Programm

Donnerstag · · 18:30 Uhr · Salon

Urbaner Metabolismus – Strategien für die Kreislaufstadt

Der Architekt Janosch Ottenschläger über Strategien, wie Städte in Kreisläufen funktionieren können.

VortragArchiv · WERKstattPALAST 2022

Worum es ging

Die Arbeit „Urbaner Metabolismus – Strategien für die Kreislaufstadt“ überträgt globale Herausforderungen auf die sich wandelnden gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen in Städten. Die Dynamik der Urbanisierung setzt Prozesse in Gang, die auf die großen Fragen der Zeit konkrete Handlungsanweisungen geben.

In der WSP-Publikation wird der Vortrag im Kapitel „Material“ aufgegriffen: Der Rheinhafen biete mit Schienennetz, Infrastruktur und vielfältiger Industrie ideale Bedingungen für eine Kreislaufstadt.

Beteiligte

Janosch Ottenschläger (Architekt)

  • Janosch Ottenschläger

    Architekt

    Architekt. Er sprach über Strategien für die Kreislaufstadt und saß beim Talk „Hafen gestalten?“ mit am Tisch.

Fotos

Medien

  • audio · 1:04:36

    „Urbaner Metabolismus – Strategien für die Kreislaufstadt“

    Der Architekt Janosch Ottenschläger über den Rheinhafen als möglichen Prototyp einer Kreislaufstadt.

    Transkript

    Redigierte Fassung für die WERKstattPALAST-Publikation.

    Norina: abgeschlossen. Und im Fachbereich Architektur und Stadtplanung. Nein, ja, Architektur und Stadtplanung Und das Interessante ist, dass er sich auch sehr praktisch können wir den Ton noch ausmachen, dass er sich sehr praktisch mit dem Rheinhafen auseinandergesetzt hat, als vielleicht auch Prototypen einer Kreisstadt. Ich weiß selber noch gar nicht so viel mehr als ihr, aber freue mich, das jetzt zu hören. Am Samstag werden wir da auch noch mal mit dem, was wir heute erfahren, in Diskussion gehen. Da geht es um das Thema Hafen gestalten, also ganz konkret Karlsruher Rheinhafen Wer sind die Akteurinnen, was ist eigentlich im Hafen los? Keiner weiß zum Beispiel, dass es der zweitgrößte Binnenhafen Hafens Europas ist. Das haben wir auch alle erst in den letzten Wochen miteinander gelernt, hier vor Ort, und ich freue mich sehr auf den Vortrag und auf die Fortführung der Gespräche Sowohl heute bist du ja auch im Anschluss noch verfügbar für Fragen und auch am Samstag dann in gemeinsamer Dialogischer Runde Vielen Dank, dass du da bist, ich freue mich sehr, ja

    Janosch: Super, vielen Dank, liebe Norina, für die Einführung. Um den Abend nicht zu sehr mit Systemtheorie zu verbringen, habe ich den Vortrag zweigeteilt. Es geht einmal um diesen kryptischen Titel des urbanen ruralen Metabolismus und im zweiten Teil dann mehr oder weniger um den Rheinhafen selbst, denn das war nämlich Beispielort, an dem ich das ganze Experiment der Stoffkreisläufe ausprobiert habe. Was daraus geworden ist, das möchte ich euch heute zeigen und ich freue mich, dass ihr den Weg an diesen wunderschönen Ort gefunden habt, der in Karlsruhe doch ja leider recht unbekannt ist und auch für Fremde, die oftmals gar nicht wissen, dass hier der Rhein entlang fließt oder sprichwörtlich vorbeifließt.

    Um das ganze Thema von einer anderen Ebene zu beleuchten, da habt ihr heute Abend die Möglichkeit. Man sieht es an der geographischen Ausrichtung, dass jetzt die Abendsonne hier so schön rein scheint.

    Ich denke, wir starten jetzt einfach und ich hoffe, dass man das meiste sieht. Auf jeden Fall fange ich schon mal an.

    Es geht zunächst um ein Zitat von Alexander Humboldt, der gesagt hat „Die gefährlichste aller Weltanschauungen, ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben“, und ich habe mir auf Grundlage des Zitats vorgenommen, besonders genau hinzuschauen und in einem besonderen Blickwinkel auch auf die Welt zu schauen bzw. auf verschiedenste globale Veränderungen zu schauen.

    Ich möchte zuerst etwas zu dem damaligen Anlass erzählen, der heute genauso dringlich ist wie damals. Der Hauptteil besteht aus der Systemtheorie und wie das Ganze seine Umsetzung findet, unter anderem am Beispiel des Landkreises Karlsruhe. Und genauer noch hier, am Rheinhafen, ist dann der dritte Punkt. Und zum Schluss lade ich Euch zu einer kleinen Diskussionsrunde ein. Ihr dürft mich mit Fragen löchern und auch Dinge, die vielleicht ein bisschen unklar geblieben sind oder unscharf, können da noch mal beleuchtet werden.

    Die Beweggründe damals waren: Einerseits leben wir in so einer globalisierten Welt, die sich von verschiedensten Seiten verschiedene Ressourcen nimmt, an andere Orte bringt und dort verarbeitet. Wir haben auch den Fall, dass die Wirtschaft sich vorrangig an Ressourcen bedient, die in naher Zukunft gar nicht mehr zur Verfügung stehen werden und, besonders auch durch meine Expertise aus dem Bauwesen, spielen die Ressourcen eine ganz besondere Rolle. Die globale Ressourcenknappheit und die damit verbundenen Herausforderungen sind vorrangig auch die Probleme, mit denen sich die zukünftigen Generationen beschäftigen müssen.

    Es gibt tägliche Erdbewegungen weltweit. Durch Menschenhand werden dreimal so viele Tonnen Erdbewegungen in Gang setzt wie durch natürliche Kräfte.

    Wir hinterlassen unseren Foot Print an vielen Stellen, sowohl an der Stelle, wo wir Ressourcen entnehmen, als auch, wo wir Ressourcen verbauen und einsetzen, vor allem in der gebauten Struktur.

    Eine weitere Komponente, die sich auch auf diesem Spannungsfeld zeigt, ist die zeitliche und räumliche Dimension sozioökonomischer Verflechtungen von Urbanisierung. Im Stadtgebiet sind wir einem komplexen Spannungsfeld ausgesetzt, und insbesondere die Gesellschaften oder die Kulturgesellschaft, die sich darin ausbreiten, leben von diesen Veränderungen und müssen mit den Erinnerungen leben, aber haben gleichzeitig auch die Möglichkeit, ihre eigene Umgebung mitzugestalten. Es gibt eine kurze Definition zum Thema Urbaner Ruraler Metabolismus, die ich vorlesen möchte:

    „Städte verhalten sich parasitär gegenüber ihrer Umwelt. Sie erzeugen mittels der, über die Versorgung der in ihnen versammelten Menschen, einen eigenen Organismus, der zwar in globalen Stoffkreisläufen eingebunden ist, sich aber von seiner Umgebung, sprich Land, Wasser, Luft und lokalen Ressourcen ernährt und seine Ausscheidungsprodukte in der Umwelt ablädt. Die materiell energetischen Austauschprozesse von Städten wälzen überkommene agrarische Strukturen um, greifen tief in natürliche Produktionsprozesse ein und treiben den Klimawandel weiter an. Es fehlt nicht an Wissen über nachhaltige Produktionen und umweltverträgliche Stoffkreisläufe, über Modelle selbstgenügsamen Wachstums und Konsums, über alternative Formen der Energiegewinnung und Energiesparen bei uns. Woran es fehlt, sind Realutopien, welche die Vielzahl von Aspekten, die in den städtischen Stoffwechsel hineinspielen, zu ganzheitlichen Konzepten und Modellen integrieren und den Spielraum des Machbaren aufzeigen.“

    So sehe ich auch meine Arbeit, nämlich eine real-utopische Betrachtung, die nicht, so wie der Name schon sagt, eigentlich ein Paradoxon ist: Real auf der anderen Seite, weil sie uns ständig umgibt, und utopisch, auf der anderen, weil sie einerseits ziemlich komplex ist und die Grenzen des Vorstellbaren überschreiten muss, um sich gewissen Dingen aus einer anderen Perspektive zu nähern.

    Es gib eine globale Verflechtung, der wir unausweichlich ausgesetzt sind, und der Ansatz, den ich verfolgt habe, jetzt auch im Hinblick auf eine Stadtgestaltung oder eine Stadtplanung oder eine Regionalplanung ist, sich einem Organismus zu widmen, der insbesondere aus diesem Spannungsfeld, nämlich dem Stadt–Land–Organismus, besteht und sich an einem natürlichen Vorbild orientiert. Das natürliche Vorbild ist der Typus der Zelle, die sich dann in verschiedene Zellgrößen aufteilt. Es gibt den Zellkern und es gibt das Zell-Plasma, das ist die Einbettung bzw. das, was die Zelle an sich umgibt, und die lässt sich dann wiederum aufteilen in verschiedene Größenordnungen: also in der Parzelle.

    Die Parzelle kennt man aus der Stadtplanung. Sie ist ein Grundstück mit einem Haus drauf, plakativ gesagt, und es lassen sich verschiedene Dinge wie die Mikro-Zelle, die eine Siedlung beinhaltet oder die Superzelle, wie ich sie genannt habe, als Stadt, beschreiben.

    Dabei hat die Stadt immer eine gewisse Strukturfunktion. Sie ist ein Zentrum und das umgebende Land übernimmt dabei die Schutzfunktion, ist die Hülle. Damit ist die Stadt immer eingebettet in eine landschaftliche oder eine agrarische Umgebung und übernimmt eine Pufferfunktion.

    Zunächst ging es mir darum, von diesem globalen Handeln oder globalen Wirtschaftsweisen, eine komplette Umkehrung anzustreben. Es ist so, dass es kein lineares Handeln gibt. Ein Handlungsimpuls kommt demnach immer wieder zu einem zurück oder zu dem jeweiligen Ort. Der Handlungsimpuls wird von einer konzentrischen Wirkung zu einer exzentrischen Wirkung und dadurch soll einerseits ein Bewusstseinswandel ausgelöst werden, aber auch eine Auseinandersetzung, bspw. mit der Materie selbst, die wieder zu einem zurückkehrt. Eben dieses Geflecht ist am Beispiel des Landkreises Karlsruhe und des Stadtkreises Karlsruhe mal ausprobiert worden. Das ist auch eine theoretische Arbeit darüber entstanden, die ich in der ganzen Komplexität heute Abend nicht vorstellen kann. Dennoch möchte ich euch das, was grafisch dazu entstanden ist und was den Kern symbolisiert, zeigen.

    Zunächst ging es mir darum, auch in einer gewissen Weise eine eigene Weltanschauung zu entwickeln. Die Weltanschauung, die ich mir vorgestellt habe, führte zum ersten Impuls, sich von bestimmten Handlungsweisen und Denkweisen zu lösen und neue Vorstellungskräfte einzuführen. Die habe ich u.a. Dimensionen genannt, und die teilen sich in fünf Dimensionen auf. Über jedes der Dimensionen ist ein eigenes Kapitel entstanden. Ich möchte die nur kurz hier nennen.

    Es beginnt mit der fünften Dimension, der Kultur und Wertegesellschaft, von der ich mir einen ganz wichtigen Effekt versprochen habe als Grundlage, nämlich einen kompletten Bewusstseinswandel.

    Dann gibt es die vierte Dimension, die nennt sich Ressourcen-, Kataster- und Wissens-Anwendung. Da geht es um eine Überlagerung des physischen und virtuellen Organismus, der es ermöglicht, eine neue Verflechtung von den Dimensionen, die dann noch folgen bzw. auch der fünften Dimension, zu veranschaulichen, nämlich über die das Wissen, was wir über Jahrzehnte lang bereits gesammelt haben. Indem wir das Kombinieren mit anderen Einflüssen lässt sich das komplett neu konfigurieren.

    Die dritte Dimension und da wird es dann schon räumlicher, ist das Physische (3D), alles, was uns an Materialien, an Ressourcen (um)gibt und insbesondere deren Umgang damit.

    Die zweite Dimension ist dann die Flächentypologie und Funktion, also eine Fläche, die immer eine gewisse Funktion erfüllt, nämlich die Funktion auch für die übergeordnete Zelle.

    Die erste Dimension ist die, die das Ganze zum Leben erwecken kann oder zum Laufen bringt oder am Laufen hält. Das ist die Infrastruktur und die sich damit verbindende Logistik.

    Hier mal das Symbolbild des Untersuchungsgebiet. Ich habe mir damals zwei Thesen aufgestellt und anhand dessen versucht, über bestimmte Einflüsse der Dimension neue Konzepte zu entwickeln, die sich unter diesem Titel „Urbaner Ruraler Metabolismus“ zusammenfassen lässt.

    Die erste These ist: Der Stadt- und Landkreis Karlsruhe nimmt die Vorreiterrolle als Triebfeder der Kreislaufgesellschaft ein und nutzt dabei die Vorteile hinsichtlich gebündelter Ressourcen auf geringer geografischer Gebietsebene. Es gibt übergeordnet, schon Rahmenbedingungen, die ich nutzen möchte, um dieses Geflecht zu visualisieren, und da hat sich insbesondere der Rheinhafen sowie der Landkreis Karlsruhe und die Stadt Karlsruhe besonders gut geeignet. Die Vorauswahl ist nicht in der Theorie erst entstanden, sondern war von Anfang an da, weil ich das Gefühl entwickelt hatte, das könnte da ganz gut funktionieren.

    Was jetzt folgt, ist nach den Dimensionen, insbesondere den räumlichen Dimensionen aufgebaut, die sich mit einer Analyse auseinandergesetzt hat und eruiert hat, in was für einer tollen infrastrukturellen Umgebung wir uns befinden.

    Es gibt im Landkreis noch maximal ein Drittel der Flächen, die wirklich schlecht angebunden sind. Hingegen eignen sich, durch das sehr gut ausgebaute Schienennetz, viele Bereiche im Hinblick auf Stoffkreisläufe und Personenkreisläufe. Es gibt auch Flächen bezogene Rahmenbedingungen für Stoffkreisläufe. Das sind die Flächen selbst, die zur Verfügung stehen, und die teilen sich auf in ein Zehntel an überbauter Fläche, knapp die Hälfte an agrarischen Flächen und circa. einem Drittel an Waldflächen. Ein Ziel war da die Zuordnung vorzunehmen, zumindest übergeordnet für bestimmte Funktionen, und einerseits die Funktion der Fläche, andererseits auch die Funktion, die sich nachher mit einer gewissen Art der Verarbeitung auseinandersetzt und das ist auch in verschiedenen Zell-Kategorien dann erfassbar.

    An Ressourcen ist interessant, dass es agrarische Erzeugnisse gibt, forstwirtschaftliche Erzeugnisse und Sekundärrohstoffe. Ein vielleicht wichtiger Aspekt, der an der Stelle zu nennen ist, ist sich nicht mit äußeren Einflüssen auseinanderzusetzen, sondern wirklich den Fokus auf dieses Gebiet (Karlsruhe und Landkreis) zu lenken und mal zu untersuchen, was steht uns denn eigentlich fiktiv zur Verfügung? Oder vielleicht auch zukünftig nur noch zur Verfügung stehen, weil wir irgendwann unsere primären Rohstoffressourcen erschöpft haben. Dabei ist es jetzt ein Materialeintrag, der setzt sich zusammen aus einer Statistik des Bundesumweltamtes, die besagt, dass circa. 50 Milliarden Tonnen an Sekundärrohstoffe seit 1950 in ganz Deutschland importiert wurden, also nicht eigene Ressourcen sind, sondern von anderen Ländern und Kontinenten stammen. Das runtergebrochen auf die etwaige Fläche entspricht diesen 500 Millionen Tonnen an Sekundärrohstoff, die uns theoretisch zur Verfügung stehen.

    Was bedeutet das? Das bedeutet, dass diese Ressourcen visualisiert werden müssen. Sie müssen sichtbar gemacht werden, um darauf zurückgreifen zu können, wenn sie denn aus ihrem Bestimmungskontext entrissen werden. Ein wichtiger Aspekt ist die Dezentralisierung bzw. eine dezentrale Organisation, die sich damit auseinandersetzt, diese Ressourcen immer wieder aufs Neue zu reaktivieren und zu reorganisieren. Damit erst bauen sich zirkuläre Beziehungen auf und ermöglichen Stoffkreisläufe. Die konzeptuelle räumliche Transformation hat sich insofern zusammengesetzt, dass es diese Stoffe eben gibt, die sich fiktiv, immer innerhalb des Landkreises befinden oder des Land- und Stadtkreises und immer einer neuen Bestimmung zugeführt werden.

    Darüber hinaus gibt es Funktionen, die die lebensnotwendigen Organe der Kreislaufstadt darstellen, und es gibt ein pulsierendes Netz, was sich insbesondere mit dem Transport und der Logistik auseinandersetzt, um diese Ressourcen überhaupt wieder zu reorganisieren. Und da liegt das Herz nicht ganz zufällig auf dem Rheinhafen, weil sich dann dort auch später in einem städtebaulichen Entwurf widerspiegeln soll, wie so eine Struktur aussehen könnte.

    Hier ist auch noch mal diese Vielschichtigkeit und Komplexität dargestellt, was denn zirkular bedeutet und die Säkularität verschiedenster Akteure immer mit einbezieht und verschiedenste Dimensionen und damit auch ein engmaschiges Netz aufbauen soll, was Stoffe zirkulieren lässt. Das hat z.B. zu tun mit der sortenreinen Materialtrennung bei dem Rückbau. Das hat mit dem dezentralen Warenumschlag zu tun, das hat mit der Lagerung und der Identifikation von Materialien zu tun und mit lokaler Energieerzeugung und Speicherung. Somit bildet dieses Konstrukt die Verflechtung der anorganischen Kreisläufe ab. Das Ganze lässt sich auch für organische Stoffe vollziehen. Der Ansatz war damals, dass es zwei Handlungsanweisungen gibt, die sich einerseits mit anorganischen Stoffen auseinandersetzen und andererseits mit organischen. Das Geflecht überlagert sich und ist durch die Nutzbarkeit bzw. durch die Möglichkeiten der Nutzung, die wir heute überhaupt noch nicht in ganzer Fülle erforscht haben.

    Setzt sich das hier analog zu den anorganischen Kreisläufen fort? Auch hier geht es um die Restitution von organischen Abfällen, der Rekultivierung von Nährstoffen und einer lokalen Kaskade von Lebensmitteln, also auch mit dem Willen, diese hundertprozentige Verwertung und Verwendung von Ressourcen anzustreben. Und das leitet mich wiederum zu meiner zweiten These, und damit wird es schon hier am Ort konkreter nämlich, dass der Rheinhafen im Sinne der Kreisstadt die Vorreiterrolle eines nachhaltigen gemischt genutzten, attraktiven Stadtteils einnimmt und die Transformation zu einem Innovationsstandort hinsichtlich der Kreislaufwirtschaft erfährt.

    Ich habe mir dabei ein Gebiet abgegriffen, das ist aufgeteilt in ein erweitertes Betrachtungsgebiet und in ein integriertes Betrachtungsgebiet. Das erweiterte Betrachtungsgebiet nimmt hauptsächlich die Freiraumbereiche rund um das Hafengebiet mit ein, denn die spielen eine wichtige Rolle. Die sind die grüne Membran, eine Einbettung. Man sieht jetzt das, was ich vorhin mit der Zelle bzw. dem Zellkern und dem Zellplasma erklärt habe. Das findet sich hier räumlich wieder, nämlich dass ich eine Einbettung habe, eines mehr oder weniger überbauten Gebietes im Zusammenhang mit einer landschaftlichen Zone.

    Die integrierte Betrachtung war ein bisschen ernüchternd, denn die meisten Flächen sind versiegelt und 90 % der Uferzonen sind auch unzugänglich.

    Gleichzeitig gibt es auch eine mikro-klimatische Besonderheit, nämlich die Wasserflächen, die für die Oberflächenkühlung relevant sind, und eine hervorragende Infrastruktur, die bereits existiert und leider auch gar nicht mehr in voller Gänze genutzt wird. Das Gebiet erstreckt sich über zweieinhalb Kilometer, aber das Schienennetz erstreckt sich auf 40 Kilometer.

    Eine Besonderheit, die vorwiegend der Industrie geschuldet ist, sind die Nutzungsdiversitäten im Stoff-Verarbeitenden und Stoff-Aufbereitenden Gewerbe. Im Rheinhafen sind schon viele Akteure verortet, die auch für die Funktionsfähigkeit der Kreislaufstadt relevant sind. Deshalb war das auch ein großes Argument für mich, diese Vielschichtigkeit einerseits zu untersuchen, zu erfassen und gewissen Gegenspielern gegenüberzustellen, die sich unter einem städteplanerischen Aspekt auseinandersetzt und für eine Besonderheit der Funktionsfähigkeit beitragen soll.

    Eine morphologische, interessante Begegnung, ist, dass sich auch eine gewisse Energie-Infrastruktur durch eine besonders hohe Bebauung auswirkt. Wie man später sehen wird, möchte ich denen auch gewisse Gegenspieler gegenüberstellen, die in diesen ganzen Wirkungsbereich eingreifen und sich behaupten sollen.

    Es gibt ein großes Spannungsfeld drum herum in Bezug auf die grünen Bereiche bzw. die Freiraumbereiche, die einerseits positive klimatische Auswirkungen haben und dieses ganze Hafengeflecht schützen und den Dialog ermöglichen könnten, die umliegenden Stadtteile mit einzubeziehen. Insbesondere ist die Uferzone und der Bereich um die ganzen Landzungen bietet eine hervorragende eine Aufenthaltsqualität. Für mich haben sich da viele Perspektiven ergeben und Potenziale, die sich über das ganze Gebiet erstrecken.

    Das zentrale Thema ist die Öffnung, nicht nur planerisch, sondern auch der Gesellschaft. Es gibt auch gewisse Themen, die Überlagerung der Produktion mit Wohnen etc., die in einem besonderen Spannungsfeld stehen, nicht zuletzt durch gewisse Vorschriften und Normen. Die habe ich erstmal beiseitegelassen, denn ich denke es gerade bei einer Realutopie oder einer utopischen Betrachtung, sollte man über die Grenzen des Machbaren hinausgehen und sollte sich eher visionär und offen gegenüber einer historisch gewachsenen Struktur, insbesondere vielleicht auch der Verhärtung, widmen und öffnen.

    Es gab nur drei übergeordnete Zielstellungen:

    Das eine ist die Makrozelle, die sich als Rheinhafen auch als eigener Stadtteil nachher entwickelt und eingebettet ist

    ein besonderes Netzwerk Rheinhafen, das Nutzungseinheiten ausbildet, immer vor dem Hintergrund, dass eine gewisse Funktion gefunden wurde über die relevanten Funktionen der Kreislaufstadt, die sich wie ein Puzzle immer neu konfigurieren können, sich neu zusammensetzen können, je nachdem, was der Bedarf ist für die Funktionsfähigkeit.

    Die Intermodalität ist auch im städtebaulichen das Thema der der Fortbewegung, des ÖPNV, des individuellen Nahverkehr.

    Für diese neue Perspektive war es u.a. sehr einfach bestimmte Dinge, wie man sie heutzutage machen würde, um zu drehen, denn einerseits geht es um einen hohen Grad der Reaktivierung der Gleise und verschiedenen Netzen, die sich da überlagern.

    So war die Ausgangslage, dass sich insbesondere über die Schieneninfrastruktur noch viel mehr lösen lässt. Sie bietet schon das Potential, um Menschen an bestimmte Orte hier im Hafen zu bringen.

    Normalerweise würde man in einem gewissen Planungsgebiet zunächst mal Straßen bauen und ein Idealbild zeichnen, der Flächenaufteilung bspw., und sich dann anhand dessen Straßen abbilden oder sonstige Infrastrukturen. Da das hier schon alles da ist, muss man da auch gar nichts groß bauen, sondern vielleicht viel mehr elektrifizieren. Aber ansonsten ist die Ausgangslage perfekt.

    Diese natürlichen Einflüsse, die die Arbeit hat, waren der Versuch, sich blicken zu lassen im Sinne bspw. des Wachstums, und zwar des Wachstums von Gebäuden, nämlich auch, dass sich eine gewisse flexible Struktur einbetten lässt, die sich neben denen, die vielleicht sich für immer implementiert fühlen, die Möglichkeit des Austausches lässt und vielleicht auch einer gewissen gesellschaftlichen Konfrontation oder auch einem gesellschaftlichen Wandel beugen kann.

    Die Definition von Nutzungseinheiten ist dann wieder die Verkleinerung der komplexen Organe und die sind, wie man in der unteren Zeichnung erahnen kann, anhand der Bestandssituation analysiert und womöglich auch erhalten worden, und sie werden später nur überführt in eine neue Funktion – eine Funktion, die elementar mit der Funktionsfähigkeit der Kreisstadt zu tun hat. Somit dreht sich die lineare Wirtschaftsader des Rheinhafen um und es beginnt der Motor der Kreisstadt zu brummen.

    An der Stelle sei noch mal gesagt, dass die Kreisstadt nicht nur von der Stadt selbst lebt, sondern eben auch von ihrem Umland. So ist die Ausgangslage. Man sieht jetzt hier die neue Kontur des Stadtteils Rheinhafen, der sich auch von Mühlburg löst. Der Rheinhafen wird zu einem eigenen prominenten Stadtteil.

    Im Prozess ist dann auch ein gewisser Zeithorizont entstanden, in dem sich das Ganze entwickeln soll. Das hat mit bestimmten Einflüssen zu tun, globalen Ereignissen. Zunächst ist jedoch eine Vision entwickelt worden für eine neue Identität. Was vorhin auf dieser Folie schon mal aufgepoppt ist, ist das Bild des Rheinhafens als Herz der Kreisstadt, welches wiederum eingebettet ist in eine gewisse Pufferzone, in diese grüne Membran und sich im Wandel zu einem Innovationsstandort hinsichtlich der Kreislaufwirtschaft und Kreislaufgesellschaft entwickelt. Diese Kreisläufe sollen sich insbesondere hier überlagern oder hier auch initiiert, entdeckt, verbunden und am Laufen gehalten werden. Da ist zunächst eine groß maßstäbliche Ebene entstanden in Form eines Konzeptplans, der wiederum auf die Funktionen eingeht, die es heute schon am Rheinhafen gibt und die sich, im meisten Fall, mit dem Recycling auseinandersetzen. Die Besonderheit ist nun, dass kein Stoff mehr den Hafen verlassen darf. Das war die theoretische Grenze, sodass man sich bewusst mit der Materialität auseinandersetzen muss an diesem Ort.

    Der Konzeptplan ist als Endzustand zu verstehen. Die Entwicklung lässt sich aber sicherlich auch in Phasen unterteilen, bis es dann 2050 in dieser Fülle funktionieren könnte.

    Zunächst habe ich immer gesagt: „Okay, Autoverkehr brauchen wir eigentlich nicht mehr.“ Es soll vielmehr ein pulsierender Ort sein, an dem man sich mit einer ganz anderen Geschwindigkeit begegnet. Als Grenze oder als Schwelle stehen verschiedene Mobilitäts-Hubs zur Verfügung bzw. Schnittstellen, die sich wiederum mit dem öffentlichen Nahverkehr, Carsharing-Angeboten etc. auseinandersetzen.

    Es gibt durch die Schieneninfrastruktur eine große Möglichkeit der Verbindung bzw. eine hohe Frequentierung – ein Fingerzeig für eine gewisse Etablierung verschiedenster Personengruppen, Gesellschaften und auch Bevölkerungszahlen, die sich später hier implementieren lassen.

    Wie schon erwähnt gibt es eine gewisse Funktionszuweisung, die da herrührt, wo heute schon bestimmte Funktionen verortet sind. Wenn man beispielsweise mal das ein Blitzzeichen nimmt, das ist heute das Kohlekraftwerk der InBw, das würde sich unter bestimmten Bedingungen auch neu konfigurieren und sozusagen zu einer nachhaltigen Energieproduktion transformieren lassen.

    Es soll auch Identifikationsanker geben. Das sind insbesondere Kräne bzw. Krahnbahnen, die für diese Veränderbarkeit des Stadtbildes sorgen sollen. Dann gibt es gebaute Strukturen, die sich vielleicht umnutzen ließen, bsw. diese Öltanks oder es gibt große bauliche Strukturen, die sich insbesondere unter kulturellen Aspekten anders nutzen ließen.

    Ein gewisses Schmankerl, was ich mir ausgedacht habe, sind die Seilbahnen. Da der Prozess, dieses „abkapseln“ mit den Ressourcen erst 2030 beginnen soll, habe ich mir erlaubt, aus den Alpen zwei Seilbahnen zu importieren, die durch eine besondere Art der Verbindung von bestimmten Standorten den Hafen erlebbar machen.

    Blickbeziehungen, die sich wie eine Art Widerhaken dort festsetzen, lassen den ganzen Rheinhafen zu einem eigenständigen Stadtteil werden.

    Jeder Ort hat seine Besonderheit und da gibt es verschiedenste Möglichkeiten der Begegnung. Neben dem Fokus der Nutzungsfindung bzw. der gewerblichen Einheiten, gibt es eine große Anzahl an Personen, die hier Platz finden können, und die sollen sich in gewisser Weise überlagern, aber sie sollen sich auch ihre eigenen Freiräume und Plätze suchen.

    Kurz zu diesem Prozess. Wie man sieht, ist das 2050 von mir gezeichnet oder geplant.

    Es geht auch im Zusammenhang mit globalen Veränderungen, insbesondere dem Auslesen von Kippelementen in klimatischer Hinsicht, aber auch vielleicht Ressourcen, die irgendwann nicht mehr zur Verfügung stehen, darum, dass wir unser Bewusstsein insofern wandeln, dass wir unser Handeln und Tun einem neuen Prinzip unterordnen könnten, und das im Hinblick auf die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen innerhalb des Landkreises. Ich bin davon überzeugt, dass, wenn man sich damit erst einmal auseinandersetzt, viel Neues entdecken und entstehen kann.

    Es bietet eine gewisse Flexibilität und es bietet eine gewisse Art der Ergänzung, sich diesen neuen Möglichkeiten zu bedienen.

    Die Schlangenlinien, die ihr seht, stehen für die Funktionsweise des städtischen Organismus oder der Kreislaufstadt, die sich aus dem Output, also einer gewissen Art Rebound, den Input holt, für das, was daraus entstehen kann.

    Ich möchte jetzt noch kurz auf einen vertieften Entwurfsausschnitt eingehen, der gewisse räumliche Situationen zeigt, die ich mir in dieser Konzeptplanung überlegt habe. Dazu wurden verschiedene Flächen aktiviert. Es gibt eine neue Zusammensetzung. Es wurden Grundstücke geteilt, es wurden Straßen ergänzt durch Plätze, es wurden Uferzonen ausgeweitet, es wurde der Bezug zum Wasser hergestellt, es wurden privates Grün und öffentliches Grün geschaffen als Ad Ons zu den Grün Puffern, immer im Hinblick auf das, was schon da ist und was sich aktivieren lässt.

    Entwurfswerkzeuge sind Freiraumqualitäten, die sich ringsherum anordnen lassen, eine besondere klimatische Rücksichtnahme auch beim Bau von Gebäuden, eine gewisse Austauschbarkeit innerhalb von städtebaulichen Strukturen, aber auch von flexiblen Verbindungen, die ich bspw. Schwimmbrücken genannt habe, die sich auf Pontons ablagern, die gewisser Weise auch veränderbar sind, die sich an neuen Verbindungsmöglichkeiten anpassen lassen, je nachdem, zu welchem Zeitpunkt wir sozusagen in dieses Stadtgebiet schauen.

    Das ist das Bild, das sich als Maßstab 1:2000 darstellt, mit verschiedenen Funktionen. Man erkennt gut, dass das Wegenetz, was adaptiert und ergänzt wurde sich an einer gewissen Stelle mit einer nächsten Landzunge verbindet. Die Strukturen, die schon vorhandenen sind, wie insbesondere in dieser Perspektive, die historischen Bebauungen, die darauf Rücksicht nimmt und sonstigen auch Bauteilen eben Funktionen der Kreislaufstadt wie Materialdepots, Recyclinganlagen etc. bestücken lässt.

    Ein besonderer Aspekt ist auch die gesellschaftliche Verflechtung mit der komplexen gewerblichen Struktur, die sich besonders auch in Hinsicht auf die Flexibilität etablieren lässt. Das ist bspw. ein Kino, was sich auch auf einem Ponton anordnen lässt, das neue Stadtperspektiven eröffnen kann, was verschiedene Fassaden als Präsentationsbereiche nutzen kann. Verschiedene Theater oder Veranstaltungsorte ließen, dadurch, dass sie auf Pontons angeordnet sind, sich immer wieder an neue Orte und an neue Mikrobereiche innerhalb des Stadtgebiets positionieren. So lassen sich auch viele weitere Funktionen einordnen und ermöglichen ein lebendiges Quartier bzw. lebendige Orte, immer unter der Berücksichtigung der Produktion.

    Hier stellt sich auch noch mal die Konnektivität der einzelnen Landzungen dar, nämlich durch die Seilbahn, die etabliert wurde. Sowohl als Längs- als auch in Querrichtung, also Nord-Süd und Ost-West-Verbindung sich hier u.a. auf dem Energiewerk verorten lässt.

    In der nächsten Darstellung sind die Quartiere visualisiert, die sich in diesem Spannungsfeld von Neubauten und neuen Strukturen erstrecken und sich immer aus den Ressourcen zusammensetzen soll. Das zeigt den Endzustand, weil, so sah es die Realutopie vor, diese ganzen Materialien erst wieder neu reorganisieren werden müssen und damit sozusagen eine neue Art des Bauens wahrscheinlich auch induzieren werden würde. Was in Zukunft ist, sind v.a. organische Stoffe, insbesondere Holz und in Kombination mit den Ressourcen, die schon da sind, sollen dadurch eben diese neuen Strukturen ermöglicht werden.

    Verschiedene Orte wurden auch genutzt, wie z.B. diese Halle hier, die aktuell nur ein großes Lager ist, die ihre Tore nach hinten öffnen kann und da bestimmte kulturelle Angebote schaffen kann.

    Eine Besonderheit sind auch die Stege, die sich auf Wasserniveau anordnen lassen, die sich dann u.a. durch den Höhenvorsprung nicht im Konflikt stehen mit der Privatsphäre der einzelnen Blöcke und die Möglichkeiten des Erkundens und besonders der verschiedenen Perspektiven immer wieder neue einnehmen lassen.

    Hier ein tiefterer Einblick in so eine Struktur, die immer einen Gemeinschaftshof hat und immer sichtbar diese logistischen, infrastrukturellen Strukturen, mit einbindet und auch in einer Erdgeschossnutzung unmittelbar im Zusammenhang steht, nämlich mit dem Austausch oder mit der Produktion von bestimmten Waren und Gütern.

    Hier der Versuch einer atmosphärischen Darstellung, die das pulsierende Leben hier im Rheinhafen darstellen soll.

    Ein Zitat, das hängen geblieben ist von Immanuel Kant: „Reich ist man nicht durch das, was man besitzt, sondern vielmehr durch das, was man mit Würde zu entbehren weiß“. Es könnte sein, dass die Menschheit reicher wird, indem sie ärmer wird, dass sie gewinnt, indem sie verliert. Da steckt für mich sehr viel drin, was eben auch diese Arbeit angeht, nämlich insbesondere, dass wir uns in einer gewissen Weise von bestimmten Dingen lösen müssen, von Denkweisen, von Materialien und dadurch eigentlich ein ganz neues Bewusstsein schaffen können und eine ganz neue Art des Handelns.

    Ein Hinweis zum Thema Rohstoffe oder Bauabfälle. Eine bestimmte Anzahl entsteht schon heute, die das ganze überragt, was man hier überhaupt baulich entwickeln kann. Das entspricht ungefähr einem Viertel, was man benötigen würde, um hier diese Strukturen, die in etwa von mir geplant oder erdacht wurden, zu realisieren. Das ist eine besondere Zahl, die für den Verlust von Ressourcen steht, den wir heutzutage pflegen.

    Norina: Herzlichen Dank. Ich hätte selbst so viele Fragen und bin gerade aber unschlüssig in Anbetracht der Zeit, weil wir da schon jetzt eine Stunde aufmerksam zugehört haben. Ich würde es so machen, dass ich ein bis zwei Fragen, die sich ergeben, gerne zu Worte kommen lasse und den Rest auf, entweder zweier-, dreier-, vierer-, Zehner-Gespräche im Anschluss des zweiten Talks verschieben würde oder auf Samstag. Wenn das für dich auch in Ordnung ist? Gibt es denn gerade eine spontane Frage, die jemandem auf dem Herzen hat?

    spk_2: ja, eine ziemlich flum Frage, aber wie viel hat denn deine aktuelle Arbeit noch mit der Thematik zu tun? Zielt aber auch ein bisschen drauf ab, ja, inwieweit diese wichtige Thematik dann überhaupt jetzt so in realen Diskurs zumindest mal oder in der realen Bauwirtschaft oder Stadtplanung eine tatsächliche Rolle spielt, die zum Absehen davon, dass die Utopie realisiert werden könnte

    spk_1: oder sollte da da stecke ich momentan noch so ein bisschen im Dilemma, weil weil wir hier ja in dieser grossmassstäbliche Stelle bei euch in Ebene sind und ich beruflich momentan ja im Detail unterwegs bin, nämlich in der Architektur und mich zieht es aber dennoch immer wieder zu dieser groß Massstäblichkeit und auch der besonderen Besonderheit, dass man natürlich einen viel größeren Einfluss hat. Man hat einen viel größeren Einfluss auf einer möglichen Bebauung oder eine auch eine Bewohner Anzahl, die eine gewisse Gesellschaftsstruktur abbildet und damit natürlich einen großen Effekt erzielen kann, von denen Idealen möchte es man nennen, die, die ich hier in der Arbeit auch verfolgt habe oder überhaupt entwickelt habe, und deshalb hoffe ich, dass ich eigentlich da noch irgendwann in naher Zukunft dazu komme, mich dem Ganzen zu widmen, habe aber auch gemerkt, dass es durch verschiedene auch Anfragen und beziehungsweise. Diskurs Versuche auch beispielsweise mit politischen Akteuren, ähm, da noch nicht so erfolgreich war und deshalb gerne natürlich auch der Einladung gefolgt bin heute abend hier in einem ganz unkonventionellen Rahmen darüber zu sprechen und euch alle so ein bisschen an dieser Vision teilhaben zu lassen,

    spk_0: also die Dinge müssen besprochen werden und nicht nur in Schubladen landen. Da waren wir uns ja schon die letzten Wochen einig, und Samstag werden wir das noch mal anstoßen zum Thema bereitwillige Gesprächspartnerinnen in Karlsruhe zu finden. Das war tatsächlich sehr schwer für den Talk am Samstag. Also, wir hatten vor ein paar Monaten noch Zusagen von Bauermeister, ämtern Institutionen, Museen, Reinhelfen und in den letzten zehn Tagen kamen die höflichen, zurückhaltenden Absagen mit Distanz dazu, Stellung nehmen zu wollen und sich nicht diesem Talk anzuschließen. Jetzt haben wir gestern noch mal alle 48 Gemeinderäte kontaktiert, es kamen zumindest schon mal zwei positive Rückmeldungen. Dass sie es sehr wohl ein paar gibt, die mitreden wollen. Also wir schauen mal, wie diese Runde am Samstag auch wird und hoffen, dass wir da unter anderem auch die Vision einer öffnung des Rhein Hafens Karlsruhes für die Stadtgesellschaft zumindest mal einfließen lassen können. Und darauf freuen wir uns sehr. Vielen Dank noch mal für deinen Vortrag, ja herzlichen Dank! Und wir würden jetzt, weil sich auch gleich der zweite Vortrag anschließt, auf den wir uns sehr freuen, und zwar schwimmen, als künstlerische Praxis. Zehn Minuten Pause trotzdem machen, sodass jeder sich eine Decke schnappen kann. wir die Heizstrahler anmachen können, das Feuer draußen anmachen können und einen Drink natürlich jeder holen kann und dann sehen wir uns gleich wieder ja.

    Mitschnitt: ato

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