Worum es ging
Ein Vortrag des KIT Innovation HUB zur Kreislauffähigkeit im Bauwesen. Die WSP-Publikation greift ihn im Kapitel „Digital“ auf. Ein Mitschnitt liegt im Archiv als Transkript vor.
Beteiligte
Jasmin Amann (KIT Innovation HUB)
Jasmin Amann
Vortrag „Kreislauffähig“ · KIT Innovation HUB
Wissenschaftlerin beim KIT Innovation HUB. Laut WSP-Publikation hielt sie den Vortrag „Kreislauffähig“.

Medien
audio · 51:56
„Kreislauffähig“
Vortrag des KIT Innovation HUB über kreislauffähiges Bauen.
Transkript
Automatische Transkription, nicht redigiert. Namen und Fachbegriffe können fehlerhaft sein.
Sprecher:in 1: super, danke Herr Ram also nach dem ganz tollen Vortrag eben über menschliche und nicht menschliche Akteure machen wir jetzt eigentlich genau damit auch wieder weiter mit menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren nur wechseln wir jetzt wie eben schon angesprochen aus diesem eher Natur Kulturraum mehr in die gebaute Umwelt rein. Aber trotzdem gibt es unglaublich viele Parallelen, die ich jetzt mal mitnehmen möchte, oder ich habe mir ein bisschen was aufgeschrieben. Es gibt nämlich auch in unserer gebauten Umwelt so wie wir unsere Städte bauen, wie wir mit unseren Materialien umgeben, eine fast unüberschaubare Anzahl an Akteurinnen dabei und es ist eine fast er schlagende Aufgabe, wie wir damit umgehen sollen. Es ist unglaublich viel Material im Umlauf. Ich habe gerade schon mit Jasmin gesprochen. Ein paar Zahlen kommen von ihr auch gleich noch 50 % von dem gesamten Material vom Materialverbrauch in der EU liegen allein im Bauwesen drin. Also einfach mal als Hintergrund mitnehmen, welche Verantwortung im Bauwesen, in unserer Architektur wie wir unsere gebaute Umwelt gestalten Darin liegt, wie wir die Umwelt auch extrahieren, wie wir die Rohstoffe abbauen und dann verbrauchen. Und ich habe es mal grob überschlagen, so auf jeden und jede von euch kommen etwa 490 Tonnen Material, die ihr besitzt an gebaute Umwelt, an Infrastruktur, an Hochbau, an Parkplätzen allem, was dazu gehört und das ist einfach eine unwahrscheinlich große Menge. Und wenn wir unsere Architektur in die Zukunft tragen wollen, dann ist es wichtig, dass wir uns überlegen Wie wollen wir in Zukunft damit umgehen, weil noch mal können wir nicht so viele Rohstoffe entnehmen, um es neu zu bauen? Und ich bin unglaublich froh, dass dann heute Jasmin hier da ist. Jasmin Ammann von Circular aus der Schweiz ist ein Büro mit ganz tollen Ansätzen, wie man das Bauwesen wie man Architektur in eine Kreislaufwirtschaft überführen kann, denn der Arme deutet ja schon an zirkular und Jasmin war mit dabei in dem Team, das die Sto Gastprofessur für Kreislaufes Bauen am KIT letztes Jahr mit begleitet hat. Und ich freue mich unglaublich, dass du da bist und auf deinen Vortrag danke schön
Sprecher:in 2: ja vielen Dank, danke für die kleine Einführung, du hast eigentlich schon total viel gesagt ja, herzlich willkommen, Ich freue mich sehr, heute hier zu sein. Danke für die Einladung Ich bin Jasmin Ammann, Ich arbeite bei der Firma Circular in Basel, wir sind hervorgegangen aus dem Architekturbüro Oruro Institut. Ich erzähle auch gleich noch mehr dazu und ja, ich freue mich, euch heute Einblick zu geben in das zirkuläre Bauen, wie man Kreislauffähig baut, Bauteile wieder verbände wir eine Fach für die Wiederverwendung, für den wieder Einsatz von gebrauchtem Baumaterial. Ja, und euch zu zeigen, was wir auch für Entscheidungen treffen können, was wir für Hebel haben, um in der Klimakrise, um der entscheidend entgegenzuwirken Bevor ich noch genau zeige, was wir machen, kommt eine kleine Einführung Heth, postive Effects, River be Force to the work und Wat relevant of Acid, We can simply carry on west business as. Der Bausektor ist für erhebliche Mengen an Abfall verantwortlich. Er verantwortet knapp die Hälfte des gesamten Müllaufkommens Jährlich werden in Deutschland an die 14 ganze Gebäude abgerissen, das ist nur die bestätigte Zahl. Dem gegenübergestellt werden jährlich 130.000 neue Gebäude errichtet. Baustoffe im Sinne von Recycling zu verwerten, kann natürlich bei Ressourcenknappheit und erhöhtem Deponie Voluten in gewissem Masse zwar gegensteuern. Einem fundamentalen Problem unserer Bauwirtschaft begegnen wir aber dadurch nicht, nämlich dem massiven Energieverbrauch und Ausstoß von Treibhausgasen beim Herstellen oder eben auch beim Recyceln neuer Bauteile. Im Kampf gegen die Klimakrise und für das Erreichen der Klimaziele nehmen also Gebäude eine sehr zentrale und entscheidende Rolle ein Die Erstellung Betreibung von Gebäuden verursachen etwa 40 % des weltweiten CO2 Ausstoßes. Der Flächenverbrauch in Deutschland beträgt 52 Hektar täglich von 14,4 %, Siedlungs und Verkehrsfläche sind bereits 45 % versiegelt, das heißt asphaltiert, betoniert oder sonstig befestigt. Das heißt Biodiversität und Boden Vielfalt gehen dadurch verloren. Die Überhitzung in Städten nimmt zu und diese Funktionen können nicht so zurückgebracht werden. 100 Fußballfelder, das ist die, so groß ist die Fläche, die in Deutschland täglich für den Abbau in Rohstoffen im Tagebau unter den Bagger kommt. Seit Jahrzehnten betreiben wir Raubbau an natürlichen Material Vorkommen und so unwahrscheinlich es klingen Sand ist zur Mangelware geworden. Ausgesprochen schädlich für das Klima ist außerdem der Einsatz des Baustoffs Beton, der sehr beliebt ist, da er erhebliche Mengen an Sand und Kies erfordert. Und eben sein Bindemittel Zement ist für 8 % der weltweiten Treibhausgase verantwortlich. Uns ist bewusst, dass wir unseren ökologischen Fußabdruck radikal überschritten haben auf Kosten von anderen Regionen der Welt. Aus wissenschaftlicher Perspektive ist klar, was für drastische Konsequenzen eine Überschreitung der 1,5 Grad hat. An den allgemeinen Gesprächen werden oft der Flugverkehr, das Autofahren und der Fleischkonsum und so weiter thematisiert. Nicht so häufig aber das Bauen. Bestehende Gebäude und Materialien hatten historischen Wert und galten als wertvolle Ressource. Vom Kolosseum in Rom bis hin zur Kirche in Roch von Le Combi gibt es zahllose Beispiele dafür. Selbst wenn die Gebäude nicht mehr zu nutzen waren Früher wurden die Materialien in anderen Gebäuden wiederverwendet, oft natürlich aus der Not heraus. Mit der Industrialisierung wurden Materialien und sogar ganze Gebäude zur Einweg Ware, nach einem einmaligen Nutzungskonzept wurden sie wertlos zu Abfall. Wir haben es gerade gehört, wie viel auf dem Müll landet und eben jetzt ist an der Zeit, dass sich wieder etwas ändert, denn uns ist bewusst, wie enorm der Fußabdruck des Bauwesens ist. Die Herstellungsverfahren der momentan gängigen Materialien, auf denen das heutige Bauwesen basiert, sind eben nicht mit dem mit dem Erreichen von Klimazielen kompatibel. Mit anderen Worten Es ist keine Lösung in Sicht, die uns irgendwie ermöglicht, mit den heutigen Baustoffen in gleicher Weise wie bisher weiterzubauen, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen. Die Klimakrise fordert ein Umdenken, einen Paradigmenwechsel im Bauwesen von uns allen ein sehr großer Hebel, um den Fußabdruck im Bauwesen zu verringern. Liegt es im Weiternutzen von bestehenden, die Verlängerung der Lebensdauer von Materialien und Bauteilen und aber vor allem von ganzen Gebäuden und Quartieren und Arealen, kommt einer Sofortmaßnahme im Klimaschutz gleich Nicht nur ganze Gebäude, sondern auch viele Baumaterialien haben eine 2. Chance verdient. Aus Material, das an einem Ort nicht mehr gebraucht wird, entsteht anderswo Neues. Dieser Kreislauf an Materialien spart Energie sowie Ressourcen und würdigt die Schönheit, die Schönheit des Vorhandenen. Das sagt Kerstin Müller, unsere Geschäftsführerin von Zirkular, und dieser Satz beschreibt eigentlich ganz schön unsere Philosophie. Die Firma Circular, Die gibt es seit 2020 und ich habe es vorhin schon gesagt Wir sind hervorgegangen Aus dem Bau Büro in Situ und Architekturbüro In Situ wurde vor rund 20 Jahren gegründet und konzentriert sich auf das nachhaltige Bauen. Bestehende Gebäude in Areal werden mit so wenig Eingriffen wie möglich umgebaut und umgenutzt. Es wird so viel halten wie geht Es gilt der maximale Erhalt von Bestehendem, was erhalten werden kann und noch gut ist. Was noch dient, bleibt im besten Fall eben. Ich habe schon ein paar Mal gesagt der Erhalt von ganzen Arealen, Quartieren und Gebäuden Nachverdichten erhöht die Ausnutzung und Rentabilität. Lücken können geschickt gefüllt werden und Spielraum genutzt werden, zum Beispiel, wenn man bestehende Gebäude aufstockt innerhalb der Stadt Material vor Ort wird erhalten, das wird vor Ort rückgebaut. Wenn es einen Umbau gibt zum Beispiel und was kann dann wieder verwendet werden vor Ort? Im nächsten Schritt kommt dann die Suche nach Material, wenn etwas fehlt, und zuletzt wird dann die Idee an das gefundene Material angepasst und befindet sich im Wechselspiel dazu, nachher auch noch mehr. Ja. Seit einigen Jahren beschäftigt sich das Bau Büro Institut vermehrt mit dem zirkulären Bauen, mit dem Kreislauffähig Bauen, also mit der Wiederverwendung von einzelnen Bauteilen, Und so wurde alle Erfahrung und alles Wissen in diesem so unerforschten Gebiet eigentlich gebündelt gesammelt und dann 2020 die Firma Zirkular gegründet. Als Fach Planung für Wiederverwendung unterstützen wir Akteurinnen und Akteure in den Bereichen Architektur, Projektentwicklung, Immobilien und Planung. Wir begleiten diese also bei zirkulären Bauvorhaben, bei Wettbewerben eben, wo es dann um die Suche und um den wieder Einsatz von gebrauchten Bauteilen geht. Auslöser für die Gründung waren zum einen eben die Notwendigkeit in dem noch so unerschlossenen Gebiet, zum anderen aber auch die hohe Nachfrage von extern nach eben diesen zirkulären Bauvorhaben auch im Wettbewerb, ja beim wieder Einsatz von Bauteilen von Gebrauchten verändern sich die Prozesse, die sie momentan im Bausektor ablaufen, natürlich. Und es führt natürlich dazu, dass neue Berufe erfunden und eben auch geschaffen werden. Meine Bezeichnung zum Beispiel lautet Bauteil, Jägerin und Expertin für Wiederverwendung, es steht dann auch auf dieser Visitenkarte Wir sind Fach Planerinnen und Fach, Planer für Kreislaufwirtschaft, zum Teil aus der Architektur, aus der Bauphysik, im Bau, Ingenieurwesen und wir untersuchen eben die architektonische Projekte auf ihr Wiederverwendung Potenzial wir arbeiten Methoden, Strategien, Prozesse sowie kreislauffähig Konstruktionen. Ein Vorteil vom Bauern mit widerfahrende Material liegt natürlich auch in der lokalen Wertschöpfung, Bauelemente nachzurüsten oder zu reparieren. Es geschieht meist vor Ort oder in der Region, Arbeitsplätze werden dafür benötigt, Ressourcen und Klima werden geschont Aus sozialer Sicht kann die Wiederverwendung eine saubere Lieferkette aufweisen, was im internationalen Handel häufig ja leider nicht so der Fall ist. Wir haben mittlerweile ein ziemlich großes Netzwerk, durch das wir Rückbau Objekte, also Gebäude, die abgerissen werden, in der Umgebung ausfindig machen und diese dann je nachdem auf geeignete Bauteile untersuchen. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft wird unsere gebaute Umwelt als Rohstofflager begriffen. als eine von Menschen geschaffene städtische oder urbane Mine. Die urbane Mine definiert das lokale Material, was vor Ort zur Verfügung steht. Und hier ist es ganz wichtig zu differenzieren, denn für die Wiederverwendung ist nur verfügbar, was qualitativ hochwertig ist und überhaupt rückgebaut werden kann. Ja, ein sehr wichtiges und positives Beispiel für den Erhalt von ganzen Gebäudestrukturen ist das Gundel Feld in Basel, da ist auch unser Büro und eben für dessen Erhalt und Umbau von diesem Gundel Dinger Feld hat sich das Bau Institut damals eingesetzt. Die Transformation des ehemaligen Maschinenfabrik Areals zum lebendigen Quartierzentrum ist heute eben für die Lebensqualität von unschätzbarem Wert. Hier sehen wir also noch einmal zusammengefasst, die höchste Wehrkraft, und es ist sehr wichtig. Hat eben die Weiternutzung im ganz großen Maßstab, sprich Transformation ganzer Quartiere. Statt deren Abriss nächsten Schritt kommt dann die Verlängerung der Lebensdauer von Gebäuden und erst nachrangig kommt dann die Wiederverwendung von einzelnen Bauteilen zum Tragen. Grundsätzlich gilt Reviews, Reuss, Recycle und hier sehen wir jetzt bei dem grauen Luftballon am Bestandsgebäude. Der zeigt symbolisch die Treibhausgase, die in ihm gespeichert sind in diesem Gebäude. Diese Emissionen sind bei der Erstellung von Gebäude angefallen und wirken seitdem in der Atmosphäre. Die Treibhausgase sind an den Nutzen für die Menschen gebunden, denn die wohnen ja in diesem Gebäude, und somit haben die Emissionen einen langfristigen Gegenwert, kann man sagen anders zum Beispiel als der kurzfristige Wert der entsteht, wenn wir mit fossilen Energien heizen. Der Bestandserhalt von Gebäuden ist also sinnvoll, da die da die emittierten Emissionen durch einen Gegenwert verkörpert sind. Das Bild in der Mitte zeigt die Wiederverwendung Können wir das Gebäude als Ganzes nicht mehr er halten, sollten wir die einzelnen Bauteile zumindest wiederverwenden und die im Bauteil gespeicherten Emissionen bleiben so erhalten. Der kleine rote Luftballon zeigt hier symbolisch, dass bei den Prozessen der Wiederverwendung natürlich auch neue Emissionen freigesetzt werden. Die sind aber super super super gering also, sprich für Rückbau, Reparatur, Transport wieder Einsatz und rechts sehen wir dann eben noch das Recycling Hier wird das Produkt und die Form aufgelöst, das Baumaterial wird dann zerkleinert in dem Fall ist der Beton und dann als Kieser zum Recycling Beton zugemischt der graue Ballon ist in dem Fall dann nicht mehr gebunden an den Nutzen und bei der Herstellung der neuen Form Gestalt hier jetzt als Zwischendecke Zum Beispiel werden erneut Emissionen freigesetzt, symbolisiert durch den großen roten Luftballon. Ja, ich stelle Euch jetzt anhand von zwei Projekten vom Bau Büro, Institut und zirkular vor, wie Kreislauf fähiges Bauen in der Praxis aussehen kann. Bei allen zwei Projekten bildete das Weiterbauen am Bestand die Grundlage, und die hinzugefügten Elemente wurden vorwiegend aus Wiederverwendeten, Baumaterialien und Sekundär Material erstellt. Ich fange an mit dem Kopf. Bau K 118 Auf dem Lagerplatz in Winterthur sollte eine bestehende Lagerhalle umgebaut und aufgestockt werden. Unten sieht man die Halle, oben der Aufschwung. Ziel war es, möglichst viele Bauteile aus lokalen Rückbau Objekten einzusetzen. Der Planungsprozess kehrt sich dabei um, denn der beginnt bei der Materialsammlung und verändert sich im voranschreitenden Prozess immer wieder von neuem. Das Tragwerk der Aufstockung besteht aus Stahlträgern von dem Rückbau Objekt in Basel, das noch keine 20 Jahre Lebenszeit aufwies. Das ist so ein ehemaliges Kob verteilerzentrum gewesen. Auf dem Foto sieht man jetzt ganz schön den fachgerechten Rückbau also nicht irgendwie mit Kran Bagger, sondern wirklich der fachgerechte Rückbau. Genau so und so sieht es jetzt aus. Also beim Bau wurde er wieder eingesetzt, in Winterthur. Der Zugang zur Aufstockung erfolgt heute über eine außen liegende Stahltreppe. Sieht man hier Die stammt aus einem ehemaligen Bürogebäude in Zürich, wurde in dem Moment rückgebaut und dann gelagert und im K 118 als Außentreppe wieder eingesetzt. Auch wurden Fenster aus Zürich wiederverwendet, zum größten Teil Aluminium Isolierer und eben Trapezblechen aus Winterthur das wurde als Fassadenverkleidung eingesetzt, und das lässt heute eben das Gebäude in dem satten Orangerot erstrahlen. In dem Fall wurde die Fassade wie auch die Treppe und die Fenster direkt wieder eingesetzt. Das heißt die Bauteile werden zum ursprünglichen Zweck wieder eingesetzt und nicht zweckentfremdet. Zum Beispiel hier sieht man jetzt einen mog ab wie das wie die Fassade aufgebaut ist, das war damals in Sam ausgestellt in Basel, die Granitplatten aus Zürich. Wiederum die wurden nicht zum ursprünglichen Zweck wieder eingesetzt als Fassaden Element, sondern eben als Innenverkleidung im Toilettenraum, was ein bisschen verwunderlich wirken könnte. Das ist manchmal so, die überraschung beim wiederverwenden weil wird man so neu nicht machen aus Kostengründen aber wenn man sie ja eh hat, dann not erforderliche Ergänzungen. Die erfolgten dann mit Materialien mit einem geringen ökologischen Fußabdruck, also zum Beispiel hier Stroh, Lehm und Holz. Die natürlichen Materialien sorgen so für ein ausgezeichnetes Raumklima und rechts sieht man jetzt eigentlich ganz schön auch die die wieder eingesetzten Fenster vom Foto vorhin. In dem Fall wurde das Fenster als Kasten konzipiert, es ist so hintereinander geschaltet. Das ist einfach aus dem Grund, dass man die Normen erfüllt. Wenn man zum Beispiel zwei Mal eine Zweifach Verglasung hat und sie hintereinander schaltet, hat man sogar eine Vierfach Verglasung, auch hier noch mal auch das hintereinander geschaltete ja der Kopfbau 218. Der bietet heute Räume für Büros, Ateliers und Werkräume, die sich Geschoss in eine Gemeinschaftsküche teilen. Das K 118 besteht zu 70 % aus wiederverwendeten Bauteilen, was eine Einsparung von über 50 % an CO2 Missionen mit sich bringt, und eben diese Einsparung entspricht dem Betrieb von einem Gebäude für 60 Jahre. Das belegen die Ökobilanzen des Projekts und können nachgelesen werden im Buch Bauteile wieder verwenden, Denn das Projekt wurde parallel wissenschaftlich begleitet. Dann stelle ich euch noch vor. Das heutige Kultur und Gewerbehaus Elis in Basel, das ist aus einer Umnutzung. Von einem ehemaligen Co Verteilerzentrum hervorgegangen und ursprünglich als reiner Zweckbau konzipiert, wies das Gebäude auf den ersten Blick jetzt keine Besonderheiten auf und durch einen Teil Rückbau, das sieht man hier in Gelb aus. städtebaulichen Gründen entstand eine Fassade, die man neu gestalten musste. Hier ist die Schneise, wo entstanden ist, rechts eben diese freigelegte Fassade, die man neu gestalten musste, und eben dieses Fassaden Konzept bestand darin, möglichst viele Fenster Formate aufnehmen zu können. Möglichst viele unterschiedliche Fenster Formate sieht man gleich, warum? Aus diesem Grund wurde dazu eine Holz Rahmenkonstruktion gewählt, ähnlich wie beim K 118, und dazu wurden Pfetten Sparren und Leb Binder von teils lokalen Rückbauten gesammelt und dann in der Sägerei weiterverarbeitet. Die Fenster mit den unterschiedlichen Formaten stammen von Schweizer Fenster, Produzenten aus der Umgebung, die nach sogenannten Lagerst angefragt wurden, und so wurden 200 komplett neuwertige Fenster gesammelt, die mal in der falschen Farbe auf die Baustelle kamen oder in der falschen Dimension, und sind dann eben wieder zum Berg zurück, also zum Fenster produzieren und so, und lagern da in den, wenn es sie gibt, Lagerräumen. Und logischerweise werden diese Lager normalerweise kurzfristig aus Lager aus Platzgründen entsorgt Hier sieht man eigentlich ganz schön oben rechts, in welchem Umkreis man gesucht hat oben links die Lagerung, unten im Ausschnitt der Es sind nicht alle ein Ausschnitt der 200 Fenster, ja, die Kammern der Holzrahmen wurden mit Restposten von Steinwolle oder von Abschnitten von neuem Material aufgefüllt, diese Reste wurden auf Baustellen gesammelt. So sah das Ganze dann aus im Werk mit den verschiedenen Fenstern, mit der Steinwald Dämmung und eben der große Holzrahmen Um die physikalischen Anforderungen zu erfüllen und zu erreichen, wurden so verbleibende Hohlräume mit Stein Woll Granulat aufgefüllt so sah es denn aus beim Einbau. Die bestehenden grünen Trapezblechen wurden beim Rückbau bei den Dach Aufkommen vor Ort demontiert und dann später ein Geschoss drunter an der neuen Außenfassade Außenwand wieder eingesetzt. So ergibt sich die vertikale Gliederung der neuen Fassade, die die unterschiedlichen Fenster Formate auch so ein bisschen einrahmen. Ja, neben den Trapezblechen prägen eben die Fenster unterschiedlich in Form und Farbe und Dimension das lebhafte Fassaden. Hier sieht man jetzt auch noch ganz schön den Innenhof, der hat nicht diese Trapezblechen, das ist eher so der weiche Kern. Der Innenhof ist so entstanden, da das Gebäude eine sehr hohe Gebäude Tieffe aufweist. Und damit man eben diese ganzen Räume belichten und belüften kann, wurde ein Teil vom Gebäudeinneren weggeschnitten, und so ist dieser Innenhof entstanden. Das war eben das Prinzip, dass man starre, feste Elemente, die nicht veränderbar sind in dem Fall die Fenster mit weichem, flexiblem Material, in dem Fall der Holzrahmen, der darauf reagiert, umgibt und kombiniert. Jetzt zeige ich euch noch den Basel Pavillon in Basel, das ist so gestanden. Um Ideen für neue und klimagerechte Architektur zu finden, wurde im Sommer 2021 von der Architektur Woche Basel aus ein internationaler Open Call ausgeschrieben Da wurden 181 Entwürfe eingereicht, davon 14 Teams für den Wettbewerb nominiert. Grundlage für diesen Wettbewerb waren ausschließlich Bauteile aus Rückbauten der Umgebung. Und die haben eben wir von Zirkular gesucht und dann in diesen Online Bauteil Katalog übertragen, das heißt, wir haben da nicht mitgemacht in der Architektur, sondern wir waren die Fach Planung für diesen, für die Bauteils Sue und für diesen Bauteil Katalog ja. Alle 14 Entwürfe der 14 nominierten Teams wurden also auf Basis von diesem Bauteil Katalog ausgebrauchten Bauteil entwickelt, also 100 % wieder Verbindung. Anfang Dezember wurde dann der Sieger Pavillon von Isla Architekt ausgewählt, und der Pavillon wurde zum Start der ersten Woche Basel dieses Jahr im Mai im Dreispitz eröffnet und bietet Raum für öffentliche Veranstaltungen. Ja, Häuser gehören nicht auf den Müll auch das war das Motto von Du hast es schon ganz schön gesagt von unserem vergangenen Entwurfs Seester construct Badel an der Architekturfakultät vom KIT hier in Karlsruhe. Denn unsere Geschäftsführerin Kerstin Müller leitet zusammen mit dem Oliver Seidel von Baubo Institut eine Gastprofessur, gestiftet von der Stoß Stiftung. Ja, neben unserer Gastprofessur gibt es noch zwei weitere und wir alle wir man uns eben der Frage wie wir in Zeiten von Klimakrise und Ressourcenverknappung, verantwortungsvollen Bauwesen agieren können, mhm unser Entwurfs Grundstück liegt in Karlsruhe und zwar plant die Stadt einen neuen Betriebshof in Grötzingen 2000, 27 soll Baubeginn sein. Außerdem wird in den kommenden drei Jahren unter anderem die Anne Frank Schule in Oberreut abgebrochen. Und dann war eben Abstimmung mit der Stadt. Die Aufgabe klar. Die Anne Frank Schule mit ihren Bauteilen dient als urbane Miene und somit als Basis für den Entwurf vom Betriebshof. Wir waren dann mit unserem Kurs, also ein paar Studierende sind auch da waren wir vor Ort und haben dann eine Bauteil Jagd durchgespielt, wo eben die Studierenden alle Bauteile aufgenommen haben, fotografiert, gezeichnet und dann im letzten Schritt in einen Bauteil Katalog übertragen, dann war quasi der Rahmen für den Entwurf gesetzt. Der setzt sich zusammen aus diesen Bauteilen. Wir haben uns natürlich dann noch mit dem Grundstück vom Betriebshof auseinandergesetzt, waren dort vor Ort, haben einen Input gekriegt vom Betriebshof, wie so die Abläufe sind und so und eben auch von der Stadt Karlsruhe zum Vorhaben, zum Raumprogramm und so weiter. Im ersten Schritt haben sich dann die Studierenden in Form von Collagen erst mal mit den Rückbau Teilen auseinandergesetzt, Schwerpunkte gesetzt, ohne eben erste Haltungen entwickelt, und parallel ging es in diesem Semester darum, die Bauteile zu porträtieren und ihren Lebenszyklus zu verstehen. Wo kommt das Bauteil her, wo kommt der Rohstoff her, was passiert mit ihm, wo wird es deponiert und so weiter. Ja, am Ende sind dann sehr neun sehr spannende und komplett verschiedene Projekte entstanden. Und alle Projekte zeigen zukunftsfähige Lösungsvorschläge, wie wir künftig Werte bewahren und Ressourcen schonen können. Die städtische Leiterin vom Karlsruher Hoch Beamten Frau Sig Sie hat sich die Zeit genommen und eben die Schluss Präsentation von den Studierenden verfolgt. Tatsächlich wurden vier Stück ausgewählt und bald der Stadt vorgestellt. Was uns sehr gefreut hat Ja, einige Arbeiten sind hier ausgestellt da und haben die anderen sicher auch Lust nach ein bisschen was darüber zu erzählen, wer Lust hat. Ein wichtiger Teil vom Semester war auch ein Rückbau Workshop, wo wir selbst Hand anlegen konnten und eben Bauteile ausbauen durften. Dazu hat uns die Volks Wohnung ein Gebäude der Nachkriegszeit zur Verfügung gestellt. Ja die übung, die war gar nicht so leicht, denn ja viele Bauteile wurden konnten gar nicht ausgebaut werden, sehr erschwert oder eben nicht zerstörungsfrei und das hat uns eben auch noch einmal verdeutlicht, dass wir die gängigen Bauweisen Konstruktionen dringend überdenken müssen. Es war auch so ein bisschen ernüchternd, aber auch eigentlich eine sehr, sehr wichtige übung. Ja, wir müssen also künftig so bauen, dass Bauteile wieder für die nächste Generation zur Verfügung stehen. Das heißt, das, was wir jetzt in die urbane Mine einbringen, muss dann durch den digitalen Gebäude Pass abgelegt sein es muss Rückbau sein, sodass wir spätere Generationen nicht das gleiche Problem haben. Abschließend kann ich sagen Bauen im Bestand und es bauen mit wiederverwendeten Bauteilen schon Ressourcen, bewahrt kulturelle Werte Jedes Bauteil erzählt eine eigene Geschichte und trägt einen wichtigen Teil auch zur Identität des jeweiligen Ortes bei sind kulturelle Ressourcen, und von unserem Entscheid hängt letztlich ab, ob ein Rückbau Rückbau in den Zyklus der Abfallverwertung kommt oder eben in den neuen lebenszyklus überführt wird. Zirkuläre bauen schon deponieraum und das klima budget und so können wir heute einen beitrag für morgen leisten. Danke das war's
Sprecher:in 1: vielen dank jasmin, für die ganz vielen einblicke in eure arbeit! Um das auch mal ein bisschen begreifbar zu machen, was da eigentlich passiert wenn es darum geht, dass man nicht Baustoffe recycelt sondern bauteile das ist ein ganz anderes Level und wie viel größer der Hebel ist, wenn man die Bauteile tatsächlich betrachtet als neue Rohstoffe für die Zukunft und ich lade es alle gerne ein, aus dem auch noch ein bisschen ins Diskutieren kommen. Jasmin ist aber auch noch ein bisschen da heute Abend und wir hängen es gleich im Anschluss die Leinwand ab. Und dann können wir auch noch die Arbeiten der Studierenden betrachten, die sind auch darum, Fragen zu beantworten. Also nutzt diese Gelegenheit heute Abend aus, um da ganz tief ins Gespräch reinzukommen. Aber wenn jetzt auch schon Fragen da sind, stellt sie gerne kein Hände hoch. Wunderbar
Sprecher:in 3: unser Geschäft, danke für den Vortrag, ich habe zwei Fragen, die eine betrifft das erste Projekt, was du vorgestellt hast. die Aufstockung in Literatur. Was glaube ich du meintest, dass ihr die stahlträger und die treppe beispielsweise verwendet habt und da ist mal eine frage ob dann sag ich mal die geschoss beispielsweise oder auch die die längen von den trägern eigentlich so übernommen wurde und erst sage ich mal danach festgelegt wurden im entwurf weil das ja schon stimmen muss oder sind die träger im nachhinein gekürzt worden? Mit der Treppe ist das ja schwer machbar, da muss ja wirklich auf einen millimeter das passen und die zweite frage ist, wie er im büro die projekte akquiriert, ob er das wie jedes normale architekturbüro über wettbewerbe oder über Beauftragung von öffentlichen trägern oder privaten investoren oder so macht, oder ob da wirklich speziell nach so einer art zu bauen gesucht wird, weil das ja natürlich vom prozess was ganz anderes oder ein ganz anderer aufwand ist und natürlich auch mit nehme ich mal an mit mehrkosten verbunden ist und da muss man sich ja schon drauf einlassen wollen als bauträger
Sprecher:in 2: genau also ich fang bei der ersten frage an. Das war tatsächlich ein bisschen witzig bei diesem bei diesem tragwerk, denn unsere Projektleiter der Mark und der Pascal, die haben eben dieses tragwerk gesucht, weil das natürlich sehr entscheidend war für den entwurf und das tragwerk passt nicht ganz. Also es hat wie so eine ausgrabung vorne, somit kommt auch diese form zustande. Und ich glaube der der pascal hat mark angerufen weil ich habe das perfekte tragwerk gefunden. Es passt perfekt und er dachte so wow, es passt perfekt, es muss ja wahnsinn sein und dann hat sich rausgestellt, dass es doch nicht so perfekt passt, aber so in diesem rahmen steckt in dem er sich bewegen kann und ich sag mal wir definieren dann eben immer solche parameter an der suche und die gehen. Ich sage mal von bis und in diesem spektrum geht's und sobald man sagt okay, wir müssen zu viel bearbeiten, wir müssen zuschneiden, dann dann passt es eben nicht, dann muss man das für was anderes einsetzen zum beispiel aber so viel zur es passt perfekt und dann diese definition von perfekt also das war damals ziemlich witzig und eben dadurch kommt auch diese form zustande, so wo man sich dann fragt wieso? Aber klar, der stahlträger war eben so lang, also wird so gebaut genau und die stahltreppe, die hat komischerweise wirklich auf die Geschosse gepasst, nur unten musste man ein Stück ansetzen. Also das ist ja auch so ein Prinzip, dass man sagt Okay, wenn es an der Stelle nicht passt, ich Schweiß eine Stufe an oder unten mach ich nen Sockel oder so, da muss man eben immer schauen, je nach Projekt. Ja, es ist oft auch, ja, es geht ja um dieses Bauteil, Matching und eben um diese flexiblen Parameter und wir haben jetzt auch schon die Erfahrung gemacht, dass viele diese Parameter also so frei ich sag mal gut damit umgehen können im Entwurf und andere aber dann sehr spezifisch auf ihr zum Beispiel auf eine Farbe beharren oder so ich will dieses Stahlblech genau in diesem Real tun, da muss man halt sagen wir haben einen anderen RAL to in grau, wie wär es und da muss man halt so ein bisschen dem Prozess auch entgegenkommen. Wenn man jetzt eine Stahltreppe findet, die überhaupt nicht passt, dann kommt sie eben nicht in Frage. Und zu dem zur nächsten Frage Also wir machen keine Wettbewerbe, sondern jetzt in diesem Fall, weil es die Stiftung Abendrot, die eben Lust hatte, dieses Projekt zu machen, denn gerade auch so Stiftung Abendrot oder auch die Stadt Basel Stadt Zürich. Die sind jetzt sehr, sehr interessiert an solchen nachhaltigen Projekten, da sie selbst auch ein bisschen Druck kriegen. Langsam, weil sie merken ah, das sind ja gewisse Klimaziele und was machen wir denn? Ah ja das ist der bausektor und das sind auch die meiner meinung nach die wichtigen in institutionen die so etwas fördern sollten, die auch ein gewisses risiko eingehen wollen und können, vor allem also bedingung ist immer es wird nicht teuer als neubau, es darf nicht teurer werden, es ist so vergleichbar mit einem Umbau, und eben das haben wir jetzt in den letzten Jahren sehr gemerkt, dass gerade auch die Stadt Basel, die Stadt Zürich also, die sind ja sehr gut dabei und zum Beispiel hat jetzt die Stadt Basel ins Leben gerufen Analog Basel Pavillon mit diesem Gebäude, Material Katalog, dass sie ihre eigenen Gebäude in der Stadt aufnehmen lässt, von uns untersuchen lässt auf die Potenziale. Dann werden die Bauteile auch in den Katalog übertragen, und dann wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, der sich nur auf diese Bauteile bezieht. Somit bringt man ja diesen Rahmen auf den Markt, wo man sich bewirbt als Architekturbüro und diesen Wettbewerb mitmacht. Es ist eben sehr sehr extrem, die nachfrage ja und oft ist ja so, wenn man grad mit einer stiftung abendrot oder wenn man schon was mit denen gemacht hat das die wollen das dann auch wieder machen, weil sie merken ja das funktioniert ja wirklich und das ist sehr schön. Ja hat es die frage beantwortet?
Sprecher:in 4: Also wurde die gebäudehöhe bei dem ersten gebäude tatsächlich den vorhandenen bauteilen angepasst, also nach den vorhandenen bauteilen festgelegt,
Sprecher:in 2: also die die stahlträger ja die haben quasi das obere bestimmt mit der ausgrabung und so und die stahltreppe die hat auf die geschoss höhen gepasst die später aufgestockt wurden
Sprecher:in 4: also und entsprechend hoch hat man das gebäude dann eben gebaut, man hätte es auch höher bauen können, wenn
Sprecher:in 2: ja im prinzip schon. Also das war natürlich in abstimmung mit der mit der stattung mit allem wie hoch, wie hoch darf es sein? Und auch wie darf es aussehen? Also das ist schon auch sehr viel, auch planungs aufwand auch mit den behörden und so. Aber es ist schon im Wechselspiel entstanden. Also so Bau, Bauteile, Entwurf, das hat sich ständig so einander angeglichen, in dem Fall
Sprecher:in 4: okay und für die Zukunft wir können ja nicht immer nur auf gerade aktuell zurückgebaute gebäude zurückgreifen. Ihr müsste doch eigentlich auch interessiert sein, dass eben ja Deponien entstehen, wo man dann eben auf wert oder auf baustoffe zurückgreifen kann. Sowas gibt's halt vereinzelt aber warum gibt es das noch nicht in karlsruhe?
Sprecher:in 2: Ja das ist eine sehr gute frage. Das problem sind echt die lagerkosten also da haben wir auch mit zu kämpfen, denn wir haben ein sehr kleines lager, aber das ist so wie eine zwischenlösung irgendwie und man hat nicht so viel platz um so viel zu lagern und Lagerflächen sind extrem teuer und ich finde eben auch die öffentliche hand. Die soll jetzt sagen es gibt so viel Leerstand und es gibt leerstand, der geht noch zehn Jahre, wir nutzen den Leerstand und es werden Lagerräume für eben solche Bauteile und warum wir zum Beispiel nichts einfach so ausbauen und lagern, ist natürlich auch die Kostenfrage, denn es muss uns ja jemand bezahlen dafür und so läuft es jetzt momentan, dass wir diese dieses Netzwerk haben, diese ganzen Rückbauten wir haben innerhalb unserer Firma Rückbau. Schur fix und dann wird eben immer abgeglichen was wird gerade gesucht? Also was ist die Nachfrage vom Bau buritto und von extern. Und was wird gerade in der urbanen Mine? Und oft haben wir dann so einen Anruf gekriegt Mein Gebäude wird nächste Woche abgerissen. Das ist dann natürlich schwierig, weil man das einfach nicht auf die Reihe kriegt, so spontan irgendwas kurz zurückzubauen, also manchmal schon, aber eigentlich nicht. Und mittlerweile ist es aber schon so weit fortgeschritten, dass sich die Leute vielleicht zwei Jahre im Voraus melden oder drei. Und dann können wir so einfach schon viel langfristiger planen und dann zu einem bestimmten Zeitpunkt ausbauen, dann gegebenenfalls lagern. Wir müssen eigentlich immer lagern, zwischenlagern Und da ist eben die Frage wo oft hat die Bauherrschaft selbst zum Beispiel Räumlichkeiten zur Verfügung oder der Umbau vor Ort? Und, ja, das ist ein Problem für uns, weil wir müssen immer gucken wie lagern wir? Und Ja,
Sprecher:in 1: ich hätte auch direkt stimmt, du wolltest auch was sagen,
Sprecher:in 5: nur ganz kurz, solange ich darf, und zwar zum Thema Kosten das war was, was mich stark interessiert, weil muss man sich das leisten können, muss man sich das leisten können, so zu bauen also, weil vielleicht ist es ja, oder? Das kam noch nicht ganz raus ist es sogar vielleicht teurer so zu denken zu bauen, weil ich stelle mir vor diese ganzen rückbaukosten sind bestimmt ja vielleicht zum teil sogar teurer als neue beschaffen oder wie fällt sich das mit den
Sprecher:in 2: kosten? Also wie gesagt es wird nicht teurer, also es darf nicht teurer werden, weil sonst das das geht einfach nicht, das bringt da nichts und es ist eben die frage, auch wie viel man rückbau wie viel man einbaut, wie viel man am gebäude wenn es ein bestand war ändert. Das ist natürlich immer eine sehr große Frage, man muss ja nicht immer komplett alles neu machen, man hat ja viel schon vor Ort. Das ist eigentlich auch der Witz, dass man da auch dran denkt was habe ich denn schon? Und das Material habe ich ja schon zur Verfügung und dann war es eigentlich bei den Fenstern zum Beispiel als Kostenfrage jetzt diese Lagerst von den Firmen, die dort lagerten. Die waren natürlich froh, dass sie ihre Müll loskriegen. Die müssen keine Entsorgungsgebühr zahlen, keine Entsorgungskosten, wir holen im Fenster ab, also sie sparen sich wie was dadurch. Viele haben uns dann die Fenster geschenkt, zum Beispiel also im Schnitt hat ein Fenster dreifach verglast Schweiz 300 franken gekostet von diesen 200. Das war dann wieder so ein puffer und oft wird das material, wenn es irgendwo wenn wir es rückbauen, irgendwo klar wir müssen die rückbauen bezahlen, oft das material aber nicht so und dann kommt man am schluss schon klar man muss es so mit diesem umbau faktor gleichsetzen, eigentlich ungefähr ja,
Sprecher:in 3: aber es ist ja beim umbauen auch oft das thema, also im grunde ist ja aktuell einfach ein neubau billiger wie wie eine umnutzung von einem gebäude oder ein umbau oder ein nutzen von einer kerns und da ist die graue energie ist ja ganz viel thema aktuell und das ist ja gerade schon so ein ökologischer punkt, der da gerade wieder mit reinspielt wo viele dann sagen so okay, dann ist es halt erst mal teurer, aber trotzdem hat hat die menschheit die natur einfach schon nutzen daraus ein bestehendes gebäude wieder zu verwenden und also da ist doch bestimmt auch ein gewisser spielraum, dass es ein bisschen mehr kosten kann, aber ja trotzdem vorzuziehen ist. Ja,
Sprecher:in 2: es ist natürlich, es ist ein Riesenthema für uns und auch natürlich ein Problem, denn klar neubauen ist einfach wahnsinnig billigste Zeit also eigentlich für das was es ist zu billig, wenn man auch weiß was man verbaut und wie es verbaut wird. Und ja, wir plädieren ja auch immer dafür, dass es das ist ja auch von architekt verführt schon eine Umbau geben sollte, wo umbauen einfach attraktiv wird, dass es sich wirklich auch jeder leisten kann, dass es günstiger wird, dass gewisse Prozesse auch definiert werden, dass es Normen gibt, die sich auf den Umbau beziehen und nicht auf den Neubau, das sind ja alles Kostenfragen und sachen, die einem es schwer machen so und das ist ein Riesenthema, weil wenn klar, die Falschen also ich sag mal so wenn die richtigen Leute am langen Hebel sitzen, dann geht es man merkt es jetzt bei der Stadt Basel. Also, die kommt ja auch für die Kosten auf, für den Rückbau der Bauteile, die sie dann in ihren Projekten wieder einsetzen. Ähm ja
Sprecher:in 1: zu den Kosten würde ich gerade auch gern noch was sagen, weil wir sprechen jetzt über diese Neubaukosten zum Beispiel so dass das sehr geringe Kosten für die Bauherren dann sind, Aber die Kosten sind nur deshalb so gering, weil den großen anderen Teil der kosten zahlt die allgemeinheit also was zum beispiel dann an neuen emissionen und so weiter oder auch an wir zahlen es aktuell auch schon mit den ganzen zahlungen der bundesregierung in klimaschädliche subventionen die es auch gibt und die werden bei einem neubau einfach nie behandelt. Also man braucht irgendeine art von regulierung wie man diese emissionen aus der zukunft bepreist in aktuelle preise reinbringt und dann ist es ganz schnell der fall, dass so ein bauen immer vorzuziehen ist, weil es einfach günstiger ist, jetzt günstiger ist und es ist besser für alle generationen. Dann kommt man in dieses lebenszyklus denken rein wo jetzt auch gerade die öffentliche hand ein rieseninteresse dran hat weil die auch denen ist halt wichtig, dass es langfristig bezahlbar bleibt.
Sprecher:in 2: Ja und ich denke wir sind auf einem guten weg dahin dass sich gewisse sachen gerade umkrempeln. Es ist natürlich ein sehr sehr sehr langwieriger prozess, aber ja wir können es nur vorleben und sagen es funktioniert und
Sprecher:in 4: allein über die co2 bepreisung lässt sich das nicht machen oder?
Sprecher:in 2: Ich glaub allein darüber wahrscheinlich nicht aber schon viel. Also wenn das mal richtig durchgesetzt wird, dann
Sprecher:in 1: es braucht halt die richtigen CO2 Preise dafür also es es gibt solche Versuche in Schweden mit 150 € pro tonne, da hat es noch keine regulatorische Wirkung. Tatsächlich die Veränderung in Schweden hat eher was mit der motivation was Gutes zu tun. Die Preise die man ansetzen müsste, damit es wirklich generationengerecht ist, liegen bei etwas 600 € pro Tonne CO2. Das ist natürlich meilenweit von dem entfernt, was heute besprochen wird, aber es gibt auch erste Bauten. An der Hochschule Kiel wurde zum Beispiel ein Gebäude renoviert. Da haben sie gesagt wir wollen es gerne richtig machen. Was würde uns das kosten, wenn wir das generationengerecht bauen? Und da kam dann mit diesem 600 € Preis pro Tonne preis, war es ganz schnell rentabel, das alte Gemäuer wieder instand zu setzen, was man vorher nicht gemacht hätte, weil da halt besondere handwerker und Handwerkskünste dafür gebraucht wurden und wenn man aber diese Preise ansetzt, dann ist es plötzlich sehr schnell rentabel. Das Richtige aus dieser Sicht das Richtige zu tun. Ja das ist ein preis vom Umweltbundesamt. Ja also er ist empfohlen. Ja wenn ja also trotzdem müssen sie an der am Ende dazu entscheiden, das zu tun, weil noch gibt es keine Verpflichtung dafür das so zu rechnen. Gibt es noch Fragen, bevor wir es zu theoretisch irgendwelchen Preisdiskussionen abdriften? Wenn nicht, dann bauen wir ganz schnell die leinwand ab und eröffnen quasi die ja bitte
Sprecher:in 3: weißt du also wenn ihr viele Projekte mit der Stadt basel durchführt weißt du, ob dann die stadt basel auch sag ich mal auf baurechtlich ebene das auch versucht weiterhin zu forcieren, als ob die beispielsweise bebauungspläne oder so festlegen, dass eben nur auf diese art und weise gebaut werden soll oder das vermehrt in in wettbewerben vorgeben
Sprecher:in 2: ja ich glaube so ganz offiziell passiert es noch nicht, aber es ist schon so am brodeln kann man sagen ja also man merkt, da passiert grad sehr viel und da kommt's eben auch drauf an wer sitzt im lied? Also wer wer gibt den takt auch vor? Also ich glaube es geht jetzt schon in die richtung, denn es gibt natürlich gerade so bebauungspläne die werden die wurden von weiß ich nicht 15 jahren beschlossen denkt man sich manchmal so okay das halbe klebeck wird abgerissen gehts noch also sorry ist so und da gibt's jetzt auch ziemlich kritik gerade und das muss sich halt einfach auch ändern, weil man jetzt auch merkt es gibt sehr viel Unruhe, auch gegen so was. Ja,
Sprecher:in 1: ich hätte doch noch eine Frage an dich als Bauteil Jägerin Wie funktioniert das Bauteil jagen wie analog wie digital ist das arbeitet jetzt zum Beispiel mit so was mit einer Firma wie Maus da zusammen, um Gebäude in ihren Bauteilen schon digital anzulegen oder wenn sich dann Kunden Kundinnen bei euch melden wir würden demnächst was abreisen liefern die euch schon digitale Gebäude Pässe, oder müsst ihr da alles einzeln aufnehmen?
Sprecher:in 2: Also wenn Gebäude abgerissen wird und wir das mitkriegen, dann geht es erst mal darum gibt es Pläne, manchmal gibt es einfach keine Pläne, manchmal gibt es Pläne, die sind vielleicht eingescannt, ich kriege jetzt bald Pläne per Post zugeschickt also da ist alles dabei. Wir sind aber froh, wenn es überhaupt Pläne gibt und es ist gar nicht immer so selbstverständlich, dass es Pläne gibt. Das erleichtert uns natürlich sehr viel, es erleichtert uns auch viel. Wenn wir von einem Bauteil die Daten haben. Ist ja ganz logisch, das braucht es auch um den wieder Einsatz zu gewährleisten, sonst muss man es extern prüfen lassen und wenn man so diese Pässe hätte, das wäre so viel einfacher alles. Und das ist eigentlich auch für die Zukunft, dass man es jetzt so anlegt, dass dieser digitale Gebäude pass, ja, da es erstellt wird und für künftige Generationen. Und wenn ich jetzt zum Beispiel in Gebäude gehe, dann nehme ich ein iPad mit, also meistens sind wir zu zweit, dann geht es darum, okay, die Türen, die sind echt gut, die kann man sogar mit Sage ausbauen, sage ich mal, dann wird die Tür fotografiert, einer macht ein Foto mit dem iPad, der andere nimmt den Zollstock und gibt die Masse durch und dann wird es schön auf dem iPad so gezeichnet und am Schluss hat man das Bauteil, das Foto mit Bemass, mit Details alles Mögliche, dann irgendwann weiß man auch, auf was man achten muss beim Fenster auf den Fenstel, beim, bei der Tür genauso aus Material, Stückzahl wo im Gebäude ist es verortet? Ich habe ganz am Anfang mir nicht aufgeschrieben, in welchem Raum ich war, und es war ein total verwinkeltes Gebäude, und seitdem ich mach immer erst ein Foto vom Raum, dann gehe ich rein, dann kommen die ja im Raum und so weiter. Das legen wir dann an in Form von Listen und tun auch noch mal explizit die Bauteile einzeln erfassen, sodass man das auch einfach schnell verschicken kann, so hier Wir haben die und die Bauteile, die kommen in Frage, hier sind die Bilder, die Masse, die Stückzahlen und so, und wir sind auch gerade dabei, so eine App zu entwickeln, dass wir die Bauteil Jagd so digital machen. Ja danke
Sprecher:in 1: so, dann wirklich herzlichen Dank an dich noch mal für deinen Vortrag und all die tollen Antworten, die tollen Projekte, die du vorgestellt hast. Ich lade alle ein, auch die studentischen Arbeiten auch hinten anzuschauen, darüber zu diskutieren und auch noch ein kleiner Hinweis Sebastian Heck wird es hier gleich Disco und Soul noch auflegen und es wird heute Abend noch getanzt. Also bleibt hier, wärmt euch auf beim Tanzen. Danke schön!
Sprecher:in 2: Vielen Dank!
Mitschnitt: ato
Donnerstag · 6. Oktober 2022 · Salon
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Bauen, Material, Kreislauf
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