Über das Projekt
Eine Eigeninitiative, kein Auftrag.
Den WERKstattPALAST hat niemand bestellt. ato und der KIT Innovation HUB – Prävention im Bauwesen haben ihn 2022 aus eigener Initiative entwickelt, gebaut und betrieben: zehn Wochen, vom 13. August bis 15. Oktober 2022, an der Anlegestelle der MS Karlsruhe im Karlsruher Rheinhafen. Es gab keinen Auftraggeber und keine Ausschreibung. Wir haben das gebaut, weil wir wissen wollten, ob es funktioniert: Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft an einem Ort, über zehn Wochen, bei freiem Eintritt.
Vieles von dem, was supermorgen heute für Kommunen, Hochschulen und Unternehmen anbietet, haben wir hier zum ersten Mal ausprobiert.
Von der Idee zum Gerüst.
3. September 2021. ato schlägt dem KIT Innovation HUB in einem Konzeptpapier einen „WERK STATT PALAST“ vor, verfasst von Norina Quinte und Emma-Lilo Keller. Die Idee ist größer als das, was später entsteht: ein dauerhaftes „Zukunftsareal für Handwerk, Forschung und Kunst“ auf einer leerstehenden Fläche, etwa dem ROTAG-Areal in Grünwinkel oder dem Thermoselect-Gelände im Rheinhafen.
Ein privates Treffen, ein gemeinsamer Termin. Laut BNN entstand die Idee, Kunst und Wissenschaft zu verbinden, bei einem privaten Treffen. Im Gespräch am 20. August 2022 erzählte Andreas Gerdes, wie es weiterging: Bei einem gemeinsamen Termin, bei dem beide Unterstützung suchten, wurde die eine Hälfte der Idee sofort aufgegriffen, die andere hieß es, gehe nicht. Danach beschlossen sie weiterzumachen.
10. Januar 2022. ato und KIT Innovation HUB legen gemeinsam das Konzept „Zeit um-zu-denken“ vor. Zwei Säulen: ein Netzwerk aus Expert:innen und Bürger:innen und ein physischer Prototyp-Ort.
März bis Mai 2022. Standortsuche. Geplant war zuerst eine Fläche unter der Rheinhafenbrücke, der „Schneckenbrücke“. Gebaut wurde schließlich an der Anlegestelle. Die Nutzung des Rheinhafens für Kulturprojekte war bis dahin nicht gestattet, die Positionen von Stadt und Hafenverwaltung galten als verhärtet. Überzeugt hat laut Rückblick die Verbindung von Wissenschaft und Kunst. Der WERKstattPALAST war die erste extern organisierte Kulturveranstaltung auf dem Hafengelände.
August bis Oktober 2022. Umgesetzt wurde eine kleinere, temporäre Fassung der ursprünglichen Idee: zehn Wochen, ohne Handwerkspartner, als zweigeschossiger Gerüstbau. Die ganze Geschichte steht in der Zeitleiste.
Wer veranstaltet hat.
ato, Kunstplattform und Netzwerk mit Sitz in Berlin und Karlsruhe. ato hat die Idee eingebracht und war zuständig für Konzept, künstlerische Leitung, Programm, Ausstellung, Szenografie, Grafik und Website. Die Ideenagentur supermorgen gehört zu ato.
KIT Innovation HUB – Prävention im Bauwesen am Karlsruher Institut für Technologie, unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Gerdes. Der HUB hat das wissenschaftliche Programm verantwortet, die Werkstatt-Workshops, große Teile der Materialbibliothek und die Kommunikation vor Ort mitgetragen.
Team
Wer daran gearbeitet hat.
22 Menschen aus den Teams von ato und KIT Innovation HUB, dazu rund 190 Mitwirkende und viele freiwillige Helfer:innen.
ato
Konzeptentwicklung, künstlerische Leitung und Gesamtkoordination
Sophie Lichtenberg
Co-Kuratorin, Szenografie und Raumgestaltung
Jannik Lang
Projektassistenz, Szenografie, Materialbibliothek
Emma-Lilo Keller
Grafisches Konzept und musikalische Leitung
Hannah Klein
Management, Strategie und Finanzen
Stephanie Rothe
Netzwerk und Kunstvermittlung
Andreas Hölldorfer
Technische Umsetzung Sound und Licht
Alex Wenger
Technische Umsetzung Sound und Licht, Medienkunst
Anja Schneider
Technische Umsetzung Homepage 2022
Adam Gawel
Technische Umsetzung Homepage 2022
Fotografie, Dokumentation und DJ
Anna-Lina Helsen
ato-Kunstagentin (ARTWORKROOM)
Kai-Uwe Hermann
ato-Kunstagent (ARTWORKROOM)
Lea Grosz
ato-Kunstagentin
Lisa Bergmann
Künstlerin, ato-Kunstagentin
Didem Yazıcı
ato-Kunstagentin, Kuratorin und Autorin
Elisabeth (Lisa) Kuon
ato-Kunstagentin
KIT Innovation HUB
Andreas Gerdes
Prof. Dr., Leitung KIT Innovation HUB – Prävention im Bauwesen
Christina Becker
Projektleitung WERKstattPALAST beim KIT Innovation HUB
David Seiler
Konzeption Programm und Materialbibliothek
Christine Vera Fischer
Grafik-Assistenz
Justine Hartwig
Grafik-Assistenz
Wie der WERKstattPALAST finanziert war.
Der Eintritt war frei, das gesamte Programm kostenlos. Finanziert wurde das Projekt aus mehreren Quellen, und zum Druckzeitpunkt des Programmhefts war es nicht vollständig finanziert.
- Sponsoring und Sachleistungen: Building Partners Group hat den gesamten Gerüstbau einschließlich Auf- und Abbau ermöglicht. Die Rheinhäfen Karlsruhe haben die Fläche gestellt. Weitere Unternehmen haben Material, Druck, Gastronomie und Technik beigetragen.
- Öffentliche Förderung: Das Kulturamt der Stadt Karlsruhe hat das Projekt gefördert. Ein Forschungsstipendium „Junge Innovatoren“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg hat Teile des ato-Teams 2022 finanziert und den WERKstattPALAST damit mit ermöglicht. Ob und in welcher Form weitere Landes- und Bundesmittel geflossen sind, prüfen wir noch.
- Ehrenamt: 60 % der geleisteten Arbeitsstunden waren freiwillig und unbezahlt. Das haben wir schon 2022 im Programmheft offengelegt, zusammen mit der Kostenstruktur: Sachmittel 54 %, Personal 30 %, Honorare für Künstler:innen 12 %, Honorare für Musiker:innen 4 %, jeweils mit dem Anteil, der gedeckt war.
- Eigene Einnahmen: Verkauf der Print-Edition „Struktur. Struktur! Struktur?“, des Material-Quartetts und die Kaffeekasse an der Rezeption.
Wir legen das offen, weil eine solche Finanzierung bei Kultur- und Wissenschaftsprojekten nicht die Ausnahme ist, sondern häufig der Regelfall.
Partner:innen
Wer mitgemacht und mitgetragen hat.
Veranstalter, Förderung, Sponsoring und Sachleistungen, Kooperationen und Programmpartner:innen, wie sie in unseren Unterlagen stehen.
Veranstalter 2
Initiative, Konzept, künstlerische Leitung, Programm, Grafik, Szenografie, Website
KIT Innovation HUB – Prävention im Bauwesen
Ko-Koordination, wissenschaftliches Programm, Werkstatt-Workshops, Materialbibliothek
Förderung 2
Projektförderung; Einbindung in das Kulturprogramm rund um die Tagung des Weltkirchenrats 2022 in Karlsruhe
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Forschungsstipendium „Junge Innovatoren“ 2022 für Teile des ato-Teams, das den WERKstattPALAST mit ermöglicht hat
Sponsoring und Sachleistungen 23
Hauptsponsor: gesamter Gerüstbau einschließlich Planung, Auf- und Abbau
Fläche an der Anlegestelle, Hilfe beim Aufbau der Infrastruktur, Material für die Materialbibliothek
Sponsor, Anzeige im Programmheft
Material für die Materialbibliothek (PET)
Material für die Materialbibliothek (Bodenaushub)
CLAYTEC
Unterstützung der Materialbibliothek
Sponsor, Anzeige im Programmheft
Gastronomie „Port Dog“ während der gesamten Laufzeit
Deutsches Gelenkzentrum Heidelberg
Unterstützer laut Website 2022
Fördergesellschaft ZKM/HfG
Unterstützung der Materialbibliothek
Hornung GmbH
Unterstützung der Materialbibliothek
Unterstützer laut Website 2022
KATZ (Koehler Group)
7.500 Bierdeckel
Unterstützer laut Website 2022
KUHG
Unterstützung der Materialbibliothek
Unterstützer laut Website 2022
Unterstützer laut Website 2022
MiRO Mineraloelraffinerie Oberrhein
Material für die Materialbibliothek (Petrolkoks)
Offsetdruckerei Wolfgang Karwatzki
Druck, unter anderem Programmheft und Print-Edition
Material für die Materialbibliothek (Aluminium, Stahl) und für die Arbeit „Tore“ von Dennis Ulbrich
Fotodokumentation, Anzeige im Programmheft
Material für die Materialbibliothek (Ausbauasphalt)
Sponsor mit eigenem Programmbeitrag: Dialog „Möchtest Du hören was ich brauche?“ (8. Oktober)
Kooperation 5
Materialbibliothek, Material-Quartett, Ausstellung, Workshop „How to Bio Design?“, Abschlussgespräch
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Dachinstitution des KIT Innovation HUB
Kunstbüro der Kunststiftung Baden-Württemberg
Vortrag „Kunst Macht Markt“, Gespräch „Wie fair teilen?“ und Workshop mit Sophia Pompéry (29. September bis 2. Oktober)
Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
Kooperationspartnerin, u. a. über das Bio Design Lab und das Open Resource Center
Programmpartner:innen 13
/MKDIR Collective
Vortrag (1. September) und Workshop (4. September)
AG Lichtbild
Fotoausstellung „Paradies Baustelle“ auf der oberen Empore
Vortrag, Performance und Gespräch (6. bis 8. Oktober)
Centre Culturel Franco-Allemand Karlsruhe
Gespräch „Der Patriot“ zur schwimmenden Arbeit von Christian Schnurer (17. September)
Cite-Online
Film zur algorithmenbasierten Kameraüberwachung, Videoinstallation im Container
die Anstoß e.V.
Gespräch „Freie Initiative, große Wirkung?“ (27. August)
HfG Open Resource Center
Workshop „La grande baguette magique“ mit STRWÜÜ (4. September)
Technik für Sound und Licht, Abend „Musik und Licht“ (2. September)
Reallabor Karlsruhe (Stadtplanungsamt)
Ausstellung, Gespräch „Freie Initiative, große Wirkung?“ (27. August)
Socialform / Amt für künstlerische Vermessung
Vortrag (25. August) und Gespräch (27. August)
Stadtlücken e.V.
Gespräch „Freie Initiative, große Wirkung?“ (27. August)
Workshop „Zeichen setzen!“ (18. September)
Wasserschutzpolizei Karlsruhe
Besichtigung eines Polizeiboots (25. September)
Danke.
An Building Partners Group, insbesondere Alexander Steinberg, und an Uwe Schaumlöffel auf der Baustelle. An die Rheinhäfen Karlsruhe. An das Bio Design Lab der HfG Karlsruhe für die Mitentwicklung des Quartetts. An DeliBurgers, Tim Vogt, die Offsetdruckerei Wolfgang Karwatzki und alle Sponsoren und Projektpartner:innen. An die freiwilligen Helfer:innen beim Aufbau. An alle Künstler:innen, Wissenschaftler:innen, Musiker:innen und Gäste. Und an alle, die zehn Wochen lang in den Hafen gekommen sind.