Die Ausstellung im WERKstattPALAST war nie fertig. Drei Container wurden am 8. und 29. September neu bespielt, die Fotoausstellung auf der Empore zweimal komplett getauscht. Viele Arbeiten entstanden für den Ort: am Gerüst, an der Fassade, an den Eingangstoren und im Hafenbecken.
29Werke in diesem Archiv
7Filme im Kino-Container
6Orte auf dem Gelände
Ausstellung
Alle Werke auf dem Gelände.
Foto: Sebastian Heck
Eingangstore des Geländes · 2022
4 x Tor
Dennis Ulbrich
Metall, Holz, Kunststoff, Plexiglas, Farbe
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Das Kunstwerk war Eingang und Ausgang zum Gelände, und genau damit spielt es: zwei Tore, die sich öffnen und schließen lassen, sodass Vorder- und Rückseite eine eigene Rolle bekommen. Die Flechtarbeit funktioniert von beiden Seiten und spielt mit halbtransparenten Materialien wie Folien. So entsteht eine Verbindung zwischen „offen“ und „geschlossen“. Ein Großteil der Materialien stammt aus der Umgebung des Rheinhafens.
Filmscreening 1.–4. September, danach Container 1 · 2022
Algorithmenbasierte Kameraüberwachung
Cite-Online (Martin Mannweiler, Mark Julien Hahn)
Film, 40:26 Minuten
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Dokumentation eines polizeilichen Videoüberwachungsprojekts in öffentlichen Räumen in Mannheim. Die Maßnahme wirft allgemeine Fragen auf: zu subjektiver Sicherheit, panoptischer Überwachung, objektiven Bedrohungslagen, konzerngesteuerten Bilddatenbanken, globalen Krisen und lokaler Kontrolle. Musik: Björn Castillano.
But instead of saying thanks, that snake gave a vicious bite
Hannah Cooke
Buntglas-Fensterbild, Tiffany-Technik
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Das Buntglas-Fensterbild zeigt eine grüne Schlange, die sich an einem Männerpissoir hochschlängelt, wie man es von Festivals kennt. Sie verweist auf die langen Schlangen vor den Damentoiletten und lässt zugleich Bezüge zu christlicher Symbolik zu.
Acryl auf Leinwand, Plastikfolie mit Slime-Flüssigkeit aus Rheinwasser
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Die Mixed-Media-Arbeiten spielen auf den Ort an: Ein Wasserfries aus Rheinwasser-Slime windet sich durch den Schiffscontainer und macht aus den Gemälden, sonst Güterware, Subjekte. Werke und Betrachtende werden so zu neuen „Cargo Bay Passengers“, deren frühere und kommende Reisen nur zu erahnen sind. Gezeigt wurden Bilder der Serien „Spring has been broken“ (2020) und „Gender Violence“ (2022) und der Fries (150 × 1500 cm, 2022).
Vertreten durch die ato-Kunstagent:innen Anna-Lina Helsen und Kai-Uwe Hermann (ARTWORKROOM)
Spuren der Metamorphose des Tagpfauenauges auf Papier (Triptychon) / verlassene Puppenhüllen, jeweils hinter Museumsglas
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„Cartographer“: Gewebe und Farbstoffe, die bei der Metamorphose übrig bleiben, bringen Schmetterlinge unmittelbar nach dem Schlüpfen zu Papier. Ungeachtet aller Schönheit formt sich das Bild eines Kampfes: Falter mit dunkleren Flügeln verschwinden, weil sie ihre Körpertemperatur schlechter regulieren können.
„Shelter“: Die Puppen des Tagpfauenauges hat die Künstlerin auf einer urbanen Brachfläche kurz vor der Bebauung aufgelesen. Ihr Atelier wurde zum Schutzraum für die Raupen, die dort ihre Verwandlung begannen.
SurrealLabor: Andreas Hölldorfer, Julia Ihls, Marius Probst
PVC-Schlauch, Kupferspulen, 3D-gedruckte Murmeln aus Bio-Harz, Fahrradkette, Kondensatoren
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Die kinetische Licht-Installation ist eine ortsspezifische Arbeit für den WERKstattPALAST und ein experimenteller Kommentar zum Thema Infrastruktur. Ein PVC-Schlauch formt eine gewundene „8“. In seinem Inneren rollen mit LEDs bestückte Kugeln hinab, die ihre Energie, ähnlich wie beim induktiven Laden, magnetisch über Kupferspulen erhalten. Ein motorisierter Aufzug aus Fahrradketten befördert sie anschließend wieder nach oben.
Eine im Rheinhafen schwimmende Arbeit von Christian Schnurer, vorgesehen ab Mitte September 2022 im Hafenbecken. Am 17. September war ein Gespräch über die Arbeit angekündigt. Zu „Der Patriot“ gibt es kein Label und keinen Werktext; ob die Arbeit wie geplant umgesetzt wurde, ist in den Unterlagen nicht belegt.
Granit, Stahl, Baunetz, ungebrannter Ton, Zuckerwasser / Stahl, Lack, Seide, Kupfer / Stahl, Aluminium, Baunetz, Ton, Sonnenblumen, Acrylfarbe
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Drei Arbeiten, in denen Materialien aufeinandertreffen: Granit auf Baunetz und Zuckerwasser („Doppeltes Glück“, 2018), fragile Seide mit leichten Wolkenmotiven auf Stahl („Untitled“, 2020), poliertes Metall auf Ton, Acrylfarbe und Blütenblätter („Eingefasst No. 13“, 2019). Die Begegnung der Materialien, ihre Veränderung, etwa bei natürlichen Stoffen, und die Interaktion mit den Betrachtenden sind für Kegelmanns Arbeit wesentlich. Schon ein leichter Luftstoß setzt die Seide in Bewegung.
Stein, Papiermaché, aufgelöste Zuckerstücke, Seifengüsse, Holz und Löcher, Plastiktüten, Keramik
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Die Installation ist ein großes Stelldichein aus Materialien. In einem zunächst wilden Miteinander positionieren sich Cluster zu energetischen Strukturen. Sie justieren sich selbst, verschmelzen und tauschen Plätze; die Dinge und Imitationen trotzen ihrem Materialverständnis, beugen jede Definition, untergraben Hierarchien und hinterfragen tradierte Systematiken. Die Arbeit entstand vor Ort und bildete in der Materialbibliothek das Narrativ „Kunst“.
Selbst einfache Strukturen können verkleben und verkrusten, ein Vorgang, der sie aufdröseln, stabilisieren oder erstarren lassen kann. Das mit Dichtstoff aus dem Bootsbau verklebte „Tauwerk“ nutzt die klar gegliederte, glatte Fassade und wird zur kontrastierenden, vielleicht parasitären Binnenstruktur.
Eine landschaftliche Abhandlung und eine dystopische Annäherung. Der Titel bezieht sich auf den feinen gelben Staub, der im Sommer 2022 die Städte überzog: eine Art Angstblüte der Kiefern, ausgelöst durch klimatische Veränderungen. Die installative Arbeit kreist um Anpassung an den Klimawandel, um Verletzlichkeit und um die Vorstellung, der Mensch könne die Natur vollständig beherrschen.
Videoschnitt: Philippe Mainz · Stimme: Anela Luzi · Videobeiträge: Alex Besta, Lena Loy, Nik Lock, Philippe Mainz, Tibor Pilz. Unterstützt durch ein Arbeitsstipendium der Kunststiftung Bonn/Neustart Kultur.
Konsumprodukte, Produkte aus japanischen 100-Yen-Shops, Beton, Kies
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In sieben Wandregalen standen Konsumprodukte „Made in“ Germany, USA, Japan, Taiwan, China, Russia, Ukraine und Hong Kong. Am Ende des Containers stand ein Ikebana-Objekt aus der Serie „Ike-100-Yen-Shop“ der Künstlerin. Für Senge ist die bewusste Auseinandersetzung mit Konsum ein erster Schritt zur freien Entscheidung: „Durch die Bewusstmachung dessen, was wir kaufen, sind wir Manipulationen nicht mehr ausgesetzt.“
Die Arbeit entstand beim Versuch, aus einer Blockade herauszukommen: Von Silberland machte in Copyshops Bilder aus Papier und Negativen, daraus Fotogramme, die er digitalisierte und vektorisierte. Im Stil dieser ersten Fotogramme entstanden über 150 Zeichnungen, die er als Ebenen kombinierte. Reihenfolge und Überlagerung der Ebenen geben jedem Bild Struktur, Stabilität, Dynamik und Rhythmus. Unterstützt durch ein Stipendium der Stiftung Kunstfonds.
Zur Sache! Nur – zu welcher? Ein Sprecher leitet Darsteller und Zuschauer:innen an, Arbeitsschritt folgt auf Arbeitsschritt, „Gleich hast du es geschafft!“. Ein zielgerichteter Fortschritt ist nicht zu erkennen: Die suggerierte Struktur löst sich beständig in fallende Kieselsteine auf. Banfield und Geissler befassen sich mit dem Genre der Anleitungsfilme, zwischen kommerzieller Über-Ästhetisierung und dekonstruierender Videokunst. Welche Berechtigung hat das reine, ziellose Tun?
Ein Painting-Pop-up-Store vom 22. bis 25. September 2022: Besuchende konnten bei der Künstlerin einzigartige „Pizzen“, also abstrakte Bilder, bestellen oder fertige kaufen und wie im Pizzaladen mitnehmen. Gin Bahc war donnerstags und freitags am Abend vor Ort, am Wochenende lief der Laden über Instagram.
Vertreten durch die ato-Kunstagent:innen Anna-Lina Helsen und Kai-Uwe Hermann (ARTWORKROOM)
AG Lichtbild: Lisa Bergmann, Mascha Dilger, Sebastian Heck, Jehad Othman, Nemanja Sarbajic, Manuel Sékou, Alexander Theis
Fotografie (C-Prints)
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„Paradies Baustelle“ war eine Ausstellung in drei Teilen: Während der Laufzeit hat die AG Lichtbild ihre Fotografien zweimal komplett ausgetauscht. Gezeigt wurden Arbeiten von sieben Fotograf:innen. Gemeinsam ist ihnen die Untersuchung urbaner Situationen, in denen sie soziale oder rein optische Gegebenheiten betrachten.
Die AG Lichtbild ist eine offene Gruppe, die sich über unterschiedliche künstlerische Ansätze austauscht. Viel fotografisches Material bleibt auf Festplatten liegen; die AG schafft einen Raum, diese Bilder zu zeigen, ohne gleich ein Konzept oder einen Auftrag erfüllen zu müssen.
Eine Spiegel-Installation mit Kamera und Bildschirm. „When we look in the mirror, we think we can recognise ourselves. But who are we actually, don’t we all have eyes, nose, mouth? At what point does it become a stranger?“
Offsetdruck, DIN A1 (Druckerei Wolfgang Karwatzki, Rheinstetten)
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21 ato-Künstler:innen aus ganz Deutschland geben je einen Einblick in ihre Auseinandersetzung mit dem Thema Struktur: künstlerisch, abstrakt, ästhetisch, verspielt oder politisch. Die Poster konnten an der Rezeption oder online gekauft werden, der Erlös unterstützte den WERKstattPALAST.
Pigmentdruck auf Hahnemühle, kaschiert auf Alu-Dibond
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Zwei Fotografien, die das Halbformat auf unterschiedliche Weise nutzen: „Thirty Slides“ (2012) und „Alp Zeznina Dadaint (May 2021)“ (2022). Die Bilddopplung wirkt wie ein Fenster und damit wie Architektur. Saskia Fischer: „Wenn ich an Struktur denke, denke ich häufig über Wege nach und wie diese Landschaft verändern: von Desire Paths zu städtischer Infrastruktur und Architektur. Ich frage mich dabei, wie marginalisierte Identitäten, wie meine eigene, sich in diese Landschaften einschreiben können.“
Keine Werke mit dieser Kombination. Entfernen Sie einen Filter.
Kino-Container
Sieben Filme, ein Container.
In der zweiten Runde lief im Kino-Container ein Programm aus sieben Kurzfilmen und Videoarbeiten, in Schleife, bei freiem Eintritt. Davor zeigte der Container den Film „Algorithmenbasierte Kameraüberwachung“ von Cite-Online.
01
AG-NES
Luise Peschko
Video · 2021
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Das Video untersucht Verhaltensmuster in homogenen Diskursräumen, die dazu führen, dass Gruppen sich zunehmend radikalisieren. In digitalen wie analogen Echokammern werden Meinungen zu unverrückbaren Dogmen, die keinen echten Diskurs mehr zulassen.
Im fruchtbaren Land Mesopotamiens, mitten in einer Konfliktzone, graben Bagger das Herz einer antiken Stadt um und stellen die Topografie auf den Kopf. Die Choreografie der Maschinen birgt zugleich das „guilty pleasure“, Baustellen zuzuschauen. What is the cost of our structures?
D/XXV ist der Name des Hauptbauwerks im Dammsystem, das Karlsruhe vor den wiederkehrenden Rheinhochwassern schützt. Der Kurzfilm folgt dem Damm und seiner Rolle für die Lebensräume, die sich um ihn herum bilden. Audio: Ilja Morgenstern · Color Grading: Tibor Pilz, Alexander Thelen · Sounddesign: Sebastian Schönfeld · Stimme: Volker Guthier.
Die Aufnahmen zeigen den Eingangsbereich eines Einkaufszentrums aus den 1970er-Jahren in Jerusalem, mit der in Israel üblichen Sicherheitskontrolle mit Metalldetektor und Handscanner. Seit den vielen Anschlägen Anfang der 2000er hat jedes öffentliche Gebäude eine solche Einlasskontrolle. Nach 20 Jahren wirkt sie eher wie ein festes Ritual als wie ein Schutz. Mit Unterstützung von Karam Natour.
„Islands are the peaks of a landmass with no visible bridge.“ Der Film nähert sich im Winter dem Gebiet um Rappenwört in Karlsruhe: einem Ort ohne Menschen und doch voller menschlicher Projektionen. Stimmen mit ganz eigenen Beziehungen zu dieser Insel am Stadtrand erzeugen einen archivischen Raum zwischen spätsaisonaler Stille und Abenteuerlust.
Die Videoarbeit ist ein Gedankenexperiment, das sich aus feministischer Perspektive mit der Exklusivität von Körpern in Räumen beschäftigt. Die Performerinnen stellen sich vor, wie zwei heteronormative Cis-Männer einen Zockerabend veranstalten. Durch ihre Einmischung verschwimmen die sonst klar zugeordneten Posen und Gesprächsfetzen.
Schattenseiten treffen sich am helllichten Tag auf offener Straße
Benjamin Breitkopf
Video · 2022
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Eine Agentengeschichte auf treibender Musik: ausspionierte Spione, Blicke und Formstudien in einer poetischen, der Zeit entrückten Welt. Musik: Igorrr (2014).