen, ich finde es mit den Räumen sehr schön, was ihr da jetzt aufgemacht und beschrieben habt, und für diese Kreativität würde ich gerne auch noch ein anderes Wort mit reinbringen, damit das Kreativität häufig auch mit Kontexten zu tun hat, dass Personen in bestimmten Kontexten auch sehr kreativ sein können, vielleicht weil sie irgendwie musisch, zum Beispiel sehr begabt sind, aber diese Kreativität sich dann ja nicht auf alle anderen Möglichkeitsräume ausdehnt und das ist jetzt eine Erfahrung aus der Praxis aus einer interdisziplinären und transdisziplinäre Praxis, dass durch diese öffnung von Disziplinen neue Kontexte hinzukommen und dass so eine kontex Erweiterung bei mir auch stattgefunden hat, die plötzlich es möglich gemacht hat, kreativ, möglicherweise aber auf jeden Fall sehr, sehr anders über Lösungsansätze nachzudenken. Für Fragen und Herausforderungen, auf die ich so vorher nicht gekommen bin und erst Durch diesen Austausch interdisziplinär und transdisziplinäre sind neue Räume entstanden, in denen ich dann wirklich kreativ werden konnte, und das hatte was mit der horizont und kontex Erweiterung zu tun. Und da braucht man einfach ein gutes Gespräch, ein bisschen Mut, auch dann eine Fehlerkultur zu beginnen.

    Sprecher:in 7: Hier kommt aber die beiden Begriffe, die du verwendet hast, elegant zusammen, nämlich Interdisziplinarität oder Transdisziplinarität gut und auf der anderen Seite dann eben Kreativität. Und ich habe schon viele Verbundprojekte gesehen, da gab es keine Kreativität, und das hat dazu geführt, dass die Kreativität innerhalb dieser Verbundprojekte letztendlich so heruntergegangen ist. Die subtrahiert sich voneinander. Das war ein Minus dort drin, weil eben jeder versucht hat, in seinem Bereich ein bisschen drin zu stecken. Ich habe aber auch Verbundprojekte schon erlebt oder zusammenarbeiten. Wir haben zwei weitere Kollegen im Caete Novation Der Professor Thomas Humor von der Professor Ulli Bet Lennert und der Kuni und der Thomas und ich haben einfach gesagt Wir machen grundsätzlich nur noch Projekte, wo es nicht um Geld geht, sondern wo wir Spaß am Projekt haben. Wenn wir im Institut sind, müssen wir uns um das Geld kümmern, aber hier können wir Projekte machen, die miteinander Spaß machen, und dann sehen wir auch, wie dann eben sehr schnell gerade die Kreativität sich nicht nur addieren kann, sondern auch multiplizieren.

    Sprecher:in 3: Aber was für ein Luxus sagen zu können, dass es einem nicht ums Geld geht, also das sprechen wir von einem Bruchteil unserer

    Sprecher:in 7: Gesellschaft. Nein, nein, du hast mich, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Norina Ich habe damit gemeint, dass wir beim Wahl, bei der Wahl des Themas nicht jetzt unbedingt schauen, ob es ist, nicht weil es gibt Projekte, da finden sich Verbundprojekte, ist eigentlich die Ansammlung oder die die Formierung einer Beute Gemeinschaft und diese Beute Gemeinschaft mit den einzelnen Teilnahmen innerhalb dieser Verbundprojekte ist Wir gehen zusammen los, wir versuchen zusammen den Bären zu erlegen, und danach verteilen wir das Fell so, und da spielt es letztendlich gar keine Rolle, welchen Bär du er legst, der kann grün oder auch wie die milkau Kuh aussehen völlig egal, Hauptsache ein Bär wird erlegt. Und ich habe schon sehr oft auch in diesen Verbund Projekten gesehen, dass die Leute dann hingehen, zwei Tage hart arbeiten, um aus ihren ganz unterschiedlichen Themen irgendwie eine Story zu machen, die für diese Ausschreibung haupt halbwegs glaubwürdig ist, sobald das Geld auf dem Konto ist, rennt jeder für sich los und macht genau das, was er vorher gemacht hat. Und eben sechs Wochen vor Abgabe des Projektbericht treffen sich alle wieder, um in zwei Tagen verzweifelt zu versuchen, aus den einzelnen Ergebnissen irgendwie einen Endbericht zusammenzubringen, wo es nur so halbwegs aussieht, dass es geklappt hat. So, das macht keinen Spaß, definitiv nicht. Und das andere heißt, dass wir natürlich hinter dem Geld hinterher jagen, weil wir müssen zahlen, wir haben, glaube ich, bei uns im Moment 95 Drittmittel Quote also, da kann ich mir nicht leisten, keine Projekte zu machen, wo nicht gezahlt wird. Aber zu sagen, wir sind überzeugender, wenn wir sagen das wird uns Freude machen, weil wir von dem Inhalt überzeugt sind und den Bär, den wir dann dort erlegen wollen, dann eben nicht beliebig wählen, sondern sehr gezielt.

    Sprecher:in 1: Danke, schön ähm, jetzt sind wir wieder. Bei den Anträgen, dass wir hätten heute ein anderes Thema wählen sollen, habe ich schon fast den Eindruck ich habe tatsächlich noch ein noch ein anderes Thema, worauf ich eigentlich sehr gerne eingehen würde, auch wenn der Sprung jetzt relativ weit ist, aber das ist was, was mich in der Vorbereitung auch dieses gesamten Projektes sehr viel beschäftigt hat. Inwieweit? Und da würde ich gerne auch tatsächlich erst mal norina noch mal zu fragen interdisziplinarität auch mit instrumentalisierung beziehungsweise. Dem dem vermeiden davon zu tun hat oder wie man das schafft in solchen projekten die ja also wie das zusammenspiel ist

    Sprecher:in 3: also ich habe in den ich habe ja kunstwissenschaft studiert, also auch wissenschaften und meine magisterarbeit beleuchtete sehr institutions kritisch auch eine ausstellung im zkm warum ich das erzähle, weil das das sehr gut illustriert, dass man dort versucht hat, open codes hieß die ausstellung und hat die arbeitswelt der zukunft illustriert. Und natürlich ist es das zkm und wir sind unesco city of media arts und wir sind kalifornien weil hier wurde die erste e-mail verschickt und karlsruhe muss ganz viel technologie auch ins museum bringen. Das ist politisch glasklar nachzuvollziehen, aber was dort oft passiert oder ich mitbekam ist es wurde eben ausschau gehalten nach wer arbeitet gerade mit neuer technik, wen können wir an bord holen? Holen wir schnell zum einen die Künstlerinnen ran, die Technik nutzen eigentlich egal was die machen, hauptsache Technik und dann rufen wir noch Sit an, weil da passt ein Kooperationsprojekt, dann können die noch mal mehr neue Technik ins Museum liefern oder werden geholt, weil man einen Riesen Screen braucht oder so. Und da beobachtete ich oft eigentlich so eine Art, ja unglücklich sein auch beider Parteien, weil die, die, ja Wissenschaftlerinnen oder Leute, die mit Technik gearbeitet haben, gedacht haben Jetzt werden wir vom ZKM rüber gepfiffen und die Künstlerinnen dachten jetzt muss ich kann nicht nur im ZKM ausstellen, wenn ich die neueste Technik verwende oder mich dieser Wissenschaft irgendwie so anpasse und das nehme ich auch oft wahr, weshalb ich oder wir ja alle noch mal mehr bestätigt durch das Projekt, aber auch davor schon der Meinung waren Wir brauchen eben Orte, die niemandem gehören, also die per se erst mal nicht eine einladende Geste, wo nichts sei, jetzt laden wir euch ein als interdisziplinäres Projekt oder das Kit sagt Jetzt brauchen wir die Künstlerinnen, weil wir wissen nicht, welche Farbe die neuen Parkplätze für die, weil sie nicht ki gesteuerten Wägen haben sollen, sondern wie schafft man erst mal Orte der Berührung? Und ich glaube, das ist eigentlich so ein Knackpunkt weg von der produktorientierte Zusammenarbeit hin zu einem offeneren Austausch, wo jeder wie du dann sagst, da wird auch was mitnimmt also diese Rivalität kann, glaube ich, nur aufgelöst werden. Oder diese Angst Dienstleister ausgebeutet zu werden das

    Sprecher:in 1: die hatten wir nämlich am Anfang, die hat man ja auch bei unseren beiden Parteien sehr, sehr stark gespürt. Diese Angst gegenseitig instrumentalisiert oder ausgebeutet finde ich jetzt noch mal ein härteres Wort zu werden. Und die habe ich auch sowohl am Hab als auch bei ato gespürt. Ich saß ja so ich, ich war ja da schon so eine Schnittstelle und jetzt würde ich aber gerne wissen Zum Ende des Projektes haben sich diese Ängste in Luft aufgelöst oder konnten sie, konnten sie aus dem Weg geräumt werden durch diese Form der Plattform, die wir hier geschaffen haben. Hanna greift

    Sprecher:in 2: ja da, da kommen wir eigentlich auch jetzt ganz konkret zu dem Punkt, den Herr Andreas jetzt kennt auch jeder deinen Spitznamen, dem Andreas am Anfang gesagt hat, und das ist natürlich ein wesentlicher Bestandteil, auch in den Begegnungen auf Augenhöhe und der Sicherheit, dass man nicht instrumentalisiert wird, dass halt das Zwischenmenschliche so gut funktioniert hat. Und das kann man jetzt versuchen, auch in den Strukturen wiederzufinden, also vielleicht an dem offenen Ort also tatsächlich dem Raum oder vielleicht auch einer Arbeitsstruktur oder ähnliches, aber vielleicht auch wirklich an den Leuten, die da zusammengekommen sind, die darauf Lust haben, und da war für mich sozusagen klar Es ist gar nicht möglich, so wie wir uns mögen und versuchen zu verstehen, sich gegenseitig zu instrumentalisieren. Also ich glaube, das war auf jeden Fall für mich so eine ganz große Sicherheit, die ich sofort gespürt habe, als wir das gestartet haben.

    Sprecher:in 7: Also wenn ich mal auf die Forschungsanträge zurückkommen darf ein Nein, nein, das habe ich auch nicht wirklich gedacht oder versucht. Also aber ich glaube, wenn wir den Begriff Interdisziplinarität nehmen, haben wir eben zwei Eckpunkte, wenn man so will Das eine ist das reine Format und viele Projekte, da geht es eigentlich nur darum, Dinge zusammen zu tun, weil man das Gefühl hat, man arbeitet jetzt interdisziplinär, da steht das Format im Vordergrund und dann passiert genau das, was du gesagt hast. Norina, Dann ist die Gefahr sehr groß, dass man sich gegenseitig funktionalisiert, weil man sich nämlich vom eigenen Punkt gar nicht wegbewegt und das zweite, da geht es um die Inhalte und um die gemeinsamen Ziele, das habe ich vorhin nicht kam, habe ich ja den Text vorher nicht mitbekommen, aber ich glaube eben Kooperation, interdisziplinäres Arbeiten und so weiter. Ist eben wichtig, dass man gemeinsam zunächst mal die gemeinsamen Ziele definiert, und das haben wir, glaube ich, in der vorgeschalteten Diskussion sehr intensiv gemacht. Was sind die Ziele? Und die Ziele haben sich ein bisschen verändert, denke ich im Laufe der Zeit, was auch völlig normal ist, ganz im Gegenteil. Das zeigt eben auch, dass sich dort etwas entwickelt. Aber wir haben, glaube ich, es tatsächlich geschafft, relativ früh für mich persönlich, auch relativ früh eher in den Bereich der Inhalte hineinzurutschen und weg von dem eigentlichen Format zu kommen in der Form, dass sie gesagt haben, das ist unser beider Format, das ist jetzt nicht, was die Künstler geliefert haben, damit wir da vorne drei einmal sich Kies ausräumen können oder dass hier drei Tische sind, wo dann eben Wissenschaftler dran hocken und reden als Gäste, Nein, sondern das ist eben wirklich der gemeinsame WERKstattPALAST. Und deshalb hat, denke ich eben diese diese dieses gegenseitige Instrumentalisieren eben nicht gegeben. Das ist aber nicht geschenkt, das muss man sich erarbeiten. Ich

    Sprecher:in 1: würde gern Julia noch mal aus einer anderen Ecke da auch zu fragen, ob du das auch kennst aus interdisziplinären Projekten, wobei ich ja jetzt auch das ist dann vielleicht der nächste Punkt, dass wir von unserer Kooperation immer als interdisziplinär sprechen wobei wir vorhin nach News Definition gelernt haben, dass das ja eigentlich trans disziplinär ist was wir hier machen. Aber nochmal erst mal noch mal noch mal zurück zur genau zu der Instrumentalisierung kennst du das auch, wenn sich solche projekte anbahnen und hat das eben auch mit dem vorhin angesprochenen vertrauen und der verantwortungsübernahme zu tun und was sind deine erfahrungen?

    Sprecher:in 5: Ja definitiv auch die gleiche erfahrung dass das problem gibt diese gefahr der gegenseitigen ich sag mal, dass man zum dekor des jeweils anderen verkommt. Also das ist auch so ein bisschen die problematik. Vor allem gerne mal bei so was wie wissenschaftskommunikation? Dann gibt es ja irgendwo im fördertopf noch eine ganze stange geld wo dann heißt ja wir haben mit grundlagenforschung gemacht, die kriegen sie aber irgendwie nicht kommuniziert jetzt holen wir uns doch mal unsere kreativen Künstler, die sollen jetzt irgendein irgendeine Ausstellung draus machen, das ist so der Klassiker ist, und da wird natürlich der Gestalter oder Künstler schon ganz misstrauisch, wenn er dann hört, die Inhalte sind ja schon fertig, ich soll sie nur noch hübsch machen oder verpacken. Genauso glaube andersrum, wenn die Wissenschaft das Gefühl hat Ja, wir sollen jetzt nur Daten liefern. Aber eigentlich ist der Prozess sowieso schon vordefiniert. Was du vorhin gesagt hast Andreas, fand ich ganz schön, weil ich finde, das ist ja genau der wichtige, der wichtige Punkt, was ich vorhin auch Anfang mal gesagt hatte mit die Neugierde auf beiden Seiten, die es braucht, und ich glaube, zu der Neugier kommt noch eine andere Qualität dazu, nämlich der Risiko Wille, der Wille aus dem eigenen Territorium, das abgesteckt ist, ein Schritt rauszugehen, und das ist dieser Schritt in die Mitte hinein. Und ich glaube, wenn man s vorhin zum Thema Was ist transdisziplinärer, was ist interdisziplinär? Wenn man es so definieren will, dass Disziplinen ein fest abgestecktes Feld sind, und man bleibt aber innerhalb dieser Grenze und versucht eine Kommunikation dazwischen, dann kann man zwar was, dazu ad, aber so entsteht keine Emergenz, und ich glaube, wenn man sagt man aber eine Transdisziplinäre im Sinne von man ist bereit, sich über diese festen Inselchen hinaus zu bewegen, was halt eben mit so einer Bereitschaft ist, braucht, glaube ich wirklich diese Offenheit und das hängt ganz, ganz, ganz klar an den Menschen, also wenn ich auf Kooperationsprojekte bei uns schaue, da hatte ich echt einfach oft das Glück, dass ich auf der anderen Seite bei einem synthetischen Biologieprofessor eine wahnsinnige Faszination für deinen eigenen Arbeitsprozess hatte, und dann konnte man darüber sprechen. Aber das nur, weil sich die Menschen die Zeit nehmen, sich in endlosen Zooms oder Sitzungen hinzusetzen und es ernst zu nehmen, was die jeweils andere Seite sagt

    Sprecher:in 6: Du hast jetzt gerade Glück angesprochen. Ich glaube, wir haben insgesamt hier mit unserer Gruppe ziemlich viel Glück, weil wir ja alle gerne interdisziplinär arbeiten, das suchen, das Wollen und versuchen, da auch diese eigenen Grenzen zu erweitern, hinein ins Transdisziplinäre arbeiten, ohne das vielleicht auch vorher definiert zu haben, dass es das sein soll. Als Ergebnis kam das heraus, was als als, als Beiwerk oder als, als Ergebnis dieses Formats hier wunderbar ist, weil viele andere hätten vielleicht zwei Jahre da dran rum geforscht, wie man das machen könnte und wir haben es halt einfach gemacht meine meine Frage ist Müssten wir nicht auch mal darüber sprechen, ob man das irgendwie auch in Lehre in Ausbildung mit einbeziehen kann also, dass gerade dieser Wunsch nach in der Disziplinar, dass man das selbst sucht, also wie Wie bringt man das Menschen bei, die jetzt vielleicht nicht direkt sagen Ja, das ist mein mein mein mein größter Wunsch so zu arbeiten, also kann kann man das überhaupt? Also ich möchte das nicht direkt in die Kreativität reinrutschen, aber geht das? Ich

    Sprecher:in 1: hätte da eine Anschlussfrage, die dann vielleicht im Idealfall mitbeantwortet werden kann. Jetzt ist sie mir gerade direkt entfallen. Steffi wollte auch

    Sprecher:in 8: ich bin Edwin und ich arbeite seit September am Staatstheater in der Kostüm Abteilung. Meine Stelle nennt sich offiziell Herren Wand Assistent eine große Verwirrung. Sorgt dieser Beruf auch in der Abteilung. Man weiß quasi nicht, was meine Zuständigkeit ist. Ich agiere quasi an der Schnittstelle zwischen der Schneiderei, also der Produktion der Kostüme und dem Zuschnitt, also den Meistern, die die Kostüm Besprechungen mit den Kostümbildner machen, dann den Schnitt erstellen, zuschneiden und das dann in die Werkstatt zur Produktion geben. Und wir haben mit dem Programm am Theater auch Kostümbildner erinnern, die kommen. Diese Konzepte entwickeln, die wir umsetzen sollen, und dort wird es gerade sehr interessant, weil Voraussetzung für die Stelle ist eine klassische Ausbildung Ich habe im Handwerk gelernt, habe auch einen Gesellenbrief und einen Meisterbrief, und vieles von dem, was ich, was man möchte, das ich leiste, ist quasi nicht vorhanden in in irgendeiner Ausbildung davor, weder in der Weiterbildung zum Meister noch in der Ausbildung, um seinen Gesellenbrief zu bekommen, aber um quasi relevant zu sein für eine solche Institution, soll man das mitbringen und wann und wo passiert. Das heißt also, das geschieht alles aus eigenem Engagement. Ich habe mich auf die Stelle beworben, nach der Meisterschule, weil im Endeffekt jede Werkstatt Leitung die ausgeschrieben war, die hat nicht zu mir gepasst, weil es wurde, jahrelange Berufserfahrung vorausgesetzt, auf dieser Stelle habe ich mich gar nicht erst beworben, weil jetzt will ich mich darauf bewerben. Es braucht ja es braucht ja nur Leute, die haben zwei Jahre mehr Erfahrung und dann bin ich gleich raus, weil ich habe weniger Erfahrung als sie. Und auf dem Punkt, auf den ich zu sprechen kommen möchte, ist, dass wir durchaus in einer in einem ganz gewöhnlichen Ausbildungsberuf Kreativität nicht voraussetzen können, aber wir können Anreize geben, wie man seinen Beruf verstehen kann. Und es gibt einen ganz tollen Satz in dieser in dieser Didaktik das lernt man als meister, wenn man quasi jemandem den Beruf beibringen soll, dass die persönliche Entfaltung des lernenden, der lernenden, denen soll quasi raum zur persönlichen Entfaltung gegeben werden und das geht unter in diesen produktionsabläufen heißt du sitzt in einer Werkstatt und wenn man Glück hat, sitzt man in einer Produktionswerkstatt und lernt mit ganz vielen anderen gesellen zusammen, aber am ende kommt die prüfung und da ist das alles irrelevant man soll in meinem fall ich habe den schwerpunkt herren als massschneider und ich muss einen saku nehmen so und das saco hat im endeffekt nichts mit der wirklichkeit zu tun, bevor man das sakko dann später näht. Hat man wenn man am theater arbeitet, ganz lange besprechungen wie sieht es aus, welche epoche ist das was für ein material? Und das ist alles so wir, wir knacksen das nur grob an, und am Ende dieser Ausbildung muss ich quasi Glück haben, dass ich einen Job finde, wo man mir genau diese Fragen stellt, und ich muss mich trauen, Stellung zu beziehen heißt Ich habe dieses persönliche Risiko, dass ich von etwas spreche, in dem ich noch nicht so erfahren bin. Aber wenn mir jemand Raum dafür gibt, wenn mir jemand Zeit gibt und wenn mir jemand die Kohle dafür gibt, dann kann ich mich ausprobieren So, und dann haben wir am Ende einen Sakko und ein ganzes Kostümbild besteht aus sehr, sehr vielen Sarus. Und genau ich glaube, ich habe den Faden etwas verloren. Es tut mir an der Stelle leid. Ja,

    Sprecher:in 1: so ja, ich glaube, meine Anschlussfrage, die mir wieder eingefallen ist, die passt trotzdem ganz gut dazu. Die wäre nämlich also David, hat er gefragt, inwieweit man das in der Ausbildung schon mit einbeziehen kann. Und meine Frage ist ein bisschen Wir hatten vorhin Andreas hatte sich hat gesagt Nee, wir brauchen keine, keine Disziplin, aber wir brauchen ein Stück weit eine Spezialisierung und jetzt wäre meine Frage eigentlich wie spezialisiert oder diszipliniert muss man dann erst mal sein, um dann wieder auch über diese Disziplinierung oder Spezialisierung hinaus auch einen Mehrwert schaffen zu können, also interdisziplinarität sozusagen von Grund auf kann das kann kann das zu einem zu einem großen Mehrwert führen oder wird das dann einfach nur ein danke sehr gutes wort wer möchte da oder hat er Erfahrung zu Du?

    Sprecher:in 7: Ja, würde ich mal sagen nicht was, was das angeht, ich. Das liegt natürlich auch daran und von Von meinem Hintergrund aus kann man das sehr schön festmachen. Eben in der Ausbildung generell. Wir haben immer das Gefühl, dass Universitäten das Modernste darstellt, was im Moment möglich ist, weil wir uns damit mit sehr neu, mit modernen Themen beschäftigen oder auch Hochschulen spielt jetzt keine Rolle. Tatsächlich sind es aber Institutionen, die im 19. Jahrhundert in dieser Form kreiert worden sind und sich bis heute nicht wesentlich verändert haben. Und das geht natürlich für die Handwerks Ausbildung noch viel mehr. Man merkt das bloß nicht so sehr, weil letztendlich eben, wenn wir künstliche Intelligenz darüber diskutieren, über die künstliche Intelligenz, über die Inhalte diskutieren, aber nicht unbedingt über die Struktur, die wir dahinter haben, und das, glaube ich, kommt da und dort jetzt so langsam, auch bei der Art der Probleme, die wir lösen müssen. Wo eben Interdisziplinarität, Transdisziplinarität, Transformatives, Denken zwingend Voraussetzung ist, sind diese und das klingt jetzt ganz furchtbar und das wird dann auch rausgestrichen und geschwärzt. Auf dem Band kommen wir an das Ende, wo die Institutionen, so wie wir sie heute haben, noch die Performance liefern können, um diese sachen eben zu lösen und da fängt es einander auf zu quietschen und zu k knarren, wenn man dann versucht eben auf dieses alte gerüst noch mal wieder was moderneres noch was innovatives draufzusetzen, weil das schlicht und ergreifend immer inkompatiblen wird und ich denke das gilt für die ausbildung im prinzip genau, er kriegt immer modernere sachen, er kriegt immer mehr technik und so weiter herein. Aber ob diese struktur wie die ausbildung dann erfolgt noch passt das ist dann die zweite frage.

    Sprecher:in 1: Andreas

    Sprecher:in 4: ja noch mal zu dieser spezialisierung und disziplinierung tatsächlich am anfang von unserem studium hat unser damaliger dekan gemeint. Der hat er alles mögliche schon gemacht, weil er gemeint in ihrer berufslaufbahn und das ist vielleicht jetzt eher ein praktischer tipp müssen sie einmal was richtig spezialisiertes machen wo sie sich beweisen um weil sonst wird ihnen später niemand glauben, dass sie irgendwas können. Das heißt sie müssen einmal was richtig spezialisiertes tun und danach können sie alles machen und das ist natürlich nicht so einfach aber ich glaube das darum geht's schon. Man muss schon irgendwo mal richtig tief drin gewesen sein, damit man auch quasi die Unwegsamkeiten von den detailprobleme lernt und sich da durch, weil sonst kann man auch später, wenn man wenn man quasi interdisziplinär oder weiter auf einem höheren Level arbeitet, überhaupt nicht mehr mit den anderen Leuten oder mit denen, die das dann am Schluss implementieren oder umsetzen müssen sonst ist man da abgehoben und frei fliegen. Das heißt von der Ausbildung, denke ich, ist es schon wichtig, sich mal eine Weile lang richtig tief in was reinzufressen und dann aber den Leuten so ein bisschen die Chance versuchen zu geben will ich jetzt ein Fachexperten werden, der sein ganzes Leben sich mit dem Thema beschäftigt? Warum nicht oder will ich eher noch woanders reinschauen und das ist ja nicht vorgesehen, also es gibt man kann ja vielleicht auch an anderen unis oder in anderen Verrichtungen Kurs machen. Theoretisch geht das, sagt ja keiner, dass das möglich ist. Da gibt es keine Unterstützung, da muss man sich auch wieder durchbeißen. Ist schon wieder ein neues Gilet quasi diese Interdiszipli also? Eigentlich ist das ein Kampf gegen das System, was aber auch natürlich eine wichtige in der Welt ein wichtiges Skills ist Darf ich, darf ich

    Sprecher:in 2: zum Anschluss

    Sprecher:in 4: oder okay, ähm, genau, ich wollte genau das auch kurz ansprechen. aus meiner technischen Uni aus Berlin, da hatten wir nämlich genau diesen Kampf, und ich hatte das große Glück, dass in meinem Studiengang dieser Kampf vor vielen Jahren mal gekämpft wurde von Studenten und wir halt jedes Semester bis zu zehn Punkte freie Wahl hatten, an jeder Hochschule die absolvieren zu dürfen, und es war jedes Jahr wieder ein riesiger Kampf, das zu behalten. Und ich glaube den Kampf, wenn man den halt also ich glaube, man muss ihn kämpfen, aber ich glaube, der bietet unheimlich viel Chance dann, und ich glaube, das ist ein Weg, um auch so ein bisschen noch mal. Also ich glaube, es ist super wichtig, es zu schaffen, gerade auch wenn man spezialisiert in Ingenieurs und so diesen Weitwinkel den Leuten zu ermöglichen, so, und das

    Sprecher:in 5: muss passieren

    Sprecher:in 1: darf ich eine Wortmeldung ja genau, oder da wird so lang, und vielleicht können die anderen die Mikrofone verteilen oder ich gebe dir mein

    Sprecher:in 9: Ich wollte nur auch einen ganz kleinen kurzen Erfahrungsbericht in die Runde werfen Ich bin ursprünglich Islamwissenschaftlerin und arbeite jetzt im KIT in der Forschungsförderung und berate Nachwuchswissenschaftler, wie sie ihre Anträge möglichst gut stellen sollen oder wie sie ihre Karriere gestalten können. Und wie bin ich da hingekommen? Ich bin gekommen, weil ich in den 80 er-jahren Abitur gemacht habe und uns wurde allen gesagt Ihr habt überhaupt keine Chance auf dem Arbeitsmarkt, macht irgendwas, ihr werdet sowieso arbeitslos werden und dann habe ich gedacht ja gut, ich habe keine besonders ausgeprägten Talente, ich mache halt irgendwas, was vielleicht ein bisschen speziell ist Islamwissenschaften, da gab es dann gewisse Berührungspunkte mit Sprache, Kultur und so weiter. Die mich sehr angesprochen haben, aber auch da wusste ich natürlich anschließend überhaupt nicht, was aus mir werden könnte, und mein Eindruck ist, dass sozusagen dieses Sich innerlich völlig öffnen für alles, für alle Möglichkeiten, die das Leben bietet und sozusagen immer zu versuchen, eine Perspektive, eine übergreifende Perspektive im Auge zu behalten, dass das sehr, sehr hilfreich war, und das ist aber nichts, was man irgendwo beigebracht bekommt.

    Sprecher:in 1: Aber ist das nicht auch gleich sehr schwer und gleichzeitig sehr verwirrend? Also dass ich glaube, das ist von vielen auch interdisziplinären Studiengängen mit oder Studiengängen, die viele Berührungspunkte haben ist das von den Absolventen, wird das auch oft als Last empfunden, diese Freiheiten zu haben und theoretisch alles und nichts machen zu können. Absolut

    Sprecher:in 9: absolut. Ich bin ja auch sozusagen kein Spezialist für nichts und irgendwie self made, wo man ja, es ist schwer schwer, sich zu rechtfertigen.

    Sprecher:in 1: Ja, ich bin

    Sprecher:in 6: Danke, danke Tina. Es passt eigentlich zu beidem, zu dem Kampf, der ausgetragen wird, dass man anders Lehre wahrnehmen kann, dass man da größere Freiheit auch hat, sich das auszusuchen. Schlussendlich geht es aber darum, dass das unbedingt implementiert sein muss, auch in einer Dokumentation, in einer Anerkennung dieser Studien oder Ausbildungsleistung. Ich will das auch unbedingt auf Handwerk mit ausweiten, eigentlich, dass es dafür eine Anerkennung am Ende braucht. Denn eine kleine kleine Erzählung Was ich mal noch so nebenher gemacht habe, weil neben meinem eigentlichen Studium ich habe da so ein Fach gehabt bei uns in den Geowissenschaften, da ging es darum, wie nukleare Materialien endgelagert werden sollen, ein schwieriges, heißes Thema, und das haben wir aus den Geowissenschaften aus sehr vielen Perspektiven betrachtet. Aber was da drin eigentlich passiert häufig zu selten. Deswegen bin ich dann zu den Physikern gegangen und habe gesagt Darf ich bei euch in einen Kurs reinsitzen, wo es genau um diese nuklearen Materialien geht, also wie die einzelnen, wie die einzelnen Reaktionen, dann ablaufen diese Materialien, wenn sie dann dort unten liegen Welche Wärme wird wann wie freigesetzt und welche einzelnen Reihen der Veränderung diese einzelnen Elemente dann durchlaufen? Und da waren die total irritiert und haben gesagt warum, weil es mich interessiert. Ach ja, okay, ja klar, das hat bei denen richtig gerat und dann war ich aber immer herzlichst willkommen, das einzige was nicht geklappt hat am Ende war, dass ich das noch irgendwie in meinen eigenen Abschluss mit einbauen konnte, hätte ich gerne gemacht, aber es war einfach, das war eine tolle Erfahrung. Aber man muss über diese Irritation hinwegkommen und dann gibt es ganz viel willkommen, dass man, dass man dieses Wissen gerne teilt, mit Leuten, die Interesse zeigen an einer solchen Fachrichtung und es wäre schön, wenn es einfacher wäre, so etwas umzusetzen.

    Sprecher:in 10: Also ich komme auch so vom Rand, auch in diese Gruppe, ich bin es bei eigenen Veranstaltungen gewesen bewundert es in hohem Masse was hier entstanden ist, weil das ist ja echte Kreativität und Inter Interdisziplinarität ich selber bin Architekt, habe in den 70 er Jahren studiert. Damals gab es das Zauberwort Projektstudium. Ich meine, ob das das Zauberwort deswegen, weil die Fächer sind ja alle so nebeneinander her Und man hat da seine seine Punkte gemacht, seine Scheine gemacht, hat dann so sein Zeugnis gekriegt am Schluss Projektstudium hieß damals genau das, dass man eben an einem Projekt mit verschiedenen Disziplinen arbeitet. Also wir sind ja sowieso Generalisten. Grundsätzlich wir, die regieren das dann irgendwie verstehen, wie heißt man von immer mehr, immer weniger, bis wir von allem nichts wissen und umgekehrt kennt man auch also wir. Wir müssen aber mit den Disziplinen reden können. Wir müssen, wir müssen uns verstehen gegenseitig. Und das war, dass man an einem Projekt die Tragwerks lehre, die Bauphysik, den Schallschutz, die Soziologie Ottokar Uhl gab es damals, den kennt sich ja jetzt niemand mehr, sie kennen ihn vielleicht noch. Das war ein Professor aus Wien. Bei dem haben wir den Begriff Mitbestimmung also beim Bauen, sozusagen, dass die Leute selber mitbestimmen, wie ihre Wohnung aussieht. Gelernt, Es gab ein Studienfach, dann hat man ist man mit Soziologen durch die Südstadt gegangen und hat die Stadt angeguckt, also nur um mal zu zeigen das ist in unserem Fach eigentlich das Zauberwort gewesen, um jetzt nicht irgendwie fast überhaupt nichts zu wissen und halt irgendwie zu zeichnen, Entwürfe zu machen, sondern zu verstehen. oder langsam zu begreifen, wie die Dinge zusammengehören und dass man eben mit den Fachleuten, mit den Fachdisziplinen auch reden kann, was ja auch mit dem Statiker notwendig ist dass wir verstehen, dass ein Haus jetzt eben so aussehen muss und nicht irgendwelche Dinge hinzeichnen. Hinterher rechnet er das so, dass es halt nachher nicht zusammenfällt. Also das denke ich, dieses Denken und dieses Herangehen halte ich für für sehr wichtig und ich glaube, das gilt ihr seid ja viel mehr in euren Fachdisziplin wahrscheinlich drin und habt ihr eure speziellen Dinge, die ihr da beackert? Aber ich denke, das ist auch gerade was sie meine Vorrednerin vorhin gesagt hat, halte ich für elementar wichtig in jedem Bereich, dass man offen sein muss, dass man auch diese Räume hat, und das ist ja auch ein wunderbares Beispiel für einen Kommunikationsraum, wo man zusammenkommt und wo man sich trifft und wo man genau diese Punkte erörtern kann und gemeinsam auf eine andere Ebene kommt, um sich zu verständigen und auch produktiv etwas umsetzen zu können. Um das geht es ja letztendlich

    Sprecher:in 8: Ich hab oder möchte direkt Bezug nehmen zu dem, was David vorhin gesagt hat, weil genau an dem Punkt war ich schon sehr oft in meiner Tätigkeit als Schneider. Seit den frühen Zweitausendern hat man das Berufsfeld der Damen Schneider und der Herrenschneider zusammen, heute nennt man das Massschneider, aber es gibt doch noch eine Fachrichtung, die nennt sich Herren oder Damen, und in Zeiten, wo Diversität diskutiert wird, wo man versucht, in öffentlichen Räumen Bezug darauf zu nehmen, dass es alles gibt, finde ich manchmal richtig peinlich, mich Herrenschneider zu nennen. Das sage ich ganz ehrlich, weil es gibt diesen Punkt, und wir haben viele, viele sehr, sehr viele Jour Fixes an unserem Haus, jede Woche eines entweder mit der Kostüm Direktorin, dann gibt es sogenannte Werkstatt Abgaben, wenn das Design erörtert wird, wenn die Werkstätten verstehen sollen, was muss produziert werden? Und ganz interessant ist es nennt sich alles Massschneider. Aber wir sitzen tatsächlich. Dort haben Vertreter der Darm Werkstätten und Vertreter der Herren Werkstätten. Das sagen wir So sind es arbeiten auf der Seite ausschließlich Schneider in den Kostümen für die Herren und auf der anderen Seite ausschließlich an den Damen Kostümen. Aber in diesen Werkstätten können sowohl Darm Schneider als auch Herrenschneider sitzen. So, und das Interessante ist immer wieder Es gibt einen Entwurf und dann ist das ein Kleid so, und wir alle wissen, wie ein Kleid aussieht. Jetzt trägt das aber ein Mann und jetzt ist die große Diskussion, die anfängt für mich total dämlich, aber wir sitzen wirklich dort und diskutieren 20 Minuten lang Welche Werkstatt näht das jetzt? Und die Damen sagen Hier steckt ja ein Mann drin und und original sagen die Meisterinnen auf der Herren Seite Ja, moment mal, aber das ist ja ein Damen Schnitt also wie wir mit Körpern umgehen, die so große Differenzen haben. Brustumfang, Teilen, Umfang, Gift, Umfang das ist die Anatomie der Frau ist eine andere. So so tief geht das und am Ende ja und am Ende braucht es einfach den einen Menschen, der sagt Okay, ich mach das und jetzt hatten wir für Salome ohne Werbung machen zu wollen. Es spielt am Sonntag mit der Zweitbesetzung Klaus Schneider. Der war krank, und er hat ein Kleid gebraucht. Und die Darmstädter? Und in der Herren Werkstatt hieß es Wir brauchen einen Schnitt. Klaus Schneider hat in seinem Leben noch nie ein Kleid an diesem Haus getragen, er stand mit 30 Jahren mal in einem, springt Taer auf der Bühne. So viel also den Schnitt hatten wir halt sehr, sehr weit entfernt von einem Kleid und ich hab einfach gesagt Ich mach das, ich mach das, und woraus habe ich den Schnitt entwickelt? Also es war kein Schnitt, der bezeichnet war, als Kleid, sondern ich habe einen Hemd Schnitt genommen und geschaut. Alles klar, es geht doch eigentlich nur um Linienführung. Wie sieht dieses Kleid aus? Hat mir den Entwurf angeschaut und alle sind zufrieden. Dass Klaus Schneider ein bisschen aussieht wie Ursula aus Ariel und alles aus einem klassischen 20 er Jahre hemmt, entwickelt so keine große Leistung. Alle sagen jetzt ja, gut, top hast du geschafft, Nächstes Projekt so, aber eigentlich war das Spartenübergreifend so als Herrenschneider, und obwohl wir alles Schneider sind, so total ist total verrückt

    Sprecher:in 7: so, das ist aber eine ganz schicke Sache im wahrsten Sinne des Wortes, weil es zeigt ihm etwas sehr deutlich und da komme ich wieder zurück an den Hochschulbereich. Diese Ausbildung, die dort eben die verschiedenen Durchlauf Namen, Herrenschneider, Damen Schneider, haben sie eben auch sehr stark sozialisiert in ihrer eigenen Rolle und das ist da jetzt gerade offen getreten in 30 Minuten. Das Gleiche passiert aber auch in der Ausbildung, wenn wir jetzt zum Beispiel einen Ingenieur ausbilden oder ein Naturwissenschaftler bis zur Promotion, der wird da auch drin sozialisiert und das prägt ihn stärker, als er es vielleicht empfindet. Und in dieser Sozialisierung spielt heute das Sozialisation, glaube ich, spielt heute eine wichtige Rolle. Dann veröffentlichung, Paper schreiben, Drittmittel organisieren und so weiter. Und wir haben über den hörs Faktor schon geredet er wird auf den Hör reduziert guter Wissenschaftler schlechter Wissenschaftler, soweit alles gut, aber nur ein Bruchteil der Absolventen werden tatsächlich in einer akademischen Karriere an der Uni bleiben, sondern werden diese verlassen und ich sehe das dann immer sehr schön, wenn dann dort mit dem mit der Promotion eine Erfindung kommt und es heißt ja, jetzt müsst er aus, also das das ist so toll, das wird eine tolle Firma und jetzt soll jemand, der sozialisiert worden ist in dieser Einrichtung, mit Mal von einem Tag auf den anderen soll aus die Wojak ein Steve Jobs werden, nämlich der perfekte Businessman. Und das ist wirklich die große Problematik, die wir im Moment haben, dass diese Sozialisierung, die da läuft, so prägend ist, dass sie nämlich, wenn ich herausgehe, fachlich vielleicht viele Möglichkeiten habe, Andreas ob man viel was ausprobieren kann, aber ich komme eigentlich aus meiner eigenen Haut komme ich nicht mehr raus, um wirklich auf die Dinge so drauf reagieren zu können, wie ich drauf reagieren muss.

    Sprecher:in 1: Danke, schön, okay, Andreas noch und danach würde ich gerne nämlich die Schlussrunde einläuten.

    Sprecher:in 4: Also ich bin tatsächlich jetzt auch nicht so ganz klassisch ich habe zuerst eine Lehre gemacht und dann das Abi und dann das Studium und ich denke, das ist gar kein schlechter Weg, kann ich auf jeden Fall empfehlen, aber ja,

    Sprecher:in 1: das das sehe ich auch so. Ich glaube, dass auch, dass das ein sehr guter Weg ist. Trotzdem würde ich jetzt gerne also vielen Dank auch für die rege Beteiligung auch von den nicht direkt von vornherein geplanten Rednern, sondern eben den Leuten, die dazugekommen sind. Wir haben jetzt, denke ich, sehr viele spannende Punkte angesprochen. Unser Thema heute ist ja aber die Frage nach der Zukunft der Interdisziplinarität, und nach unserer Diskussion frage ich mich, ob Interdisziplinarität eine Zukunft hat oder dieses Wort eine Zukunft hat, oder ob es eigentlich zu einer Selbstverständlichkeit werden könnte, und dazu würde ich gerne vielleicht einmal kurz Reihe um in wenigen Sätzen noch eine Stellungnahme hören oder was vielleicht auch ein Wunsch wäre, wie sich das in Zukunft ausgestaltet.

    Sprecher:in 6: Ich kann das, glaube ich, mit einem ganz klaren Ja beantworten und dass es sein muss, dass ich Disziplinen verändern und dass man mehr über diese Interdisziplinarität in Transdisziplinarität hineinkommt, einfach aufgrund dessen weil die Herausforderungen, vor denen wir als Gesellschaft stehen, so groß sind, so weitreichend, und so komplex, dass wir die alleine in unseren Denkstil nicht gelöst bekommen werden und deshalb freue ich mich drauf über jede Person, die da mitmacht und gemeinsam diese Sidos verlässt, um Zukunft zu schaffen.

    Sprecher:in 2: Ja, ich äh, kann muss natürlich jetzt auch ja sagen Nee, aber ich will auch ja sagen ja, und was ich aber sagen kann Aus eigener Erfahrung ist, dass es auf jeden Fall auch Arbeit bedeutet, dass es bedeutet Man muss sich hinsetzen und zuhören, dass es bedeutet, man muss auch lernen, Dinge zu erklären, nicht unbedingt in einem Fachjargon, und das ist auch bedeuten Man muss bereit sein, dass es auch Diskussionen und auch Unstimmigkeiten gibt und dass es nicht jetzt mal so eben passiert, und das muss, glaube ich, ganz tief auch sitzen, weil sonst auch Unzufriedenheit aufkommen kann, wenn man einfach nur sagt Wir arbeiten jetzt interdisziplinär. Punkt. Ja,

    Sprecher:in 3: ich glaube auch, dass natürlich Arbeit und Konzentration und das hatten wir auch vorhin schon, die überhaupt erst die Bereitschaft dazu was mitnehmen zu wollen oder zuhören zu wollen, so dermaßen wichtig ist. Und ich glaube ja, es werden ganz dringend Plattformen oder Orte Räume gebraucht, wo fachübergreifend diskutiert wird, noch mehr als vielleicht fachübergreifend zusammengearbeitet. Also ich würde tatsächlich Für mich liegt der Austausch und das Erkennen der verschiedenen Perspektiven und Sprachen noch dringender im Vordergrund, als dass man zusammen an etwas arbeiten muss, sondern die Orte, wo sich überhaupt in Berührung begeben wird. Das finde ich dringend wichtig. Ja,

    Sprecher:in 4: ja, also ich hoff, dass man irgendwann mal weiter weg von dieser Wortklauberei und diesem Bass und dass man jetzt immer dem nächsten, quasi gesprochenen Trend hinterher läuft, bloß damit man dabei mitreden kann und mehr sich wieder auf das konzentriert, was man eigentlich machen will, also Ziele festlegen und sich dazu vermitten mit allen Chancen und Risiken. Ja, ich glaube, darum geht es und das sollte eigentlich eher selbstverständlich sein, also zu einer Selbstverständlichkeit werden, also quasi zu Infrastruktur Teil übergehen und nicht irgendwie was neues Fan sie

    Sprecher:in 5: Ich glaube, ich kann mich nur dem anschließen. Was ihr gerade gesagt habt Ein bisschen so Die Synthese aus Norinas und Andreas Satz. Ich glaube so wenn ich jetzt überlegen würde, wie sollte die Zukunft von Interdisziplinarität ausschauen, ganz speziell nach diesem Beispiel, das wir jetzt hier zehn Wochen lang gelebt oder bespielt haben. Ich finde ja, es sollte in Infrastruktur übergehen, das sollte in Räume übergehen und ob wir das jetzt eine Werkstatt nennen, ein Labor nennen. Ich glaube, es geht quasi darum diese es gibt ein bisschen was, was du vorhin auch schon gesagt hast eigentlich. Wir können ja keine Probleme lösen mit Tools, die die Probleme mit geschaffen haben. Eigentlich. Es braucht diese neuen neuen Plattformen und neuen Räume, und eigentlich muss man jetzt sagen Gut jetzt die neuen Räume in neuen WERKstattPALAST Labor wie auch immer für die Infrastruktur ein Wunsch.

    Sprecher:in 7: Ja, natürlich brauchen wir es, aber das setzt auch was aus, und ich glaube, das ist eine wichtige Voraussetzung überhaupt. Das ist nämlich Ehrlichkeit, aber dass wir es brauchen. Nicht jeder sieht es so, dass die Leute sich gegen sich selber gegenüber ehrlich sind, aber auch den anderen, dass wir diese Zusammenarbeit brauchen, dass wir dann aber, wenn diese Ehrlichkeit auf der Ebene ist wir auch die Ehrlichkeit brauchen, dass wir dafür die Rahmenbedingungen schaffen müssen und wir sind immer wahnsinnig gut, egal wo man hinschaut. In diesem Land a zu sagen, um irgendwo dabei zu sein, aber wenn es um B sagen geht, dann geht dann das große Zähneklappern los und da würde ich mir ein bisschen Mut, Ehrlichkeit und Mut wünschen, eben dann auch das wirklich durchzuziehen, und das ist hier ein Paradebeispiel, denke ich eben zu sagen, da wird was durchgezogen, und da sehe ich jetzt mich eher in der dritten Reihe. Aber eben diejenigen, die jetzt hier am Tisch sitzen oder gerade oben rumklettern, um die Folie aufzuziehen. Nicht die haben eben diesen Mut gezeigt und damit auch gezeigt, dass sie ehrlich sind. Also danke,

    Sprecher:in 1: danke schön an die ganze Runde. Ich denke, es gab jetzt keine offene Fragerunde mehr, einfach aus Zeitgründen, aber wir sind hier, ihr könnt uns ansprechen. Wenn gerne noch jemand einen gewissen Punkt vertiefen möchte, können wir das im Nachgang gerne in kleineren Gesprächsrunden noch machen, und ja, damit schließen wir die letzte Diskussionsrunde des WERKstattPALAST und freuen uns heute Abend auf das zukunftsfest, mit dem wir das hier beschließen werden. Norina

    Sprecher:in 3: also auch einfach Einladung zur Party heute Abend also wenn ich so lange durchhält hier zu bleiben, einfach wiederkommen und jetzt sitzt sie oben oder steht oben, wie Andreas meinte, immer mal Lilo von Arthur wird heute den Abend musikalisch füllen und da freuen wir uns alle sehr drauf, dass wir noch mal zusammen auf den Putz oder nicht Putz hauen können und genau also jetzt sind 94 Veranstaltungs realisiert worden und jetzt folgt noch einer und der ist heute abend ja sehr gut

    Sprecher:in 2: ja.

    Mitschnitt: ato

Kontakt · supermorgen

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